Mannheim
Compact Memory

Der Schild · 1929-03-15 · 11 (15.3.1929) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
8 (1929)
Issue
11 (15.3.1929)
Date
1929-03-15
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/4911661-5448526-5449079--2106-4913528
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Helm» und in Stahlhelmuniform vor Gericht erscheinend. Vom Schöffengericht Stargard am 22. Woi 1826 zu vier Monaten Ge- - fängni» verurteilt. 3. Gerolzhofrn bei Schweinsurt, 29. August 1927. Umwersen von 5 Grabsteinen. Beschmierung der Leichenhalle mit Hakenkreuzen, Haupttäter Berthold Eckert. Zwei Monate Gefängnis vom Jugendgericht Gerolzhofen am 18. Januar 1928, Der angestiftete Otto Estenfelder erhält vier Wochen Gefängnis. Eckert gibt vor Gericht an, durch Besuch völkischer Bersaimnlungen zu der Tat verhetzt worden zu sein. Er ist Nationalsozialist und verteilt« auf dem Bahnhof in Würzburg völkische Zeitungen, wie „Stürmer" und .Flamme". Herr Goebbels nennt mich hypothetisch einen dreisten Lügner. Ich erlaub« mir ihn ebenfalls hypothetisch einen frechen -Patron zu nennen, wenn er für seine Andeutung, Juden könnten an irgendeiner Friedhofsschändung beteiligt sein, nicht wenigstens einen Wahrscheinlichkeitsbeweis antritt." Tie Düsseldorfer SyuageHenschönder vor Gericht. Wie erinnerlich, wurde in der Nacht zum 11. August 1928 Petfasfungstag), die Düsseldorfer Synagoge durch Pudenhände mit übergroßen Hakenkreuzen und der Inschrift »Juda verrecke" in roter Mennigfarb« besudelt. — Tie gleichen Täter hatten vor dem in unmittelbarer Nähe der Synagoge befindlichen Hohen- .'.ollerngymnasium den Bürgersteig mit der Inschrift »Nieder mit der Judenverfassung" verunziert. Tie Tat, die in den weitesten Kreisen der Bevölkerung seinerzeit hellste Empörung ansgelöst hatte, fand am 28. Februar vor dem Düsseldorfer Schöffengericht ihre Sühne. Angeklagt war der kaufmännisch« Angestellte Emil Brahler. Mitglied der Nationalsozialistischen Arbeiter-Partei für Deutschland, wegen Sachbeschüdigu/ig an religiösen Gütern und Vergehens gegen das Republikschutzgesetz. i Ter Angeklagte, der irgendwelchen Zusammenhang mit der Tat leugnete, wurde insbesondere durch Fingerabdrücke, welche die Kriminalpolizei an zwei in der Nähe des Tatortes gefundenen Farbtöpfen identifiziert halte, überführt. Als weitere Schulümomente wurden in der 4stündigen Hauptvärhandlung Aussagen seiner eigenen Gesinnungsgenossen festgeftellt, die erklärten, ihn nicht belasten zu wollen. Ter Anklagevertreter. Staatsanwaltschaftsrat Tr. Neugebauer, geißelte in fernem großangelegten Plädoyer die Gesinnung und die Tat der >Angeklagten als eine dem Kulturftande des deutschen Volkes unwürdige Handlung, als eine schwere Beleidigung der deutschen Iudenschast, die ein gleichberechtigtes Mitglied des deutschen Volkes sei, und begründete seinen Strafantrag von 8 MonateN Gesang nis damit, daß nur exemplarische Strafen die politischen Leidenschaften einer verirrten Jugend wieder in geregelte Bahnen führen und sie dem Einfluß der leidSr nicht zu fassenden dunklen Hintermänner entziehen könne. Da» Gericht verurteilt« Braßler zu einer Gesamtstrafe »an 8 Mvaalen Gefängnis. Das Urteil, ebenso wie der Verlauf der Handlung machten auf die zahlreichen anwesenden Gesinnungsgenossen des Angeklagten sichtlichen Eindruck und bestätigten die Richtigkeit der an dieser Stelle wiederholt betonten Auffassung, daß dem bübischen Treiben der nationalsozialistischen Arbeiterpartei mit milden Strafen nicht Einhalt geboten werden kann. > Man wird, den Tüsseldorfer Behörden Tank wissen, daß sie endlich einmal energisch durchgegriffen haben.! i » Völkische »Erneuerer". Vor dem Essener Landgericht hatte sich in der Berufungsinstanz der ehemalige Herausgeber des »Freien Wortes", eines völkischen Skandalblüttchens in Essen, Arthur Kirchner, wegen Wechselfälschung, Erpressung und Betrugs mit zwei seiner Angestellten zu verantworten. Tie Verhandlung ergab dasselbe Bild wie die in der ersten Instanz im Dezember 1928. Kirchner ist im allgemeinen geständig. Ter Staatsanwalt beantragte 3 Jahre Zuchthaus und 8 Jahre Ehrverlust. Das Gericht erkannte auf die gleiche Strafe wie in der ersten Instanz: 8 Jahre 1 Monat Gefängnis, sprach aher dein Angeklagten auf 3 Jahre die Ehrenrechte ab. Kirchner nähm das Urteil an. Bei den beiden übrigen Angeklagten blieb es ebensalls bei dem Urteil der ersten Instanz: Freisprechung für Brumm und 9 Monate Gefängnis für Mohrmann. « An dir Brief au de« «Schild Da» Turn- und Spvrt-Abzeichen. Redaktion des »Schild" Berlin Gelegentlich berichtet eine Ortsgruppe, daß eins ih rer Mitglieder oder deren Kinder das Deutsche Turn- und Sport- Abzeichen erworben haben. Bestatten Sie mir dazu einige kurze Bemerkungen: als Sportarzt und aktiver Sport- bzw. Leichtathlet weiß ich. wie 15. hoch heute doch noch da» Sportabzeichen gewertet wird und nrie jeder Träger desselben fauch' da» weiß ich au» persönlicher Trfahrung) Respekt etnslößt. Deshalb trete ich sehr dafür eia, daß sich möglichst viele Juden um da» Abzeichen bewerben müssen; denn ich halte e» für eine sehr wichtige Waffe im Kamps gegen den Antisemitismus — genau wie vor dem Kriege schneidiges Fechten der Studenten — und für viel eindrucksvoller als lange Diskussionen und Abhandlungen über den Antisemitismus. Ten Jugendlichen und Jüngeren unter uns werden die Uebu, gen nicht allzu viel Rühe machen, und diejenigen, die das Ziel ::idit erreichen, werden durch das auf die. einzelnen Uebungen rer wendete Training großen körperlichen und gesundheitlichen Nutzen haben. Ich möchte anregen, daß zur Anspornung für viele eine Veröffentlichung im »Schild" (besondere Rubrik) der erworbenen Abzeichen bzw. der Namen ihrer Erwerber eingerichtet wird und vielleicht auch in einer der nächsten Nummern ein kurzer Weroe- Aufsatz über die Bedingungen der einzelnen Leistungen usw. erscheint. Ferner wäre es zu begrüßen, wenn die Turnvereine im RjF. ihre Mitglieder recht intensiv zur Leichtäthletik (der ich einen außerordentlich großen Wert für den Körper beimesse) mit dem Ziele der Erwerbung de« Deutschen Turn- und Sportab- ,Zeichen» anhielten. Kam. Dr. Ernst Schlesinger, Köln perpmalia Am 17. d. Mts. beacht die Firma Leovold Halberstadt. Inhaber: Kam. Isidor Halberstadt, gearüudet 187«. Frankturt a. Main, tbr SOiäbrige» GeschäftStnblläum. Hindenburg übernimmt di« Ehrenpatenschaft für ein Kind de» Altonaer Oberrabbiner». Reichspräsident von Hindenburg hat die Ehrenpaten schaft für die Tochter Sarah des Herrn Oberrabbiners Dr. Joseph Carlebach übernommen. Es ist dies das neunte Kind des Ober rabbiners. AuS deu Landesverbänden und Ortsgruppen LaubeS^rdau» Budev-Asul». _ _ ___ ___ __ soweit die Ausgestaltung brr Organisation in Frag« kommt. Es wurde beschlossen, datz in moaalltchen Intervallen im »Schild" über die Tätigkeit des Landesverbandes vom Landes verband Soorsinen den ein kurier Bericht verösseuiltcht werden soll »nd dak autzerdem uMere Ortsgruppe» über Berkammlunae» im .Schild" berichte» sollen. Die Durchführung dieses Beschlusses beginn» mit der vorsreheoden BerSsirntlichung. Betr. der «efollenenftatifttk sollen »nregungeu wegen der weiteren Veröffentlichung sofort von deu Orts gruvren angesordert werden. Des writerea werde« di« OrtSgruvprn veranlaht. das 10jährige Bestehen deS Bundes würdig'»» bc- Btftn. 7 neue Ortsgruppen sollen iuaerbalb der nächsten S Monate gegründet werden. Tie benachbarten Ort sä rappe» find mit der Durchführung der Vorarbeiten bereits beauftragt worden. Ander dem ist den Ortsgruppen zur Ausgabe gemacht worden, di« Kameraden. ow iB Umkreis ihrer Ortsgruppen wohne», restlos zu erlassen. Wahrend der vergaugenen « Woche» bat der LaudeSver baudsoorfigende Dr. Gövl mit verschiedenen Ortsgruppen wegcn der Durchfuhr»«» der obige» Beschlüsse verhaabelt. De« wetteren find für unsere Siedlungsbewegnug bei den verschiedensten Versönlcchkeiten Mauubeims und Karlsruhes Beziebungen angeknüpil worben. Ueber das Kortschreiten der Siedln» ^side« tu unserem Landesverband wird io einer nächsten Berösseutlichuug auSsübrlich berichtet. Kam. Dr. S 0 v l. einiger Zeit statt. Schon ___ .... banbStagung _ so mutz in erster Linie der arbeite« und dt« glänzend« Tank ausgesprochen werden. fand tu Bruchsal die LaodeSverenn hier über dieselbe berichtet wird, rtsgruvv« Bruchsal für die viele» Bor- Durchführung der Tagung > de» »erzlichsi« Die Kameraden de» bomtgen Bornauoes oaoeu oewieien. mit welcher Liebe sie am RjSl Älnge«. »nd wie ste ihr« ganze «erfönltchkeit eiusetzen. wenn eS gM für-, den RjF. etwas durchzuführen. Ohne die andere» Kameraden, bi« mitgearbeitet haben, btntanzuseben. mutz doch ein »««, besondere« Lob und besonder» herzlicher Dank den beide» Borntzeude«. Kameraden Hilb unb Schlotzberger, gezollt werden. Al» Anstatt war etu KameradschaftSabeud aufgezogen worden, ein gemütliche« Beisammensein, da« so recht zeigen sollte, datz der RjF. für di« ihm äugeschlossenen Kameraden «lue grotz« Familie ist. Dies« Idee der treue» Kameradlchast. die im Feld erlebt und jetzt «etter gepflegt wird, staub auch al« Sedankeugaug tm Mittelpunkt der Aufprache die der LaudcSverbaubrvorfitzende Tr. Gdtzl-Mannbeim tm L«»»e diese» AbeudS Uclü ^ur in treuem kameradschastliche« Zusammeubälteu. tu dem alle und aller wr de» ettzzelue» kSnne RiS. da» gesteckte Ziel erreiche». An diese» «eud bat der RiF. die Houorattoeeu der Gemeind« einaelade». Tf denstea Seiten wurde der »j». beglückwünscht »nd e» der Nacht als mau anSeinanderglng. t. ilrbebend war am nächsten Morgen dt« andachtsvolle Feier de» «denken» der aesallene» Kamera de» in der » ttef empsundenen Worte o» verschte« war spät in Worte» verstand e» Herr ruchfattr ßöämaogt- XTt WAPPIfff VT. 94

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.