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Der jüdische Arbeitsmarkt · 1920-10-01 · Nr. 4 = Oktober 1920 · p. Seite 14

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Journal
Der jüdische Arbeitsmarkt
Volume
1 (1920)
Issue
Nr. 4 = Oktober 1920
Date
1920-10-01
Page
Seite 14 (sequence 3)
Language
German
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Von Gartrnarchttetzt Soderecht »tGO»,Vl»»k«al«. (Verfega »<' Schrift „Seber»»»» Sr«»»^f«Vr'. »«« «»»<» »ir»«.>ch», g«»». L MiNo^.,^»» rt»<« »»«,. »ch»««, I» »1 Vrxichr» S«Nr»st»^t«^-Itch»f> Tvnrn» «Lss«, »tr siedet,? Well unsere großen Städte — fast die Hälfte d^r Bevölkerung Deutschland» wohnt zurzeit in Städten—. dt« auf ^Weltwirtschaft basierten, vom direkten Groß- »arenou«tausch voraussichttlch aus lange Zeit adgrschnitten sein werden. Unser Anteil daran wird von fremden Vtwalten kontroUirrt, da» Gold, da» er un» etwa einbrtngt, einkassiert. An sich kaum mehr produktiv, ist der neue Handel nicht imstande, die Überzahl der Städter dauernd und produktiv zu beschäftigen. Die Masse muß sich oerlrilen — aufs Land. Weil dir Ernährung der großen Städte je länger desto mehr gefährdet ist. Sir war auch bisher nur mit gut zwei Drittel von der eigenen Landwirtschaft gewährleistet: den .Rest" lieferte dos Ausiand. Dies« Nahrung »quell« ist jetzt verstaust, jedensalls bleibt sie unsttz< Eicher ist nur dar eigene Land. Weil, selbst wenn diese Rechnung jetzt oder später nicht oder nur zum Teil stimmen sollte, es auch dann noch notwendig ist, daß wir zum Boden zurückkehren. Denn der un» seiner möglich« Zwischenhandel aus zweiter oder dritter Hand hat seine ursprüngliche, schöpserische und damit volksaufbouende Kraft verloren. Zum Schleich. Handels- und Schiebergeschöst einer ganzen Nation entwürdigt, kann er nimmermehr Grundlage der Regeneration eines großen Kulturvolkes sein. Das wird nur der Boden sein, der Ursprung und Maßstab olles wirklichen Schaffens und Denkens der Menscheu ist: Wir müssen siedeln — auch und besonder» aus moralischen Gründen! w« kiluaea wir siedel»? * Wir müssen zunächst im Bereich der Städte siedeln Hier sind alle Faktoren beisammen, die die Vermehrung der Ernten von ein- und demselben Boden, welches ja die volkswirtschaftliche Voraussetzung nützlicher Neusiedlungen ist, Hervorrufen: Diel (jetzt brache) Arbeitskraft, viel (jetzt vergeudeter) Dünger und Wasser, das meiste Material und alle Technik (die jetzt größtenteils ohnedies umgestellt werden mutz). Es ist das Land der Städte, d. i. alles Land in deren engerem Derkedrsbereich, das unverzüglich und restlos der Gartenfiedlung zur Verfügung gestellt werden muh. Ackerland im Weichbild einer Stckdt wird künftig ein Wahrzeichen ihrer schlechten Verwaltung sein. Die Stadtsiedlung ist die einzig mögliche Massensiedlung. Im Bereiche der Städte geht die siedlungstechntsche Umstellung aus dem Boden mit dem oeringsten materiellen und geistigen Reibungsverlust vor sich. Die örtlich« Nähe erlaubt in den meisten Fällen Berus- und Arbeitsstätte zunächst brizubehalten, der Siedler bestellt seinen Boden nebenberuflich. Die gewohnten politischen Beziehungen und die zu den alten Kulturstätte« bleiben erhalten. Dadurch wird der Entschluß, auf» Land zu gehen, auch persönlich leichter. Die Aufnahmefähigkeit des Ltadllande« ist aus Jahrzehnte unbegrenzt, wie falle, «,r fiedeln? Dir Kulturweise unserer Neuen städtischen Siedlung kann nur di« gärtnerische fei«. Der Gärtner erntet dem Nährwert nach dreibi» fünfmal soviel als der Lgndwirf oon derselben glich« und zehnmal soviel de« OeÜunert. Hat ein Volk erst «ine gewiss« erricht und if selb« auf eigener Lel durch es gesonnen oder genötigt, olle zu ernähren, so kann Übergang zu» Gartenbau als Wirtschaftsform unserer nicht Rv »erV Vermehrung: oder rin ein, _,_— . Di« -ersWÜchgeKwemV tz» chimdchr, «un GärtMrs (moderne ist Angst «venss wiesen wie seine NichtKgnung zum Bauern (Nei und Ostmarkenfiedlung). Fretwlllig Mt sich außerdem der geistig und technisch hochentwickelte Stadtarbellrr zum L««n»standard eine» Kätner» niemals herunter drücken; — abgesehen davon, daß die Gesamtheit ledig lich Interesse am Aufstieg aller ihrer Guedrr hat. Dir überwiegend« Form der sts" ist dir des Kleingarten». Denn es ist di« möglichst vielen, eben der Masse, erlaubt, an der Kultur ihre» Stadtboden» trilzunehmrn. Der Kleingarten tritt entweder als Eigenheim-Siedlung (mit Voll- Wohnung) oder als Pachtsirdlung (mit Rebenwohmmg) aus, diese als Vorläufer, jener innerhalb de» fortschreitenden Dezentralisotionsprozesse» der Städte gehacht. Der Kleingärtner ist seiner Natur nach nebenberuflicher Siedler. Der Großgärtner ist Ballst edler, der mit dem Ertrag seiner Kutturen seinen übrigen Lebensunterhalt bezahlt. wie groß salle, die städtische, Gärte, sela? Wenn wir als Minimum täglich und für den Koos ein Pfund Gemüse, rin Drittel Pfund Obst und eia Pfund Frühkartoffeln (diese während drei Monat«) unterlegen, so hätte jeder Kleingartenanteiler im Jahr rund 4 Zentner Gemüse, 1 Zentner Obst und SO Pfund Frühkartoffeln aus feinem Garten herauszuholen. Dies« Nahrungsmengen zu erzeugen ist gut möglich auf 80 bi» 10V Quadratmeter, also rund 1 Ar Gartenland pro Kopf. Wir würden oljo für dir grüne Versorgung der Durchschnittsfamilie von S Köpfen höchstens SOO Quadratmeter bereitzustellen haben. Für die (landwirtschaftliche) Bvllversorgung pro Kops muß 1 Morgen (ist gleich 2500- Quadratmeter) Großgartenland genügen, da» durch intensive Obst- und Gemüsekultur, durch Anbau von Sporgei, Rhabarber, Ql- und Faserpflanzen oder durch Samenbou ihren Besitzer gut ernähren dürfte. Dabei sind noch nicht die Speziolkulturen unter Glas berücksichtigt, die von Berufsgärtnern ausgeübt, schon mit wesentlich geringerer Fläche auszukommen pflegen. Natürlich ist es mit dieser Ernte-Diktatur allein nicht getan. Es gibt auch Gärten (besser .Vorirnähnliche"), die wenig Frucht hervorbringen. Es muß vorab dir Bodenqualität gesteigert und gesichert werden. Es müssen jene kultursteigernden Maßnahme^ getroffen und Einrichtungen geschossen werden, die aus dem Garten- (and erst einen echien Garten machen. Weiche Zirberm,, fielst die Siedln», m> jede Person? Wille zur Erneuerung de» Bodens". Mit Siedlung ist heute die Verpflichtung zur Steigerung der Ernten verbunden. Der neue Siedler muß sich zu einer wesentlichen Vereinfachung seiner ganzen Lebensweise bequemen. Insbesondere wird die bisherig« Friedensernährqrq wesentlich von Fleisch nicht aufrecht zu erhalten sein und einer Bevorzugung von Obst und Gemüse weichen müssen. Da diese Zwongserscheinungen zugleich einen Gesundungsprozeß für den dasein-technisch verkrüppelten Slädter dorftellen. so hat dieser doppelt Ursache, zum Boden zu drängen. Erst mit dieser Verjüngung seiner Lrbensgewohnheiten wird der Siedler befähigt sein, auch ein neue» Gemeinschaftsleben zu beginnen, ohne, da» unser Boden nicht fruchtbar wird. Der Geist de, aenoffrnscho! Säen», Ernten« und verwerten!» der der Vorläufer von Duldsamkeit gegenüfitr dem und von Web« für «es Groß, da, Erlebnis d«, Größen «G BttzmisiMM de» M» WM 7.*

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