Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 6/7 (8.2.1929)
- Date
- 1929-02-08
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Phönix, durch das wir unseren Kameraden eine vielbenutzte Gelegenheit zu sehr günstiger Lebensver - I sicherung auf kleinere Betrage verschafften. So darf heute der jüdische Frontsoldat mit Stolz zurückblicken auf das, was in diesen zehn Jahren geschaffen wurde. Unser Lohn für diese für das deutsche Judentum und unser Vaterland so wichtige Leistung wird darin bestehen, daß, wenn längst der letzte Kamerad des RjF. im Grabe ruht, unser Werk und unser Geist in den kommenden Generationen sich bewähren wird.! Bulldesarbeit in unseren Landesverbänden Bon Kam. Ludwig Landsberger. Nachdem am 8. Februar 1919 unser Bundesvorsitzender, Kam. Tr. Löwenstein, in einer Gründungsversammlung von 40 Kameraden unseren Bund in Berlin gegründet hatte, nicht etwa um eine Organisation an sich zu scha,fen, sondern aus dem bitteren Zwang der Schmähungen, die das Andenken unserer im Kamp,e gefallenen jüdischen Kameraden besudelten, die den Heeresdienst und die Op>erdereitscha,t überhaupt abstritten — gelang es in verhältnismähig kurzer Zeit überall im Reiche Kameraden zu sinden, die dem Ruse zum Zusammenschluß Folge leisteten. Ueberall bildeten sich Ortsgruppen und zeigte sich die Notwendigkeit im Weiterbau und Zusammenhalt Landesverbände zu fchaffen.l In Berlin, dem Ausgang der Bewegung, wurde im Herbst ISIS die Ortsgruppe gebildet, ist inzwischen, dem Charakter nach ein Landesverband, dem Gesamtrahmen des Bundes eingegliedert. Aufklärung und Abwehr waren häufig in prägnanter Form die Arbeit der Berliner Kameraden. In den trüben vergangenen Jahren mutzte mancher schwere Dienst verrichtet werden. An den hohen Feiertagen wurden Aufrufe vor den Synagogen verteilt mit den Ueberschriften „Kämpft mit uns" und „An unsere Frauen". In den ersten Novembertaqen 1923 war erhöhte Aufmerksamkeit und leider auch tatkräftige» Eintreten gegenüber de/ Ausbrüchen der infolge der Not aufs höchste gereizten und Überdies hetzerisch aufgebrachten Stimmung nötig. Trotz alledenx wurden andere Arbeitsgebiete mit Eifer und steter Förderung beachtet. So besteht jetzt in Berlin die Sportgrupp« mit über 500 jugendlichen Mitgliedern, die schon schöne Erfolge unserer Arbeit zur körperlichen Ertüchtigung der Jugend aufweisen kann und die siegreiche Iiu-Iitsu-Gruppe. In der gleichen Weise wie in Berlin hat sich naturgemäß die Bundesarbeit im ganzen gleiche in Ortsgruppen und in den Landesverbänden entwickelt, überall sind unsere Interessengebiete und damit zugleich das Gesamtintereste der deutschen Juden in den gegebenen Fällen und Fragen mit Tatkraft und Ueberlegung von den leitenden Bundeapellen und von den Kameraden wahrgenommen worden. In der schweren Zeit der Grenzgebiete in Oberschlesien und in Ost/Westpreutzen, in der Zeit der Abstimmungen, haben unsere Kameraden rastlos und mutig vaterländische Arbeit geleistet. Mutig auch muhten sie leider vielfach eintreten zum Schutze unserer Glaubensgenosten gegen judenfeindliche Ausschreitungen. Wir denken hier an di« Vorfälle in Oberschlesien. im Kreise Wiesbaden und an die sorgenvollen Tage, die unsere bayerischen Kameraden durchlebt haben. Mannhaftigkeit und Würde in der Vertretung unseres Bundes durch die ostpreuhifchen Kameraden wurden bei den unerquicklichen Vorgängen zur Feier am Tannenbergdenkmal gezeigt. Aber auch freundliche Bilder haben wir sehen können bei mancherlei Gedenkfeiern und weihevollen Enthüllungen von Ehrendenkmälern für die gefallenen Kameraden. Unsere Ortsgruppen waren vielfach in wahrer Kameradschaftlichkeit «ingeladen und jüdische Geistliche haben dort gesprochen, während an vielen Orten zur Enthüllungsseier von-Ehrendenkmälern aus, jüdischen Friedhosen und in Synagogen Hohe Behörden, die Reichs vehr und niqtjüdische Organisationen unseren gefabenen jüdischen Kameraden soldatische Ehre erwiesen. Auch bei Kundgebungen und Versammlungen verschiedener Art haben wir überall im Reich« nichtjüdische Kreise und Organisationen als Gäste willkommen heitzen können und so zu unserem Teil zur Versöhnung der Geister gegenüber der so bedauerlichen Zerrissenheit und Verhetzung und zur Uederbrückung der Gegensätze beigetragen. Diesen Dienst leisten unsere Kameraden auch in der Erziehung der Jugend zur körperlichen Ertüchtigung, und die Sportgruppen in einer ganzen Reihe von Städten zeigen, daß auch auf diesem Gebiet die Bundesarbeit Erfolge hat und Anerkennung findet. Den inneren persönlichen Halt bildet die unermüdliche Arbeit der leitenden Kameraden, die in nicht hoch genug anzuerkennender und zu dankender Weise Opfer .jut Zeit und materielle Opfer nicht scheuen, um unserem Bande und seinen Zielen und Zwecken vorbildlich zu dienen. Die Lattdesverbands-Borsitzenden und die ihnen zür Seite stehenden Kameraden der Landesverbands-Vorstände besuchen die Ortsgruppen ihres Gebietes und.halten so den kameradschaftlichen Gedanken und die persönliche Fühlung aufrecht. Unsere Bundeshauptversammlungen und die in gewissen Zeitadständen mit ihnen zusammenfallenden großen Kundgebungen vereinen die Kameraden aus allen Teilen des Reiches und ein jeder freut sich auf dieses Wiedersehen in jedem Jahre ‘ keiner möchte es misten, wenn es auch in den Verhandlungen selbst manchesmal recht heiß hergeht.. Diese uüfere Kameradschaft hat viele gute Freundschaften gebracht und sie trägt den lebenswarmen Strom unserer Verbundenheit bis in die allerkleinsten Ortsgruppen. So ist unser Bund dank der. Treue der Landesverbände und Ortsgruppen gewachsen und gefestigt, hat Stürme erlitten und gut überstanden und hat als kraftvolle Organisation weit über die Kreise unserer Glaubensgenosten hinaus ein Ansehen erreicht, auf das wir alle stolz sein können. Wenn die Namen der einzelnen Kameraden, die so in selbstloser Hingebung unseren Bund aufgebaut haben, hier nicht genannt sind, die Namen aller derer, die ihr Gebiet und ihre Ortsgruppen in schöner Treue zum Bundesganzen leiten, so geschieht dies, weil wir den Tag unseres 10jährigen Bestehens Stam. S. Ed«l. ©t«njaiatt £o«. Di S- Utfaft, 9tottaMftttut4<ftfanb ’ 43 Sam. St. Sa|i Rtthnltz, Rltbttschltptn Sam. St. 6. London. 'Bttlln