Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 6/7 (8.2.1929)
- Date
- 1929-02-08
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Die „Volksgcitunä" ~*cfln'!3 brachte folgenden Bericht über die Deifkinalsiveihe für die Gefallenen der Ortsgruppe 2iegnitz des Reiäisbuiides jlibifchcr Zrontsoldaten: „Bär ',trc|i Zahreiil tauchte der Gedanke auf. auch seitens der Eiegnitzer Ortsgruppe des Reichsbundes jüdischer Zrontsoldaten eine» Denkstein rur Dip gefallenen Kameraden errichten. Der Plan itt sofort von allxn Leiten begeistert anigegrifsen und mit ttijcr verfolgt! worden., 'Nach vorangegangcncr Zahnenweihe ain Zreitag konnte uu» am Lonnlag vormittag auf dem allen jii bischen Friedhof untct zahlreicher Beteiligung der staatlichen und städtischen Behörden. der :>leichsivel>r. der Kameradenver eine, der GemleinSe uns des Vublikums die feierliche Enthüllung des Denksteines fialtiil'den. Auch die evangelisäie und katko lifche Geistlichkeit!)iut<it Vertreter entsandt. linier dcri Lkabiukiung von 'Dbermusikiuxisier Winkler into nierie das Musikkorps des 2. Bataillons des ZnfanlerieRegi menis -- -ur j lrinleiiuiig des Veiheprograimns einen Trauer marsch.' Herr! Mar B u u m a a r I. der l. Vorsitzende der irica iäir,cr 'Drisgruvpe des ^eichsdundes jüdischer Frontsoldaten, kielt uinv.chst eine hurie Aijsprache. in der er betonte, dag schon in irnkeiien Seiten aus Dpnkbarkeil und Anerkennung Denkmäler geletzt ivordeij sind. Samens der Drisgruppe fvracil er aüeil Anwefenben Ifcn Daü.li Uir ihr Erichen'.en alis. Daraus folgte Veiberebcl die von. Die Denkmalsweihe in Pegnitz Rabbiner Tr. Peritz geholten ivurl^e. Die srhrulig in Lrein bedeute ein Andenken i1i;r lange Zeit. Der Ltein erinnere nicht an einzelne, die im Weltkriege gefallen iin$. sondern an nllfCi’K'r desselben. Die Wunoen. Sie »tan in >chn fahren lei>on verdarbt geglaubt habe, brachen wieder aus. Wie ivertvoll find uns die Geiallenen ge .vei'en. und ii'je ivertvöll hatten sie der Menschheit ivohl.noch sein können? D e r 2 je i n iv e r d c i m m er erinnern a » d a s i( u t di t tun c. schrecklich e. ö a s der Vellkrie g a n sali e n g!e b rächt tiat: er werbe uns auch erinnern daran, vi-, es der B.tzkerhatz lgeivefen ist. den'man k i> n s: I i ch ge 'chnri Kai. ujm Sie Vl'Iker gegeneinander gi hetze!' Das ist! der unbegründete Hatz! Ten:> d:e V.^ier h a sj t e »,■ s i ch von R a ui; a u s n i ch l. Das erzählen aeiondersrdiejemüten. die in Feindesland als Lie ger oder auch als .Uriligsgelangene gestanden haben und auch beim 'remden Volke a uji'G u I e li n d 2 i e b e g e st o tz e n s i n d. Der unbegr./fde:e Hatzi der sei es ja. der aus der Vielt alles Unheil hervorbringr. '»ihn sucht eiivas Hanenswerles am andern und findet mag es nicht, dann ivird etwa» e r f u n d e n. Das ist der Hatz, dtzr die Uisiat des einzelnen gleich stets der Allge lnei'.iheit in ckie Lckuhe lfchiebt. Das ist der Klassenhatz, das ist der Rassenhatz! Venn! dieser Hatz, aufhören könnte, lvlirdeu wir glueitlicher!sein. Meinungsverschiedenheiten wird es immer geben, man ivird auch ständig die ieindliche Aleinung bekämp i>'n. aber man lsoll sich hierbei keiner unlauter e n Ai i t ’■ c I fa c J i_e ü e 11. Alatz soll die feindliche Meinung nicht be lianipien init H a tz. Vir sollen für unsere Aleinung eintreten. aber auch darauf'halteii. datz der Frieden dadurch nicht gestört n'ird. Vir müssen unlcrc Kind e r bei der Erziehung not je» ein H a tz g e suhl b e h Ü t e 11, dgs doch unbegriindet iii. Der:iiabbiner katzi dann aus die Vökkerbundidee als solche tz> sprechen. 2ie liege uns heute.nicht mehr so fern, wie man cher glauben könnte. Einrichtungen sind schon jetzt vorhanden, die daraus hiniielen. den Frieden -,u erhalten. Vleinungsver ichieöenheiten giitlich bdigulegen Ls handelt sich um Einrich tungeii. die noch, in ibtieii Ansangen sitcken. Doch die Völker bundidee werde iveiitr gedeihen/ weil sie aus gesundem Boden sprietzt. Der Ltein. der ',ur Enthüllung kommt, solle eine ernste Mahnung lein, uns nicht dem Hasse hin-ugebei). son der» Frieden u hpllen und;u eritreben. um eine -llnchlichere Zeit an’.ubäbncii iiir uns und die gaine Menschheit. Daraus iburde der Denkstein von seiner Hülle befreit. Es in ein unbehauener Nalursieinblock. aus der einen Leite mit einer Tafel mit den Namen jder gefallene» ftametaöen der hiesigen indischen Gemeinde, auf der anderen Leite mit der Vidmung: ..lül l iniv Z» dankbarer Erinnerung und kameradschaftlicher Treue den im Weltkriege gefallenen Helden der jüdischen Ge meinde geividmet von der Ortsgruppe' des Reichsverbandes jiidi lelier Zronifoldaien, imiDktober l!t2t>." Drlsgruppenvorntzeinder Baumgart führte bei der Denk malsubergabe aus: Der heutige Tag bringt uns die Erfüllung eines langgehegten Wutzsches.' Eine Ehrung der gefallenen fta meraden -u ermeglichetz. ist seit gwei Zähren uiiser sehnlichster Vunsch gewesen. Heuije stehen wir dankerfüllsen Her-ens vor dem Ziele. Das Denkitzal soll zugleich eine Stätte sein für die jenigen Hinterbliebenen. die das Grab ihrer Toten nicht Ken neu. Das Ehrenmal idile nicht nur Zeugnis oblegen von dem Heldenmut der KamerUden innerhalb der Gemeinde, sondern .fii! Drein sein -.um Andenken an alle, die Lchulter an 'Lchul 4°r ler mit ihnen gekämpft und gelitten haben. Tie Rede Klan, aus in das Gelöbnis, in friedlicher Arbeit an dem Wiederauibcw des geliebten Vaterlandes mithelfen gu wollen, die Toten hei als Vorbild für Einigkeit. Recht und Freiheit nehmend. Dam ■ »bergab er das Denkmal in die Lbhut und Pflege der Viej uitzer Lynagogengemeinde. , Ziir die Gemeinde nahm Herr Haurwitz das Denkmal i. Empfang. Zür Kinder und Kindeskinder fei der Ltein ein Alahnung gu treuester Pslichterfiillung. Dann wurden die Kränge niedergelegt. Zuerst legte de Vorsitzende des Reichsbundes jüdischer Zronlsoldaten seine .araiH, im Austrage des Bundes nieder. Er überbrachte den Dan>! des Bundes für die Denkmalsschasfung. Zn dem Bunde sind WIKIO jlivische Zrontsoldaten vereinigt. Es sei eine Zreude. datz sich dieser Veiheakt in Gegenivart der junge» Generation voll ’.iehi. '.ii der auch die junge Reichswehr rechne, die ihre Ver treter entboten hatte. Der wichtigste Dienst sei der Dienst aide» Gefallenen, die für ihr Zudenium. ihr Vaterland und ihre Zdeale gestritten habe». Richt ltiiiii ivie von gewisser Leite behauptet ivird sondern l^NNti jiiöifdie Zrontsoldatew seien iiir das Vaterland gestorben. Zhr Andenken, der Geist, der sie eniillte. sei ,-,u pflegen und aufrecht gu erhalten auch für andere Genorationen. Oberbürgermeister C h a r b o n n n i e r überbrachte einen schönen, grotzen Kräng im Namen des D'iegnitzer Dlagiftrats und der Ttadtverordnetenversammlung. Rechtsanwalt Dr. L ch e » e r vom ^Denkmalsausschutz legte den Kräng der Ortsgruppe nieder Lie äriitze ihre toten Kameraden, gleich'eitig alle diejenigen, die Lchulter an Lchulter mit ihnen gekämpft haben.' Alan siehe hier am (Krade des unbekannten Loldalen. gu dem jede Nlutter und jedes!Kind wallfahrten kann. P!it kurgen Worten griitzten dann die Vertreter der Dffigiersvereinigungen, des Krfiskrieger verbgndes. des Reichsverbandes der Kriegsteilnehmer und Krieäerhinterbliebenen. der Kriegsgräberfürsorge, der Reichswehr, der Ehemaligen Zrontsoldaten des Reichsbanners Lchwarg Rot Gold^ des Zentralvereins deutscher Ltaatsbiirger jüdischen Glau bens.i der Ortsgruppen Breslau. Waldenburg., Hirschberg und Zraustadt des Reichsbundes jüdischer Zrontsoldaten u. a. m. Rabbiner Dr. Peritz sprach dann, gegen Dsten gewendet, das hei der Erinnerung an die Dahingeqanaenen übliche Gebet Entbjötzten Hauptes wurde das Niederländische Dankgebet an aehöP und gemeinsam das Deutschlandlied gesungen. Damit .die Zeier. die um 11 Uhr begann, hur.’, nach 12 Uhr ihr erreicht. hatte Ende A. s wicktia zu beachten! tiiiiiiitiinüiiiniiiinMi Adressenänderung der Inseraienverwaltung. Unsere Inseraienverwaltung firmiert: M. Benski, Perlag und Anzeigenverwaltung. Berlin W 35. Blumes Hof 5. l