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Der Schild · 1929-04-19 · 16 (19.4.1929) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
8 (1929)
Issue
16 (19.4.1929)
Date
1929-04-19
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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;u schütze», die Kameradschaft zu pflegen und an dein Erstarken des deutschen Judentums mitzuarbeiten, zu erfüllen? Man kann diese Frage mit freiem Stolze bejahen. Maie hat uns oft gesagt, Berlin ist nicht das Reich, aber Berlin ist das Herz des Reiches und die Lrtsgruppe Berlin ist das Herz des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten. Und dieses Herz hat immer treu für den Reichsbund geschlagen. Wenn der Schlag einmal etwas stürmisch war, so kam auch dies daher, daß es die Liebe zum Bunde höher schlagen lieh. Bundesarbeit habe man geleistet und damit Arbeit am denljchen Iuoenlum. Aus dcr Uttum entschiedenen Gentcinschatr, die vor lu Fahren, unter dein Vorsitz des Kameraden Tr. Jacob die Lrtsgruppe gründete, sind 4000 Kameraden geworden, und der Geijl der Lrtsgruppe gewährleistet ein weiteres Wachstum, nicht nur weil die Kameraden, welche unter der Führung des unermüdlichen, immer von neuen Ideen erfüllten Kameraden Tr. London den Borstand der Ortsgruppe bilden, in vorbildlicher.Arbeit und Schaffensfreude für die Lrtsgruppe wirken, sondern vor allem die Tatsache, daß ein großer Teil der Kameraden der Lrtsgruppe Berlin sich für den Bund einsetzen. Es ist der jüdische Geist, der im November 1923 eine große Anzahl von Kameraden veranlaßte, Leib und Leben einzusetzen. Auch wenn man rückschauend der Ansicht ist, daß man damals vorsichtiger, klüger und diplomatischer hätte Vorgehen können, so blieb doch der Eindruck bestehen, daß die damalige Haltung der Kameraden die Begeisterung für den Bund erweckte und das Bewußtsein gab, nicht nutzlos zu fein. Tiefen Geist dler Kameradschaft, oder deutsch gesagt, der Brüderlichkeit hat die Lrtsgruppe bewiesen, und im Gegensatz zu vielen Organisa tionen, in -welchen innerjüdische Gegensätze mit Schärfe und Haß ausgetragen werden, ist in der Lrtsgruppe Berlin des RjF. jeder jüdische Frontkamerad als unser lieber Bruder betrachtet worden, welcher Richtung er sich auch zuzählte. Wir haben die Ueberzeugüng. über den Bund hinaus in dieser Richtung gearbeitet zu haben, denn jeder von uns nahm aus der Betätigung im Frontbund ein Stück von diesem brüderlichen Geist ins Leben mit. ' In politischer Richtung haben wir stets unsere Neutralität bewahrt, ohne deshalb politische Neutralität mit politischer Gleichgültigkeit zu verwechseln. Alle politischen Wahlen haben uns auf dem Kampfplatz gesehen, aber wir haben uns immer von Parteipolitik ferngehalten und unsere Neutralität bewahrt, welche ihre selbstverständliche Grenze, in dem Gehorsam gegen über dem Staat und der Verfassung fand. Mit besonderem Tanke gedenken wir heute des schönen und engen Iusammenarbeitens der Lrtsgruppe mit der Bundesleirung. und den Kameraden in ihr. welche mit Klugheit und Verständnis das Band zwischen Bundesleitung und Lrtsgruppe festigen und Mißhelligkeiten stets auszuräumen verstanden. Tie Gegenwart scheint schlecht gewählt für Freudenfeste, schwarz liegt der Himmel über unserem deutschen Vaterlande, schwarz auch über der deutschen Iudenheit, welche bedrängt ist vom Antisemitismus, der immer frecher sein Haupt erhebt. Trotz alledem feiern wir heute ein Fest der Freude, weil uns das Ergebnis der letzten 10 Jahre Vertrauen in die Zunkunft gibt und hoffen läßt, daß es sich wieder besiern wird. Wir wollen hoffen und daran Mitarbeiten, daß wir nach weiteren 10 Jahren das find, was zu sein wir uns bisher geweigert haben, nücklich ein Kriegerverein, und daß.wir aushören werden ein Kämpserbund zu sein, denn wir hoffen, daß wir dann in einer freien deutschen Republik leben werden, frei von äußeren Fesseln, frei von innerer Zwietracht, frei von Rassenhaß und Massenhaß. und nUr aufgebaut auf Einigkeit und Recht und Freiheit. Wir wällen an diesem Ziele Mitarbeiten und das heutige Fest leiern mit den Goetheschen Worten: Zwischen dem Alten, zwischen dem Neuen Heut uns zu freuen, schenk' uns das Glück Und das Vergessen heißt, mit Vertrauen Vorwärts zu schauen, schauend zurück. Im Anschluß an die Festrede des Kameraden Tr. E l k e l e s übermittelte Kamerad G r ii n p e t e r die Grüße der Bundesleitung. Kamerad Herrn st adt sprach für den ^Bezirk Nord: Im Namen des Bezirkes Nord Lege ich an diesem Lrt Ter Lrtsgruppe mit vielen Grüßen Tie Treue aufs neue hier zu Füßen . Und wünsche für die Zukunft nur. Taß von den Antis keine Spur. Doch wenn es wagen sollte einer Zu rütteln an des Juden Ehr', Tann fehlt von Nord ganz sicher keiner. Ter nicht gibt sein Leben her. Kameraden, schließt Euch eng zusammen. Gebt Alle nicht Interesie bloß. Denn wenn die Welt mal steht in Flammen. Dann ist der Frontbund stark und groß. 132 Kamerad Herrnstadt fuhr . in Prosa fort, daß d> Wohl und Wehe der der Ortsgruppe dem Bezirk Nor ganz besonders am Herzen liege. Alles was tm Bezirk Nor gearbeitet, gewirkt und geschafft werde, ist von dem einen G danken beseelt, den Frontbund stark und mächtig zu mache Die Ortsgruppe Berlin muß eine undurchdringliche Mauer gege über den Angriffen auf das Judentum bilden. Wenn er in d vorherigen Ausführungen im Namen seines Bezirkes aufs ne. die Treue geschworen habe, so geschah dies aus vollstem Herz» und aus vollster Ueberzeuguna. Er dankt ferner den Vorstandsmitgliedern der Ortsgrup, Berlin für die bisherige treu geleistete Arbeit. Er wünscht, da so lange noch ein ehemaliger jüdischer Kriegsteilnehmer ai Leben fei, der Frontbund besteherz möge. Er schließt mit de-, Worten: In Treue fest, in Kameradschaft stark. Das gibt dem Bunde Kraft und Mark. Nach den Worten des Kameraden Herrn st adt nimm Kamerad Salomonis im Namen der übrigen Bezirke da Wort: Er übermittelt die besten Grüße aller. Kameraden, aus Ai. laß des 10jährigen Jubiläums. In den Schützengräben Frankreichs und Rußlands habt man zum ersten Male das hehre, Gefühl der Kameradschaft kei nen gelernt. So mancher Kanterad, den man lieb gewönne, habe, sei im Felde geblieben und ruhe in fremder Erde. Wi die wir das Glück hatten, die Heimat wiederzusehen, müßte, uns zum engen Zusammenschluß zusammenfindrn. t Jeder jüdische Frontkämpfer habe es mit Freude begrüß: als im Jahre 1919 der RjF. gegründet wurde. In Anbetrachi der Angriffe unserer Gegner erwacht in uns die unbedingte Pflicht, in unseren Reihen alles zusammenzuhalten. Wir dürfe:- uns nur von dem kameradschaftlichen Gefühle leiten lasten. Die deutsche Iudenheit muh zur Abwehr aller Angriffe eine Mauer bilden, an der unsere Gegner zerschellen. Indem er noch einmal im Namen der übrigen Bezirke das Treuegelöbnis der Mitglieder bestätigt, schließt er mit den Worten: t Solang der Frontbund kämpft für Ehr und Recht. Solang wird nie ein Iud' ein feiger Knecht. Hiernach ergreift Kamerad Tr. Jacob das Wort, um für die goldene Nadel, die einzige Auszeichnung, die der Bund zu geben hat, seinen herzlichsten Dank auszusprechen. Er verspricht, nach bisheriger Weise seine ganze Kraft dem Bunde zur Ver fügung zu stellen. Er gedenkt auch derer, die mit ihm an der Gründung der Ortsgruppe beteiligt waren. Namen wolle er nicht nennen, um niemanden zu vergessen. Er gedenkt auch der heutigen Führer u-nd hofft, daß sie noch lange der Orts gruppe und dem Bunde Führer seien. Tie Reden wurden geschlossen durch den Kameraden i ftopp«, der in launiger Weise der Frauen unseres Bundes gedachte. Zum Schluß wurde eine Bierzeitung zur Verlesung ge bracht. Soweit es Prosa war, wurde es von den Verfassern selbst verlesen, soweit es Lieder waren wurden sie gemeinsam gesungen. , / Vorträge zur Bierzeitung wurdesi geliefert von: Frau Lotte Weis, von den Kameraden Koppe, Lands beiger, Mendelsohn und Sächs. Ten Schluß der Bierzeitung bildete ein Frontbundbilderbogen, der von Herrn stud. ing. A. Schacher, Sohn des Kameraden Schacher, gezeichnet und mit launigen Versen versehen wurde. Allen Mitwirkenden an der Bierzeitung wird auf diesem Wege noch einmal der herzlichste Dank ausgesprochen. Die Musik hielt die Teilnehmer noch lange zusammen. Das Fest kann als gut gelungen bezeichnet werden, und trug viel dazu bei, den kameradschaftlichen Zusammenhang zu fördern, was für die weitere Arbeit hoffentlich recht förderlich fein wird. §. l. Französisch« jüdisch« Frontsoldat«» n«hmrn an der Kranzniederlegung vor dem Grab« des unbekannten Soldaten ln London teil. Eine Abordnung der jüdischen Mitglieder des französischen Verbandes ehemaliger Frontsoldaten „La Flamme", der 550 Vereine früherer französischer Soldaten umfaßt, wohnte am 31. März einem Sondergottesdienst in der Bayswater Synagogue zu London bei. Der jüdische Senior-Feldgeistliche Rabbiner M- Golloo hielt eine Predigt in französischer Sprache. Das jüdische Detachement, in besten Mitte viele Kriegsverletzte waren, traf mit Fahnen und dem Davidschild in der Synagoge ein. Später ryohnte die Abordnung der Feier der Niederlegung eine» Kranzes auf dewj Grabe des unbekannten Soldaten in London als Teil der Delegation von „La Flamme" bei.

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