Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 17 (26.4.1929)
- Date
- 1929-04-26
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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erscheinen lieft. Hier wurde dem Nationalheros unserer Republikhasser keiner, aber auch keiner der Anwürfe erspart, die sie tagtäglich gegen die neue demokratische Staatsform schleudern: Dem Fürsten B i s m a r ck gebührt das Verdienst, die Juden und ihre Genossen zur herrschenden Clique in Deutschland erhoben zu haben . . . Die Protektion der Juden im Deutschen Reiche ist eines der schwärzesten Merkmale des gloriosen Reiches Bismarcks und seine Folge die Verarmung des arbeitenden Volks, die Demoralisierung aller Kreise der Gesellschaft . . . Der Fürst Bismarck ist dem Einfluß des Judentums unterlegen. Juden und Iudengenosien bilden seine Gesellschaft, sie sind sein täglicher Umgang und seine politischen ^Berater. Und da damals schon der Antisemitismus ein Wahnsinn war,' aber Methode hatte, warf sehr bald ein Vorläufer unserer Iudenriecher,. Karl Paasch, in seiner .^roschüre die Frage auf: I Sollte es möglich sein, daft B i's m a r ck e i n g e h e i- I mer Jude ist, daft der in ihm wuchernde Keim des i Talmud die kernige deutsche Natur überwuchert hat? Er erhielt zu einer Zeit, da . die preußische Funker partei von den Antisemiten als die »Kohnservativen" verhöhnt wurde, die Antwort, in einer Schrift Balders »Die Wahrheit über Bismarck", die als erwiesen annahm, daft »Bismarck ein Abkömmling von Juden und Krämern" sei!!! Was also Fudenrepublik? Das Hohenzollernreich war ein Fudenstaat, die kaiserliche Re gierung eine Fudenregierung. Bismarck selbst ein Fudenknecht, ja, ein Fudenstämmling — die politischen Vorfahren unserer »Völkischen" haben es Hunderte von Malen in die Welt trompetet. Solche historische Erinnerung scheint sehr geeignet, auch den politisch Leichtgläubigen nachdenklich zu stimmen. Denn nur eins von zwei Dingen ist möglich. Entweder trifft zu. was die »Völkischen" der siebziger Jahre über die Verjudung Bismarcks und seines Systems verkündeten dann ist das Geschimpfe ihrer Rachtrotter auf die »Fudenrepublik" gegenstandslos. Oder die gegen Bismarck geschleuderten antisemitischen Schmähungen waren eitel Schwindel — dann wird es sich, da Schwindler Schwindler bleiben, wohl nicht anders mit den Schmähungen der »Fudenrepublik" verhalten. Geschichte des Frontbundes in Kucheffen-Waldeck, Ostwestfalen und Südhanuover Piiiigslen 1821, gelegentlich der Tagung der neutralen jüdischen Iugendvereine, wurde auf Anregung der Kameraden Arnold Stein- Berlin und Robb. Dr.K lein - Düsseldorf eine Lrtsgruppe des RjF. in Kassel gegründet. Zu jener Zeit bestanden in Deutschland knapp 30 Ortsgruppen des RjF. Die Kameraden ■ Louis Engelbert-Kassel und Reg. Rat a. D. Dr. Stern, welcher bereits der Breslauer Ortsgruppe angehört hatte, und wieder nach Kassel gezogen war, beriefen am 28. August 1921 eine Versammlung der jüdischen Frontsoldaten ein. - In dieser Versammlung wurde die Lrtsgruppe Kassel des RjF. gegründet. Tie Kasseler Gruppe wuchs rasch, und hatte bereits in einigen Wochen die stattliche Zahl von 170 Mitgliedern. Tie Arbeiten der Lrtsgruppe fanden bei allen >üdifchen Organisationen bald Anerkennung, besonders, da die Ortsgruppe ggte Beziehungen zu dem Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens als auch zu der Zionistischen Vereinigung zu unterhalten verstand. Während der Reichs- und Landtagswahlen bediente sich besonders der C.-V. uisserer Mitarbeit, und die gemeinsame Arbeit beider Organisationen hat viel dazu beigetragen, in dem ehemalig stark antisemitisch verseuchten KurhSslen die völkisch-e Bewegung z urück zud ränge n. . Während der zu Pogromen aufreizenden Zeit im Herbst 1923 verstand es der von der Ortsgruppe aufgestellte Selbstschutz unter der energischen Führung des Kam. Frankenthal sich Achtung bei unseren Gegnern zu verschaffen und Anerkennung bei unseren Freunden zu gewinnen. In einer Vorstandssitzung der Kasseler Ortsgruppe im Dezember 1923 wurde beschlossen, auch auf dem Lande Ortsgruppen zu gründen. Der damalige 1. Schriftführer der Ortsgruppe Kassel, Kam. Max Wertheim-Kassel, wurde mit dieser Aufgabe betraut. Mit seiner wohl allen Kameraden bekannten Energie und Arbeitssreudigkeit ging Kam. Wertheim an diese Aufgabe heran. Am 17. Februar 1924 wurde nach Bad Wildungen eine Versammlung der jüdischen Frontsoldaten der näheren Umgebung Wildungens einberufen, und in dieser Versammlung die Ortsgruppen Bad Wildungen. Zwesten, Fritzlar und Corbach gegründet. In schneller Folge kamen nun die Gründungen verschiedener Ortsgruppen zustande, welche in einem Bezirksverband „Kurhessen-Waldeck" zusammengefaßt wurden. Vorsitzender des Bezirksverbandes würde Kam. Max Wert- Heim-Kassel. Im März 1924 wurden die Vertreter der Ortsgruppen der Provinz Hessen-NassaS zu einer Sitzung nach Frankfurt zusammenberufen. um den Landesverband Südwestdeutschland zu gründen, welchem der Bezirksverband Kurhessen-Waldeck angefchlossen werden sollte. Schon auf dieser Tagung erklärte Kam. Wertheim-Kassel, daß der Bezirksverband Kurhessen-Waldeck ein selbständiger Landesverband zu werden wünscht.! Die erste Hauptversammlung des Bezirksverbandes Kur-! hessen-Waldeck fand am 24. 8. 24 in Kassel statt, und es waren { darauf bereits 25 Ortsgruppen vertreten. Die Versammlung. ‘ 140 beantragte einstimmig, den Bezirksverband in einen Landes verband umzuwandeln. Dieser Antrag wurde auf der Bundes Hauptversammlung am 22. 9. 24 in Berlin angenommen. Anläßlich der Jahreshauptversammlung des neuen Landes oerbandes am 15. 2. 25 fand! eine Besprechung mit den Vorsitzenden der angrenzenden Landesverbände statt, und es wurde dem Landesverband Kurhessen-Waldeck noch Südhannover mit Göttingen und Ostwestfalen zugeteilt. Am 27. 6. 26 wurde, zur besseren Durchorganisation Westfalens, der Bezirksverband Ostwestfalen mit dem Vorort Soest gegründet und zum Vorsitzenden dieses Bezirksverbandes Ostwestfalen wurde Kam. Löwenstein-Soest gewählt. Diese Gründung des Bezirksverbandes hat sich als günstig erwiesen, denn Kam. Löwenstein ist es gelungen, eine ganze Reihe neuer Ortsgruppen in Westfalen ins Leben zu rufen. Der Landesverband Kurhessen-Waldeck mit Ostwestfalen und Slldhannover umfaßt jetzt 44 Ortsgruppen an folgenden Orten: Bebra, Beverungen, Bielefeld, Bigge/Llsberg. Borken, Brilon. Corbach. Einbeck, Felsberg/Genfungen, Frankenberg a. d. Eder, Fritzlär, Fulda, Gersfeld, Göttingen, Grebenstein, Guxhagen, Hersfeld. Hoof, Hünfeld, Jesberg, Kassel, Kirchhain, Lippstadt, Reheim/Hüsten, Neukirchen, Neustadt, Niederaula. Oberaula, Paderborn, Rhina, Richelsdorf, Rotenburg a. d. Fulda, Schenklengsfeld. Schmallenberg, Schweinsberg, Soest, Sontra. Spangenberg, Treysa, Marburg, Wildungen. Witzenhausen, Wolfhagen, Zimmersroda. Es wird innerhalb der Ortsgruppen rege und sehr gut gearbeitet. Unsere Landesverbandssitzungen find von allen unseren Ortsgruppen besucht. Ueberall zeigt sich der gute Wille, den Ideen unseres Bundes mit Zweckentsprechenden Mitteln nach Kräften zu dienen. I.. Onzelbert. Ludendorff nennt Ford einen „künstlichen Juden" Unter der Ueberschrist »Ein prominenter Palästinabruder" schreibt Ludendorffs »Wochenschau": „Henri Ford hat nun seinem Kotau vor dem Judentum die »künstliche Beschneidung" folgen lassen. Nach einer Mitteilung der »Wiener Freimaurer-Zeitung" 1928. Nr. 11/12, ist er nämlich Mitglied der »Palästina"- Loge in Detroit, die mit ihren 4000 »künstlichen Juden" als die größte Loge der Welt gilt." Der Feiertage wegen erscheint dl« vorliegend« Pmnmer früher. Ein Teil der Ortsgruppenbericht« muß«, infelgedessen auf den nächsten Schild verschoben werden.