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Der Schild · 1929-02-08 · 6/7 (8.2.1929) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
8 (1929)
Issue
6/7 (8.2.1929)
Date
1929-02-08
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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begehen in ruhiger, würdevoller Freude, als kameradschaftlich verbundenes Ganzes, ohne besondere Hervorhebung der vielen einzelnen, seit Anbeginn und jetzt durch besondere Leistungen und stets freudige Bereitschaft hervorragend ausgezeichneten, Kameraden. Wir dürfen uns freuen über das, was unsere Kameraden geleistet haben, über die Kraft und Stärke unseres Bundes, und wir werden in dieser Freude nicyt vergessen, datz wir unermüdlich wie bisher in kameradschaftlicher Einigkeit weiterhin zusammenftehen und gemeinsame Arbeit leisten müssen zu unserer eigenen Genugtuung, zum Dienste an der Gesamtheit des deutschen Judentums, zum Besten unseres Baterlandes. , So mögen die leitenden Kameraden unserer Landesderbände und Ortsgruppen, alle die Kameraden, die zur schönen Gestaltung unseres Bundes in hohem Idealismus mitgewirkt haben den herzlichen, kameradschaftlichen Dank empfinden in der Tatsache: Der RjF. steht fest! „Jüdische Flieger im Weltkrieg- Oberstleutnant a. D. Siegelt ist, wie berichtet, im Alter von SS Jahren gestorben. Der RjF. glauot das Andenken de» Berdltchenen nicht de» er ehren zu können, als durch Abdruck de» Vorwort» zu dem Buche „Jüdische Flieger im Weltkriege", da» Siegert in mannhafter Weis« dem Werk« oorangefegt hat. Ter Stand unseres Flugwesens bei Ausbruch des Krieges bildet einen der unwiderleglichsten Beweise dafür, daß Deutsch-, land die Weltkatastrophe weder planmätzig noch vorsätzlich gewollt oder vorbereitet hat. Tiefe Tatsache spricht nicht gegen diejenigen, die sich im tiefsten Frieden mit übermenschlicher Hingabe für ein unerreichbar scheinendes Ideal opierten. Einsatz der Person unter Hintenansetzung des eigenen Lebens. Alle Flüge, mit Lilienthal beginnend, waren ein Blindekuhspiel mit dem Tode. Jeder Flieger trug in der Entwicklungsperiode der Luftfahrt täglich fein Sterbehemd auf dem Leibe. Auch Ehre denen, die im Geburtsjahr der Fliegerei ihr Vermögen dort investierten, wo es nach menschlichem Ermessen sich nie zu verzinsen vermochte. Schon die ersten Schlachten und Gefechte stempelten den Flieger auf allen Kriegsschauplätzen zum Volksheros. Ter Laie empfand instinktiv ohne Begründung die Wirkung menschlicher Höchsileismngen in des Wortes verwegenster Bedeutung. Im Flugzeug ivaren alle Waffen vereinigt: der Infanterist mit seinem Gewehr und Maschinengewehr, der Artillerist mit der Kanone, der Kavallerist als Aufklärer, der Pionier durch Ausfetzen von Sprengkommandos im Rücken des Feindes, der Minenwerfer als Offizier, der die Bombe schleudert, und das Nachrichtenwesen in Gestalt der Photographen- und Radiotechnik. Mehr noch wurde von den Insasien des an und für sich gebrechliche« Luftfahrzeuges gefordert: Beurteilung strategischer und taktischer Zusammenhänge wie des Einzelkampfes. Beherrschung einer mehrhundertpserdigen Motortechnik. Kenntnis aller Elementarbegriife der Statik, Aerodynamik. Meteorologie. Alle diese Notwendigkeiten mutzten getragen werden von der Natur eines Jägers und Sportsmannes. Der Gesamtdienst wurde verrichtet in atemraubender Höhe. Vor dem Führer ein Motor, der 1400 mal in der Minute seinen glühenden Atem ausbläst. der Beobachter auf einem Fah feuergefährlichsten Benzins fitzend, 60 Kilogramm Sprengstoff auf dem Schatz, jede Sekunde zum Luftkamps bereit, unbegleitet von hilfsbereiten Brüdern und Schwestern des Roten Kreuzes, bewutzt, datz eine Wunde, die auf Erden heilbar ist. zum Absturz und Flammentod führt, datz kein „Hände hoch!" einer Nervenkrise den Abschlutz zu geben vermag; ja, datz schlietzlich bei Zwangslandungen hinter der feindlichen Front die Besatzung der rohen Wut der Bevölkerung preisgegeben war. Der Rumpf eines über dem Feinde fliegenden Flugzeuges war nie ein Gefätz für Etappenhe czen, Schreiberseelen und Kantinengrötzen. * In diesem Buch hat Herr Dr. Theilhaber authentisches und wohtzeprüstes Material zusammengetragen, das der grotzen Lefientlichkeit zum ersten Riale Kenntnis gibt von dem Anteil der Juden an der Entwicklung und nicht zuletzt an den Opfern der Fliegerwaffe. Herausgegriffene Beispiele nennen uns die Namen der im Schulbetried wie vor dem Feinde Gefallenen. Eie alle fanden ihren Tod in Frieden und Krieg auf dem Flugfeld der Ehre. Siie hat je das gemeinsame Band eine Kampfgruppe inniger umschlungen und gefesselt als die Flieger. Bon diesem grotzen Horizont aus gesehen schrumpfen politische, soziale und religiöse Gegensätze innerhalb der Zunft in ein „Nichts" zusammen. Der Gedanke, etwa einem der frühesten Vorkämpfer im deutschen Flugwesen, Willy Rosenstein, Iablonsky oder Abramowicz, den ihnen gebührenden Ehrenplatz nicht zu gönnen, entstammt lichtscheuen Maulwurfsnaturen, aber nicht Fliegerherzen. Der gefallene Jagdflieger Leutnant Frankl trug als einer der ersten im Kriege den hohen Orden „Pour le MLrite". Diese Auszeichnung war — Gott sei es geklagt —- auch am Schreibtisch zu verdienen. Aber stolz dürfen wir darauf sein, datz kein Kaiser und König, kein General oder Führer das Fliegerabzeichen anlegen durste, der nicht dem Feind und Tod auf nächste Entfernung ins Auge geblickt. Die Kombination beider Auszeichnungen beweist wahrhaftes Heldentum. Weiter sind wir in unseren Reihen in höchstem Mdtze stolz aus den Senior der deutscken Jagdflieger, Herrn Jacob Wolfs, Hamburg. Heute noch am Leben — ist er unverwüstlich und unermüdlich tätig dafür, datz der Fluggedanke in Deutschland nicht untergehe. Die vorliegende Sammlung umfatzt nur einen Bruchteil jüdischer Flieger. Schon dieser kleine Ausschnitt ist so lehrreich, datz man ihn der Lefsentlichkeit vorlegen soll. Die schlichten, ansprechenden und bezwingenden dokumentarischen Auszeichnungen geben eindeutige Antwort auf die Frage, mit welchem Rechte eine kriyklose und hammelherdenähnlich geführte Masse bewährten Kriegsteilnehmern Schimpf »am. Dt. qnjtrt Jacobs. MlN-Ib-atichlant s-m vr. s-n« «Stzl. <Da»«»/<pfalj »am. Dr M. Wainbarg. «Saftbmttlchland »am. r«mann gack», «pvmmarn 44

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