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Mitteilungen des Daniel-Bundes · 1920-05-01 · 5/6 (Mai-Juni 1920) · p. Seite 34

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Journal
Mitteilungen des Daniel-Bundes
Volume
1 (1920)
Issue
5/6 (Mai-Juni 1920)
Date
1920-05-01
Page
Seite 34 (sequence 2)
Language
German
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worden. neuvollen Weg durch die Galuth angeeignet haben und das wir nicht durch das Heldentum nach deq Begriffen anderer Völkern ersetzt haben wollen. Mochten unsere Vorfahren in PaHstina einem anderen Heldentum gehuldigt haben; seit Jener ZeK Ist aber viel Wasser vom Jordan ins Tote Meer geflossen und vieles hat sich im Grundwesen des indischen Volkes verfindert Die jüdische Masse hat die Fähigkeit zu töten, zu rauben und zu vergewaltigen ein für allemal verloren; wer nun daran geht, die Juden wieder zu Mördern zu erziehen. der hemmt che sittliche Entwicklung unseres Volkes und den Fortschritt der Menschlichkeit. Man komme ja nicht mit der Einwendung, daß das Gedeihen des neuen Jischubs es erfordere, daß die Juden mit den neuzeitigea Methoden der Militärkunst und dergL vertraut werden. Wir müssen die Herren über den Jischub aber nicht dessen Knechte sein. Wir dürfen nicht unser eigenes Wesen des Jischubs wegen verleugnen. Wir haben schon seinetwegen genug Opfer gebracht; lange genug sind wir die widerwärtigen Schleichwege der Diplomatie, der Übertreibungen und der Schönfärberei gewandert. Das geschah lediglich aus dem Irrtum, als ob wir die Pflicht hätten, etwas ln Palästina' zur bestimmten Zeit zur Ausführung zu bringen. Uns liegt vielmehr ob. aufrichtig und ehrlich zu handeln und vor allem das zu tun. was die Stunde von uns erfordert; sind uns doch die Wege Gottes verborgen. Wir brauchen uns keine künstlichen Ziele setzen und keine neuen Götzen schaffen. Bewahren wir reines Herz und reine Hände, dann werden wir unsere Feinde zu unseren Freunden machen. Wir stehen auf dem Scheidewege. Wir leben in einer Zeit, die entscheidend ist für unsere ganze zukünftige Entwicklung. Noch hat der imperalistische Geist keine festen Wurzeln im jüdischen Volke geschlagen; die Aposteln des Faustrechtes sind noch unter den Juden sehr gering. Wachen wir mit Scharfem Auge darüber, daß unser Volk nicht in Bahnen geleitet wird, die es in Schmach und Verderben führen könnten. Das ist unsere Weltanschauung und zugleich unser Arbeitsprogramm. Wir folgen dem Oebote der Menschlichkeit und wollen unsere Grundsätze der ganzen Welt verkünden. Mögen unsere Gegner, die Anbeter der Macht, auch Ihre Ansichten bekennen; sie haben aber kein Recht, über uns einen Richterspruch zu fällen ebensowenig wie wir sie verurteilen dürfen. Wir fordern alle (Selenlgen airf. die mit uns solidarisch sind, de das Gebot »Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst 1“ hoch und teuer halten, de den ernsten Willen hegen, ohne Mordwaffen eine Verstindgunc der Völker berbeUufUhreo. sich uns anzuscbileiten. Sollen unsere Gegner, im Vertrauen auf ihre Götzen Militarismus und Imperialismus, Rache und Strafe an ihren Widersachern üben, wir wollen im Vertrauen auf die Barmherzigkeit Gottes den Weg des Friedens und der Liebe gehen und somit auch der Menschlichkeit dienen. Der Sieg ist unser gewiß. Anmerkung der Redaktion: Der Verfasser sandte uns diesen hebräischen Aufsatz mit der Bemerkung, daß er ln Palästina mit seinen Ansichten anscheinend allein stehe. Wir schließen uns dm Ansichten des Verfassers in allen Punkten an und hoffen, daß obige Ausführungen zur eingehenden Erörterung ln der lüdischeo Presse gelangen werden. Die Anflmmmg. daß die ardbtaohe Frage in Rriflsthm nicht dncch Waffengewalt, »andern nur durch friedliche Vertan werden kann, ist io den Schriften des, besonders in der Nummer 4 gen" deutlich zum Ausdruck gebra Forderungen der I Deutschen Frledensgesellachalt | (Geschäftsstelle: Berlin, Potsdameratraße 75.) 1. Bekämpfung der VertaerrUchanc dee KrUgesl in Presse und Schule, ln Kirche und Familie. Über-I wachung der Presse wd des öffentlichen Unter-1 richts durch internationale vom Volke gewählte| Kommissionen. 2. Erziehung zum weHbfirgerflcben Denke«, ul sozialer Gesinnung und Tat; Pflege und Betonung I des internationalen wissenschaftlichen Zusammen-1 arbeltens; Schaffung von Instituten für wlsaen-l Schaft liehen Pazifismus an den Hochschulen. 3. Weiterbildung der beute schon vorhandenen I Internationalen Recbtsorganlsationen. insbesondere! des Völkerbundes, zu einer Gemeinschaft der Völ-I ker, die in einem zukünftigen WeUparlament ihre] Krönung findet 4. Stärkung des Völkerbundgedankeos durch I Verbot aller Sonderbündnisse. durch Beseitigung I von Qeheimdiplomatie und Gehelmverträgen; I Schaffung eines unparteiischen, obligatorischen I Schiedsgerichts zur Schlichtung aller Streitfälle! zwischen den Staaten. 5. Wahrung des Seibstbestimmiiagsrechtes der! Völker; Schutz der nationalen Minderheiten; | Schutz der Rechte der Ausländer durch internationale. vom Völkerbund einheitlich festzusetzende | Bestimmungen. 6. Internationale Aufsicht über die Verwaltung I aller Kolonien auf Grund eines Programms, das! die Rechte und Interessen der Eingeborenen, so-j lange diese ihr Selbstbestimmungsrecht nicht aus-l üben können, gegen wirtschaftliche Ausbeutung und gegen Vergewaltigung ihrer Eigenart schützt.! 7. Allgemeine. Abschaltung der Wehrpflicht und! vollständige Abrüstung aller Staaten bis auf ein! zur Ausübung staatlicher und zwischenstaatlicher! Polizeigewalt ausreichendes Mindestmaß; Beseitigung jeder nichtstaatlichen Rüstungsindustrie. 8. Ersetzung der imperialistischen Ausscbiie-1 ßungs- und AusbeutungspoflUk durch ein Inter-1 nationales System wirtschaftlicher Gemeinschaft! und Gleichberechtigung; Schaffung eines internationalen Wirtschafts- und Verkehrsrechts. 9. Mitarbeit am sozialen Ausgleich; Schaffung | eines internationalen Arbeits- und Arbeiterrecht»; [ die Freiheit und friedliche Erledigung von pollti-l sehen und wirtschaftlichen Streitigkeiten darf! durch das Eingreifen der staatlichen oder xwi-| schenstaatiiehen Polizeigewalt und durch die Bildung von Klassenwehren nicht beeinträchtigt werden. Als die 10., unserer Meinung nach die alierwich-1 tigste Forderung für die Stärkung des' zwtscbenvöiklschen freundschaftlichen Verkehrs, wäre die | Einführung des obligatorischen Unterrichts in Es-1 peranto in allen Volks- und Mittelschulen. Ober die Bedeutung von Esperanto für den Völkerfrieden [ siehe Aufsatz in diesem Blatte u. ff. Die Red.| PHlIhtadw Schrittes liefert J. SchönlekL Bach-1 handhmg, München. Weinstraße 6. Fernta: Ventil .Friede durch Recht. Stuttgart, WerfmerihaMe-)ä,I und Bund fflr radikale Ethik. Berlin W. 16, DQÜM-| dorferstraße 23. w ' . - ...» . .■...■.J.üäataäZ

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