Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 18 (3.5.1929)
- Date
- 1929-05-03
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Kameraden dort vorhanden sind. Demgemäß zählt der Landesverband heute noch 17 Ortsgruppen. .. Sowohl anläßlich der alljährlich stattfindenden i 2 Lan desversammlunpen al» auch bei den in den einzelnen Ortsgrup pen abgehaltrnen Versammlungen, bei denen vielfach'auch der Vorsitzende des Landesverbandes mitwirkte, wurden stets eingehend die hohen Ziele des RjF., das Programm des Lundes und di« Pflichten seiner Mitglieder eingehend erörtert, und den Kameraden die Erfolge der Bundesarbeit dargelegt, die in erster Linie bim kameradschaftlichen Zusammenhalten aller Mitglieder auf religiös und politisch neutralem Boden, sodann dem uner schutterlichen Rechtsstandpunkte der jüdischea Frontsoldaten auf Grund ihrer einwandfreien Leistungen im Weltkriege, und schließlich der hohen Verpflichtung gegenüber unfern 12 000 Kriegsopfern zu verdanken sind. So gelang es denn bis heute stets trotz mancher Hemmungen durch die mit zunehmender zeitlicher Entfernung von den Kriegsereignissen und von den so bedauerlichen Blüten, die ein wüster Radau-Antisemitismus in großen Teilen unseres Vaterlandes trieb, unleugbar zutage tretende Lässigkeit und Interesselosigkeit so manches Kameraden — den Bestand von etwa 800 Mitgliedern des-Landesoer bandes zu erhalten und den Bund auch in unserem engeren Vaterlande zu einer bei den Glaubensgenossen sowohl als auch »ach außen hin geachteten Organisation zu führen. Es war stets unser Bestreben, wo immer angängig und mit unserer Ehre verträglich, mit allen anderen kameradschaftlichen Verbänden Beziehungen zu pflegen! bzio. anzukurbeln auf dem Boden gleichberechtigten Handelns- und gleichverpflichtender Betätigung im Sinne der alten Kriegskameradschaft, und allen falschen Vorurteilen nach Möglichstest in sachlich-objektiver Weise zu begegnen. Wir ehren in gleicher Weise alle lebenden und toten Kameraden des großen Krieges, wo immer sich Gelegenheit bietet, und sind bei allen Veranstaltungen, wenn man uns ruft, dabei, wo es gilt, in sachlicher gemeinsamer Arbeit am Wähle unseres Vaterlandes und aller Volksgenossen, insbesondere auch auf sozialem Gebiete mitzuarbeiten. Eine chronologische Aufreihung der Betätigung unseres Landesverbandes im Rahmen der gesamten Bundesarbeit verbietet der enge Raum. Vir wollen nur noch das Versprechen geben, daß wir wie bisher auch in Zukunft treu zum Bunde stehen und unsere Arbeit leiten lassen wollen von dem Gesichtspunkt der Wohlfahrt unseres Vaterlandes und unseres Judentums' Tr. Franz Hirsch. Vorsitzender des'Landesverbandes. Eport-Echild Internationale Sportschau Zn den letzten Wochen errangen viele jüdische Sportsleute i» aller Welt große Erfolge, zum Teil die höchsten Ehren, die die betreffenden Länder zu, vergeben haben. Hakoah-New Kork, die aus Lesterreichern und Ungarn bestehende Professional- Fußballmaynschaft siegte im Endspiel um den amerikanischen Pokal vor 21 000 Zuschauern in St. Louis gegen St. Louis 2 :0. Hervorragend schnitt auch wieder die Professional-Fußballmannschaft der Wiener Hakoah ab, die die Meisterschaft ihrer Klasse, trotz einiger noch ausstehender Spiele, sicher'hat und in kurzer Zeit wieder in die erste Liga aufrücken wird. In Anerkennung dieser großen Leistung verpflichtete sie der vielfache österreichische Meister Rapid-Wien zu seinem 30jährigen Iubiläumsturnier. an dem .Rapid, Hakoah. Hungaria Budapest und Slavia-Prag teilnehmen werden. Helene Mayer, deren Vater Mitglied des RjF. ist, holte sich in Budapest Lorbeeren, erwarb in Neapel zur Weltmeisterschaft noch die Europameisterschaft der Damen im Florettfechten hinzu: von neun Kämpfen bestand sie acht siegreich. Frau Sondheim schnitt ebenfalls gut ab und belegte, wie seinerzeit in Amsterdam bei der Weltmeisterschaft, den vierten Platz. — Ein vom Deutschen Fechterbunde in Berlin veranstaltetes Säbelturnier gewann der Ungar Rosenberg ganz überlegen. ' Konnten sich auch die beiden Makkabi-Ringer Säbel und SchächterBerlin in der Schlußrunde um die brandenburgjsche Meisterschaft nicht erfolgreich durchsetzen, so sind auch die zweiten Plätze aller Achtung wert. — Die deutsche Federgewichts-Boxmeisterschaft hoste sich der Makkabäer Fuchs-Berlin.' Mit einer überragenden Leistung bezwang er den starken Süddeutschen Mitzel in der Zwischenrunde und setzte sich in der Endrunde nach verzweifeltem Fight gegen den Magdeburger Götze durch. Pech hatte Malz, der während der brandenburgischen Box Meisterschaften krank war und zu den deutschen nicht zugelasien 150 wurde. Ball schied bereits bei den Borkämpfen aus. — Weitere Lorbeeren holten sich die Makkabi-Leute bei dem Berliner deutsch-schwedischen Borkampfabend. Vor 3000 Zuschauern zeigte Malz sein eminentes Können und schlug seinen Gegner Nordahl (Leichtgewicht) nach ständig überlegen geführtem Kampfe in der dritten Runde k. o. Erbittert kämpfte Bast mit dem ihm körperlich überlegenen Ljung-Schweden. dem er im Endspurt davonzog. Auch Friedländer buchte einen klaren Punktsieg über Lundqvist nach herrlichem Fight. , Auch die jüdischen Schwimmer, die ja bekanntlich zu den besten Europas zählen, waren nicht untätig. Bei einem natio nalen Schwimmfest in Prag wurden mehrere neue tschechische Rekorde aufgestellt. Bester-Hagibor durchschwamm die 50 Meter Freistil in 36 Sekunden. Hagibor stellte in der 3X50-Pieter- Lagenstaffel mit 1: -11,8 Min. eine neue Höchstleistung auf. — Bei dem Internationalen der Wiener Hakoah unterbot Fritzi Löwy ihren eigenen Rekord im 300-Meter-Schwimmen um 7.8 Sek.: Nassau kam im Herren-200-Meter-Rückenschwimmen dem österreichischen Rekord nahe: Goldberger legte die 100 Meter Freistil in 1 : 05,2 Min. zurück: Balasz. Hagibor-Prag, holte sich das Springen. Kurz vor Abschluß der Hallentennis-Saison sicherte sich Frau Friedleben mit ihrer Partnerin Frl. Rost die dänische Hallentennis-Meisterschaft im Damkn-Doppel. — Bei den Riviera-Turnieren setzte sich der junge Amerikaner Coen nicht so erfolgreich durch, wie allgemein * erwartet, wenn er auch den Macomber-Gold-Eoup für Junioren gegen den auch in Deutschland bekannten Spanier Maier sicher 6:3, 6:4, 6:4 gewann Neben diesen international bedeutungsvollen Ereignissen gab es naturgemäß auch sportliche Erfolge mehr lokalen Charakters. So kämpfte die Berliner Hakoah in der Nordkreis Fußball-Liga genz gut und dürfte sich voraussichtlich einen Mittelplatz sichern. — In der Fußball-Zwischennmde um die deutsche Makkabi-Meisterschaft siegte, der Hamburger Bar Kochba über den Oberhausener 6:1. — Wenig glücklich kämpft dieses Jahr die Grazer Hakoah: gegen Sturm-Graz zog sie mit 0: 5 den kürzer». — Hasmonea-Wien rückte in der Ortsgruppe der zweiten Liga auf den zweiten Platz auf. — Langsam beginnt auch die Hockey-Sommersaison. Stritten die Wiener jüdischen Mannschaften mit wechselndem Erfolge, so rang Bar Kochba-Hamburg den MTV. Bremen 2:1 nieder. — Die Berliner Ortsgruppen-Mannschaft des RjF. besiegte, mit nur 8 Mann spielend, den komplett antretenden DT. Kahlbnnn-Schersing 4:1. , Erwähnen wir hier noch, daß in Frankfurt a. M. im Anschluß an den RjF. ein neuer jüdischer Sportklub, der sich nach unserer Zeitung „Schild" nennt, gegründet wurde. Tragen wir kurz vor Beginn der Leichtathletiksaison noch einige Resultate der letzten Wochen naich. Beim Nürnberger Hallensportfest holte sich der Nürnberger Bar Kochba überlegen die 10x I-Runden-Staffel (je 250 Meter) vor Sportverein 27 und der Polizei. Degener wurde Magdeburger Waldlaufmeister: sein Klubkamerad Israel ‘ belegte den dritten Platz. — Bar Kochba-Berlin konnte sich bei den brandenburgischen Waldlausmeisterschaften nicht durchsetzen und traf erst als Siebenter ein. Seine Kiubmeisterschaft holte sich der favorisierte Bergmann, der die ca. 5 km lange Strecke in 16:10,8 Min. durchlief: Zweiter wurde Koplowitz. — Vergessen wir nicht, zu berichten, daß die Deutsche Turnerschaft Herrn Sally Stern in Steele durch Verleihung der goldenen Ehren nadel und Ueberreichung des Ehrenbrfefes der D. T. auszeichnete. ——-4— Kurt Pinczower. Sport im RjF. Traininistage der Ji»-Jits»-8r»vv«. Berlin. Samvsmannschaft: jeden Montag ab 8,80 Uhr. — tzortgeschrtttene: jeden MiAwoch ab 8.30 Ubr. — Anfänger: leben Donnerstag ab 5.80 Ubr. — Tratningsräuine: Schöncberg. Hohenstaufenftrake 31, Kcllerlokal. — Gäste willkommen! Kameraden, besucht unser Training! interessante Barkämpfe bei „Maecabi" i« .Saalba» siebt das Programm des 7. Mai 1929 vor. Das gute Auftreten der »Maccabäer" dürfte noch allen Borsvortinteresfenten auS de» internationalen Kämpfen gegen Schweden tm Gedächtnis fein. Dieses Mal werden die Maccabt-Borer sich gegen gute Berliner Klasse versuchen. Man darf erwarten, daß guter Sport geboten werden wirb. U. a. will der ehrgeizige Kämpfer Äuchbaum zeigen, dab mit tdm noch zu rechnen ist. In einem Revanchetresse», aus de» Meisterschastskampfen. will er dies am 7. Mat 192« im Saalba« gegen -sägltviPostsportveretn unter Beweis stellen. Die lokale» Einladungskämvf« werde» durch den Kampf zweier jugendlicher »Maccabaer. die sich beide für die Endrunde des FrübiahrSturnierS des Brandenburgischen BorverbandeS aualifiztert haben: Koruhäufer II und Burger eingeleitet werben. Interessant dürfte der Makftab lein, den man gegen Ball und Balsam anlegen kann, nachdem Balsam am 7. Mai gegen Robde/Teutonta anzutretcn hat, der von Ball knapp geschlagen wurde. Der Barverkauf hat bereits in de» bekannte» -stelle» und Trainingshallen sowie unter Hansa 5288 eingesetzt. Preise der Plätze Mk. 0,S0 bi» .