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Mitteilungen des Daniel-Bundes · 1920-05-01 · 5/6 (Mai-Juni 1920) · p. Seite 38

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Journal
Mitteilungen des Daniel-Bundes
Volume
1 (1920)
Issue
5/6 (Mai-Juni 1920)
Date
1920-05-01
Page
Seite 38 (sequence 6)
Language
German
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Wir tesaen Her eine OescHcM» am dleaaa Kotonten folgen. die au von einem «ehr zuverltsslwm. WfuwUrtto ta Manchen wohnhaften. chrisfc- Hcfaea. Pafästfnapflger wicdergegebtn wurde. Ein Stedter mb Serena. der «ferch aetoe-Tüchtigkeit ein ansehnliches Vermögen erworben hat, kaufte für reine Spelndatlotncwecke ein «weites Anwesen in WUhebna. wo er einen prächtigen Obstzarten hi eine Schwein eh eihmstait verwandelte. Als der PUzer im Qarten dieses Kolonisten ein Schwein unter einem Obstbatnn wflhlen sab und den Bewohner fragte, wie er so was geschehen lassen könne, erwiderte ihm dieser ungefähr folgendes: „Wissen Sie. dieses Schwein gehört nicht mir. sondern meinem Bekannten, der es mir. als einen erfahrenen Schweinezüchter, in die Kur gegeben und <taftlr 1000 Mark versprochen hat Ich heUe aber solche Schweine, indem Ich sie in der Natur sieb austoben lasse und ihnen Gelegenheit für eine reichliche Wühlarbeit verschaffe. Mit den Früchten meines Obstgartens kann ich wegen der Konkurrenz der Jüdischen und arabischen Bevölkerung keine besonders gute Geschäfte machen. Für unsere Nahrung verwenden wir sehr wenig Obst dafür aber sehr viel Schweinefleisch. So wird der Schaden, den mir die Schweine Im Qarten anrichten, «furch den Ertrag der Schweinezucht reichlich aufgewogen.“ Ferner erzählte der Pttger. daß diese Kolonisten sich über atle Juden, die nach Palästina kommen, um das Land wieder aufzubaoen. recht lustig machen und sie einfach als Narren bezeichnen, da die Juden, ihrer Meinung nach, nicht fähig wären, sich zu einem solchen ..Wohlstand“ emponuschwingen. wie sie es vermocht haben. Und diese Kolonisten galten längere Zeit als Vorbild für den palästinensischen Jischub! Die jüdische Jugend wurde zu Ihnen In die Lehre , als- Schweinehirten geschickt. Diese deutschen Kolonien bilden ein Ideal für viele iungc Zionisten, für angehende Landwirte im „Messlngwerk“. Von einem Schüler dieser Lehrfarm hörte der Verfasser ein Loblied auff die große Regtoäbilität der Schweinzucht singen, zu einer Zeit, da Deutschland infolge der Verfütteren«: von Kartofleiu^^ftreide und Milch an «fee Schweine, selbst Hunger litt, und der dänische Arzt Dr. Hlndhede Im ..Kosmos“ 1915 folgende treffende Worte schrieb: ..Deutschland ist sich darüber klar, daß es gegen drei Großmächte zu kämpfen hat. aber es Ist sich wohl kaum darüber klar, daß es noch mit einer vierten solchen kämpft, «fle vielleicht gefährlicher ist. als alle anderen, nämlich gegen das deutsche Schwein!“ Moses scheint demnach nicht bloß ein großer Hygieniker, sondern auch ein erfahrener Volkswirt gewesen zu sein, wenn er den Juden das QenieBen von Schweinefleisch verboten hatte. Auch die Araber folgen Ihrem natürlichen Instinkt. <la sie ebenfalls keine S«Jrw«lne züchten und kein Schweinefleisch genießen.*) Es wird vielleicht Interessieren zu erfahren, daß die deutschen Kolonisten aus Palästina, noch früher als sie seihst geglaubt haben, ihr Ziel erreichten. Vor mehreren Monaten las man in den Münchener *) Ober die Bedeutung der fleischlosen Kost für Jüdische Gartensiedelungen siehe JXe Grundlage einer Vegetarischen Sledetung In Palästina“ In de* JLibenskw't“ (Leipzig. Mal 1920), sowf«^„Obstzucht und Gartenbau In Palästina", von N. Chavktn. feto „Jüdischen Echo“, 4 Juni 192a (Auszug aus dem Aufsatz „Zionismus und Vegetarismus“ I* Nr. 14—1« der „Vegetarischen Warte". Frankfurt a, M. 1918.) Dito Redaktion. >lf n? Zeitungen, dal 57 nisten, die sich bisher Im eagBsdMn Qehnganar leger befanden, auf der Reise nach Orr et etc Ham bergischen Heimat Manchen passierten. So sind auch die Ideale'der HkUachen landwlrtasliaiHehre Schüler aus „Messingwerk“ In nichts zerronnen: die Zionisten sehen immer mehr ein. dal Palästina kein Land mehr für rationelle Viehzucht fit. Ebensowenig werden sieb die Ideale auch derjenigen Kolonisten verwirklichen.. «Be nach Erez Israel mit der Absicht übersiedeln, dort mit ihrem Kapital durch Ausbeutung der Arbeiter gute Oe schäfte za. machen. Der Aufenthalt hn heiligen Lande wird ihnen auf einer oder der anderen Wehe, durch geschäftlichen Mißerfolg oder durch verzehrende Klassenkämpfe verleidet werden. Ihre Abwanderung aus Palästina wird im Interesse einer fried-, liehen ethisch-sozialen Entwickking der indischen Siedelung nur zu begrüßen sein. Um wieviel mehr' würden diese Leute ihrem Vater tarnte unschätzbare Dienste erweisen, wenn sie von Mran Kenntnissen und Ihrem Spekulationsgeist auf dem Gebiete der Landwirtschaft in ihrer Heimat den ausgiebigsten Gebrauch machen worden. Wohlan. Ihr treue Anhänger von Oettinger and Ruopin. Ihr Schüler vom Miessingwerk. Sarons und Wilhelma. geht hin und füttert lieber Schweine In Eueren Heimatländern, als einem Zionismus zu huldigen. der Euch und Eueren östlichen Brüdern nur Verderben bringen kann! Quittungen über Beiträgs für den Daniel-Bund. Je 100 Mark: Baruch Aß, J. Einhorn u. Co., Benno Lewin (Pa. Alfred Bruck). 60 Mark: Aron Kahn. Je 50 Mark: Jos. Adler, Rabb. Dr. Baerwald, Herrn. Binswanger, Max Bogopolski, Jul. Eisen. Max Fleischer, Slegfr. Frank. Justizrat Dr. Frankenburger. Friediger u. Kleitv Isaak Oerstle, A. Qidalewitsch, Paul GrünbaumA Max Gutmann, Justtzrat Heinsfurter, Sal. Löw" Fa. Emil Neuburger, A. Mlschllborsky, Isidor Neuburger. Selig Orllansky, Jakob Reich. Fa. E.. A. u. N. Rosenfelder. Jos. Schachno, Dr. J. Schönemann. Ernst Strauß. Heinrich Thannhäuser, Hofrat Dr. Theilhaber. M. Th. 30 Mark: Isidor Schmal. Je 25 Mark: Julius Lew, Selig Mfschliborski. Je 20 Mark: Joachim Both. Phil. Bode, Isidor Feibelbaum, Dr. med. Aug. Feuchtwanger, N. H„ Abr. Hecht, Dr. med. S. Koschiand. Fa. L. u. E. Kronheimer, Justin Lichtenatter, stud. phll. Kurt Löwenstein. Sfmon Senzak, Ing. Dr. Rünielin, M. Schneuer. Gustav Schüleln, .1. Siems. Je 10 Mark: Jos. Aster, Ing. Baruch Berstein, Jos. Braun, Rabb. f. M. Careher. Rud. Elkan, Freundlich u. Well. Rechtsanwalt Dr. L. Frtedsam, Loufs Outmann. Jakob Hlrschlnger. M. Ma schier. Gg. Omsteln. J. P. Sigm. Rosenthal, J. Rosenwasser. Louis Theflhefmer. A. W. Je 5 Mark: J. Engelhardt. M. Engelhardt, Lehrer Jos. Flank. S. Q.. Hehir. Kohom. Aooth. Lewin. Ing. M. Perls, Lehrer L. Rother. Möx Rothschild. J. Scheinemann. Jos. Schönfeld, LeftfÜr M. Schweizer. Jos. Teltel. tG Je 4 Merk: Lehrer S. Dingfelder, DnrLbo Feuchtwanger. Kasseevarwalttr Dr. Sigbert Feecfetwaager, Mischen, Reddenzstr. 27. TeL 2*434 Postscheckkonto Dmlal Banl Martha« 21463.

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