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Der Schild · 1929-02-08 · 6/7 (8.2.1929) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
8 (1929)
Issue
6/7 (8.2.1929)
Date
1929-02-08
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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digen. Während sich seit 1807 die Erwerbstätigen nur um 27 Proz. vermehrt haben, ist seitdem die Schar der Angestellten um 133 Proz. gewachsen. Unter ihnen besonders im Verhältnis die der weiblichen. Mit Recht sagt deshalb Professor Dr. Julius Hirsch: „der größte Teil der jüdischen Erwerbstätigen ist heute sicherlich in der Stellung der Unselbständigen". In der großen Armee der Angestellten marschieren die jüdischen Angestellten in gleichem Schritt mit ihren christlichen Kameraden. Leider fehlen uns genaue statistische Angaben über die heutigen Berufsoerhältniss« unter, den Judenin Deutschland. Das ausgezeichnete Buch von Eegall, das lange vor dem Kriege erschien, ist längst reraltet. Bei der Berufszählung von 1907 war der Prozentsatz der Selbständigen bei den Juden noch doppelt so groß, wie bei der Gesamtbevölkerung. Tie meisten selbständigen Juden waren im Handel beschäftigt. Selbst wenn man Hirsch recht gibt, daß noch heute mindestens die Hälfte aller Juden im Handel und im Bankwesen tätig ist, so hat sich doch dort ihre Latze völlig verschoben. Reben den selbständigen Kaufmann sii d ünzählige von Bank- und kaufmännischen Angestellten jüdischen Glaubens getreten. Diese Tendenz war schon 1907 vorhanden. Sie hat sich in ungeahntem Matze nach dem Kriege gesteigert. Die Veränderung der Wirtschaft» st ruktur ln Deutschland, die Entstehung der Riesenkonzerne, die Betätigung der öffentlichen Hand als Unternehmer.!die immer größer werdende Ausschaltung des Handels, alle diese Momente müssen auch von stärkstem Einfluß auf die wirtschaftliche Zu Kunst der jüdischen Deutschen werden. Dazu kommt noch die schwere Gefahr der Verdrängung von Juden aus vielen Groß-Unternehmungen. in denen heute weder ein jüdischer Direktor, noch eine jüdische Stenotypistin zu finden ist. Ziel des jüdischen Unternehmungsgeistes, Zweck jüdischen Strebens war es, durch die Jahrhunderte, einst auf eigenen Füßen zu stehen. Diese Aussicht wird immer mehr erschwert. Immer schwieriger wird auch der Aufstieg innerhalb der großen Unternehmungen. Riesengroß erhebt sich vor uns die bange Frage: Was foll aus unserem Nachwuchs werden? Der Schild dem Sport! Von Dr. Willy Meist. Ter Reichsbund jüdischer Frontsoldaten mußte seinen Rahmen bald weiter spannen als sein Name besagt. Richtig erkannte er, daß die heutige Zeit und die dem Bunde innewohnende Idee an den Leibesübungen nicht vorbeisehen und nicht Vorbeigehen könne. Man verspottete die Juden zu Unrecht, weil sie angeblich an der Front gefehlt Chatten. Daß doch vielleicht ein wenig mehr wirklich nicht kpsntdiensttauglich war als a) bei anderst Gemeinschaften und b)Tils Juden dennoch an der Front waren,j ist möglich. Der Hude ist noch öfters ein Gegenstand des Spättes und der Verachtung. Nicht nur wegen seiner früheren Verfehmung im Ghetto, nicht nur wegen seiner eben durch die Absthließung bewirkten Fremdheit, sondern in erster Linie wegen seiner körperlichen Unzulänglichkeit. Mit den Kleidern fiel hie Kulisse, das neue Kostüm verlangte neue Körper, wie der neue Zeitgeist eine Körperkultur verlangt. Das hat der RjF.^ bewußt oder gefühlsmäßig sehr richtig erkannt. Er hat vorsichtig aber auch weitsichtig gearbeitet und eigene Spprtgruppenl ins Leben• gerufen, wo sie ein Bedürfnis waren. Er wollte ja nicht den bestehenden Sport- und Turnvereinen „Konkurrenz" fhachen, sondern der jüdischen Minderheit dort die Möglichkeit zu „freiem Spiel der Kräfte", zu gesunder körperlicher Entwicklung und Erziehung verschaffen, wo sich diese Möglichkeit ihr sonst verschloß oder wo die Gesellschaft der Kameraden, hie Familien.Gemeinschaft des RjF. danach verlangte. So besitzt der Reichsbund setzt eine stattliche Zahl Abteilungen, die Körperkultur pflegen. Er hat mit seiner Iiu Iitsu- .Gruppe beachtenswerte sportliche Erfolge erreicht, nicht weniger beachtenswerte mit seinen Gymnastik-, Turn- und andern Abteilungen. Natürlich gilt das Hauptaugenmerk der Heranbildung der jüdischen Jugend, die von kleinauf auch ihren Körftoi. D". Carbcnbergrr, CTflrabcrg, Traten: larrgjdfcrtet «vorfitzender de» Q-V jetzt führt Sam. W.«er. DUinchen. 6ea Ca.feetocibanfe. per bilden muß, um kräftig, gesund und stark zu iperden, um bei sich und bei andern das alte Vorurteil vom kleinen, schwäch lichen Juden ein für allemal zu widerlegen. Wir sind auf dem besten Wege dazu und der RjF. trägt sein Teil dazu bei, daß das schwerste Wegstück, das erste, schnell zurückgelegt werde. Die Iugendabteilungen sind die Hauptsache, nicht weniger erfreulich ist aber die Arbeit und die Leistung, die beispielsweise die Allherrenriegen vollbringen und die mitunter geradezu imponiert. Daß der RjF. und der Schild die Notwendigkeit erkannt haben, seine Mitglieder, Männer und Frauen, Mädchen und Knaben in Körperkultur zu unterweisen, daß und sv i e sie es taten, besonnen und zielbewußt, beweist, daß der RjF. in seiner Zeit steht, sie versteht und sich ihr auch verständlich machen wird, es beweist aber auch, daß er geschickt auf weite Sicht arbeitet. Eine soziale Einrichtung des RjF. Das auf Grund der Entscheidung der zur Bundeshaugloerfammlung in Breslau im Oktober 1927 eingesetztest Versicherungskommission mit der Lebensversicherungs-Gesellschaft Phönix getätigte Abkommen-Hat sich, wie wir jetzt Überblicken können, erfreulicherweise durchaus als eine soziale Einrichtung zum Besten unserer Kameraden erwiesen. Es sind bisher von über 2üU0 Kameraden Versicherungen abgeschlossen worden: diese große Anzahl im Laufe einer Zeit von etwa % Jahren. Es ist ganz offenbar, daß ein solch schöner Erfolg nicht Hütte erzielt werden können, wenn nicht den Bersichierungsnehinern die so günstigen Bedingungen einleuchtend gewesen wären und die ihnen auf Basis unseres Abkommens sich bietenden Vorteile volle Anerkennung gefunden hätten. Hierzu ist zu sagen, daß noch nicht in allen Gebieten unserer Landesverbände die Werbearbeit durchgeführt worden ist, so daß also weitere große Erfolge ohne Zweifel zu erwarten sind. Es muß die Aufgabe aller Landesverbände und Ortsgruppen fein, die Käme-, raden auf die großen Vorzüge hinzuweisen, die ihnen durch das mit dem Phönix abgeschlossene Abkommen geboten werden; die Werbung neuer Mitglieder muß nachdrücklichst damit verbunden werden. Hervorzuheben ist hierbei, daß auch die Familienangehörigen unserer Kameraden die gleichen Vorteile genießen. Nicht unerwähnt möchten wir lassen, daß die Lebeusver sicherungs Gesellschaft Phönix bei Vergebung ihrer Vertretungen in allererster Linie die Kreise unserer Kameraden berücksichtigt und ihnen günstige Verdienstmöglichkeiten bietet. Es haben im Laufe der vergangenen Zeit bereits eine ganze Anzahl unserer Kameraden in den verschiedensten Städten die Vertretung übernommen. Es ist also bei dem Dersicherungsabkommen in jeder Hinsicht und in allererster Reihe das Interesse unserer Kameraden berücksichtigt und gewahrt worden. Jeder Kamerad, der eine Versicherung mit dem Phönix auf der Basis unseres Abkommens abschließt, dient sich selbst und dariiber hinaus auch dem Bundesganzen. Niemand etwa ist verpflichtet mit dem Phönix eine Versicherung abzuschließen. Jeder hat das Recht und jeder soll vor Abschluß einer Versicherung auch andere Angebote prüfen. Wenn wir guf die obenerwähnten bisher erzielten Erfolge Hinweisen, so darf man sagen, daß diese Prüfungen zugunsten unseres Dersicherungsabkommens ausgefallen sind. Darum können wit auch heute wieder unsere Kameraden aufsordern: Hinein in die Lebensversicherung des SYF! L. L. 46

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