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Mitteilungen des Daniel-Bundes · 1920-05-01 · 5/6 (Mai-Juni 1920) · p. Seite 35

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Journal
Mitteilungen des Daniel-Bundes
Volume
1 (1920)
Issue
5/6 (Mai-Juni 1920)
Date
1920-05-01
Page
Seite 35 (sequence 3)
Language
German
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Dte llwHiiBiiirnng Palästinas Vo»$r,'A.G rpdenwtts, mH einer kritischen Bemerk*»* von bt*. Dr. Rflmelin. Wie ln Nr. 4 d. BL erwähnt wurde, befafit sich Herr Ingenieur Th. Rümelin, Manchen, unter beständiger Mithilfe des Jüdischen Ingenieurs Avtodor aus Palästina mit der Ausarbeitung eines großzügigen Projektes für die Wasserwirtschaft Palästinas, das demnächst veröffentlicht wird. Die uns zugesandte kritische Bemerkung Rümellns, des hervorragenden Wasserbau-Ingenieurs, zum Plane Hiorths verdient besonderes Interesse. Letzterer Ist ln Nr. 3955 der „Leipz. III. Ztg.“ und Nr. 662 der nlederl. „Handelsberichten“ veröffentlicht Die Redaktion. Folgender Plan zur wirtschaftlichen Erschließung Palästinas, der vom norwegischen Ingnleur Albert Hlorth ln Chrlsttania ausgearbeitet worden ist, soll lm folgenden kurz besprochen werden. Zunächst handelt es sich um die Anlage eines 60 Kilometer langen Tunnels, der ln ostwestlicher Richtung, vom Mittelmeer nach dem Toten Meer und unter Jerusalem vorbeilaufen soll. Dieser Tunnel soll das Wasser des Mittelmeeres nach den westlichen Abhängen des Jordantales schaffen, von wo es durch Rohrleitungen hinab bis zum Spiegel des Toten Meeres geleitet werden soll. Dort sollen dann die Turbinen eines großartig angelegten Elektrizitätswerkes die Wasserkraft in aus (kr Warn A. Hlorth i in. .. Elektrixftät verwandeln, dl» als Licht- und Kraftström über das ganze Land verteilt werden und eine Pumpanlage am südlichen Ende des Sees Qe- ’ hezareth betreiben soU. Da der Spiegel des Töten < Meeres etwa 400, der des Sees von Genecareth etwa 200 Meter unter dem des Mittelmeeres liegt, begreift man, daß es sich hier um recht beträchtliche Fallhöhen handelt Man hofft ln dem geplanten Elektrizitätswerk mindestens 40 000 Pferdestärken erzeugen zu können, dte nicht nur als Licht- und Kraftstrom verteilt sondern auch für manche andere Zwecke verwendet werden würde. Die lm Toten Meer ln so großen Mengen enthaltenen Salze sollen aus dem Wasser gewonnen und außerdem soll Luftbezw. Kalisalpeter, das bekannte Dungmittel, erzeugt werden. Ferner sollen große Salzwerke zur Gewtnnung von Salz aus Seewasser angelegt werden, und zwar soll dieses Wasser ln dünnem Schleier nach dem Toten Meer hin abfließen und an seinem Weg* an den stellen sonnendurchglühten Felsen verdampfen und seinen Salzgehalt zurücklassen. Von dem See Genezareth aus würden in geeigneter Höhe über dem normalen Wasserstand zwei Kanäle parallel zum Jordan angelegt werden, und von diesem aus würde das Wasser an einzelne örtliche Bewässerungszentren — mit dem Ablauf nach dem Jordan — verteilt werden. Durch Aufsparen von Wasser für die trockene Jahreszeit und durch eingehende Regulierung würde man auf diese Welse eine reichliche Wasserzufuhr zur Bewässerung von Hunderttausenden von Morgen Land erhalten; vielleicht könnte man sogar Wasser für einen dritten Kanal übrigbehalten, der parallel zum Jordan verlaufen die Saronebene bewässern und seinen Ablauf nach dem Meere zu haben würde. Die zu Tausenden vorhandenen Zisternen und noch die aus der Zeit Davids stammenden umfangreichen Wasserwerke könnten mit in diese großartige Anlage einbegriffen werden Durch den dauernden Zufluß von verhältnismäßig salzarmen Wasser würde nicht nur der Wasserspiegel des Toten Meeres eine (durch die verstärkte Verdampfung begrenzte) Hebung erfahren. Das Wasser des Toten Meeres würde auch für Fischzucht geeignet werden, ein Umstand, den Hlorth für die Errichtung großer Fischzuchtanlagen zur Versorgung des Flusses und des Sees ausnutzen will. — Der südliche selchte Teil des Toten Meeres soll schließlich trocken gelegt und die großen Asphaltlager* in den Ebenen von Sodom und Gomorra — gleichfalls mit Hilfe der elektrischen Kraft — ausgenutzt werden. Eigentümlich ist es, daß Hlorth die Anregung zu seinem Projekt bei der Lektüre der heiligen Schrift empfangen bat. Die Propheten Hezekiel (Kap. 47) und Sacharia (Kap. 14) sprechen nämlich von dem Tage, wo Wasser unter dem Tempel gegen Morgen und gegen Abend fließen und das Wasser des Toten Meeres „gesund" und für Fische geeignet machen wird, wo sich überall dort, wo diese Wasserströme hinkommen werden, der üppigste Pflanzenwuchs entfalten wird, wo der ölberg sich ..mitten entzweispalten“ und wo „weder Tag noch Nacht und es um den Abend licht sein“ wird. Diese Visionen der Propheten, meint Hiorth, würden in dem von ihm aiigearbelteten Plan Ihre Erfüllung finden. Kritische Bemerkung zum Plane Hiorths von Ing. Dr. Th. Rümelln. München. Der Grundgedanke Hiorths Ist zweifellos richtig, daß die elektrische Erzeugung von Wasserkräften

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