Mitteilungen des Daniel-Bundes
- Journal
- Mitteilungen des Daniel-Bundes
- Volume
- 1 (1920)
- Issue
- 4 (4.1920)
- Date
- 1920-04-01
- Page
- Seite 28 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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•' i ddkffren AiteHern heraexnziehen. Wer aber nicht daran gtaabt diB dieae Menschen an arbeitsamen nützlch« Gliedern der Geseitocluft gemacht werden könnten, der kennt nicht die Jüdische Masse. Ist daher unfähig als Führer des Jüdischen YoBcee anfsntreten: Befan technischen Aufban der jüdischen Siedelung ln Palästina darf man nicht vom kleinlichen Standpunkt ausgeben. daß die PHtae hlefür nur von Jüdischen Ingenieuren msgeführt werden müssen. Wir müssen vielmehr alle genialen nicht- Jüdiscben Techniker. Wissenschaftler. Agronomen usw.. die dem Aufhau Palästinas ihre Kraft gerne zur Verfügung stellen waten, für uns nutzbar machen. Das Beste ist gerade gut genug. Wir wissen, daß viele NicMJuden sich eitrigst mit diesen Problemen beschäftigen. So hat z. B. ein norwegischer Ingenieur A. füorth einen originellen Plan für Bewässerung und Schaffung von Kraftanlagen In Palästina ausgear beitet und veröffentlicht (Leipz. III. Zeitung Nr. 3955.) Ein anderer hervorragender Wasserbau-Ingenieur. Dr. Th. Rümetin in München, der in ganz Deutschland große Wasserbauten verschiedener Art ausgefübrt hat. und nach dessen Entwürfen insbesondere bedeutende Wasserkraftaniagen in Bayern. Sachsen und Ostpreußen teils gebaut sind, teils sich noch m Bau befinden, ist gegenwärtig mit einem jüdischen Ingenieur aus Palästina an der Ausarbeitung eines großzügigen Projekts für die Wasserwirtschaft des Jordans und dessen Quellen u. a. beschäftigt. Noch von einem anderen Vorurteil müssen wir uns befreien, nämlich von der u. a. von Naiditsch in seinen letzten Aufsätzen im „Hooiam" vertretenen Ansicht daß die Juden. (He in Massen in Palästina angesiedelt würden, nicht in der Lage sein würden, ln einigen Jahren die Zinsen einer Milliardenanleihe zu decken. Bei den falschen Kolonisationsmethoden, d. h. Bevorzugung der extensiven Bauernwirtschaft, könnte in Palästina freilich in mehreren Jahren keine genügende Rentabilität erzielt werden. Die Lage der Kolonisten wird sich aber gewaltig zu ihTem Gunsten ändern, wenn sie von vornherein mit intensivem Gartenbau ln Verbindimg mit kleinen Industrien beginnen und dabei alle Fortschritte der Technik und Erfahrungen der Gärtner der verschiedensten Länder sich zunutze.machen würden. Das Werk des jüdischen Agronomen Dr. Soskln über Bewässerung und Kleinsiedelung in Palästina (Nationalfondsblbllothek. Jüdischer Verlag Berlin. Preis ca 4 Mafrk) bildet hierin eine erlösende Tat. Wenn wir nach seinen Vorschlägen und Plänen verfahren, dann brauchten wir nicht mit der Übersledelung von Millionen Juden nach Palästina zu zögern, und auch nicht für das Aufbringen der Zinsen einer Milliardenanleihe Sorge zu tragen. Wir rufen daher mit Sosktn dem lüdischen Volke zu: ..Nur zu!*' Möge die mächtige Stimme Gottes, die seinerzeit dem Moses zugerufen hat ..Warum schreiest Du zu mir, rede doch zu den Kindern Israel, daß sie ziehen sollen", wiederum an die Juden aller Länder erschallen. Wir wollen unserem unvergleichlichen Lehrer und Führer Motes folgen und zum zweitenmal übers Meer in die Wüste ziehen, um der Vernichtung durch Pogrome zu entrinnen. Ihr wottnbeaden Jaden aller Linder, die Ihr )e**t rieht nötig habt Eaere Hotaut za verlassen, t-dinkt da Emirnd Euerer Nachkommen Scherbett Und fettiger Reichten von dem Jririaaa Ansaat dsrOriea aur dam Ostaaropi- Zögert rieht Harz % dh Erich-l_ sehen V« Und Ihr srWnchtslu Völker aid edle Ckrlsteri Europas and Amerika». zrichf* riaa* Mrische Volkssnlelht. de as enaöglcfaea wird, ßUMsah von Jadea aas dir Höhe Ostearopaa sa retten. Helft den Ostladen «öghehst schnall In Ghrar Not Es liegt auch In Eaerai Intcrcoee. MMojnae Menschen. deren Beetes verscUttet and uiedenredrfickt ist aas unwillkommenen Lritmerischanta nrodnktivm Arbeitern and Trägern von Ideriea za machen, für de sie vorhSrbesdnmit sind, and die der taazen Menschheit zugute koaari, ” Helft dea Ostladen, sich sofort ig der pallstlneaslschen Wiste anzasledelnl nnri? nmyo Von Knechtschaft zur Freiheit Von Nath,an Chavkln, München. Im Maximilianeum zu München prangt ein sonnendurchflutetes Bild von Richter: „Der Bau der Pyramiden“, das die hochentwickelte Kultur des Pharaonenlandes noch längere Zeit vor dem Auszug der Juden aus Ägypten lebendig veranschau- Rcht Tausende von schwarzen und sonnengebräunten Sklaven sind an den Bauarbeiten beschäftigt Tausende ziehen an den Seilen «ße.kolossalen Felsblöcke und werden von den Bauleitern und Aufsehern nicht anders als Lasttiere betrachtet und behandelt Die ganze Sklaverei des tabrikmäßigen Großbetriebs, wie er auch heute noch in unserem technisch fortgeschrittenen Zeitalter herrscht tritt so deutlich vor unsere Augen. Die Kultur Ägyptens vor 4000 Jahren unterschied rieh nicht wesentlich von der unserer Zeit Der vorherrschende Qrundzug dieser Kulturen ist die Knechtschaft die Hemmung deT freien Entwicklung der Volksmassen zugunsten privilegierter Klassen. Wlahrlich, Jede auf Sklaverei airfgebaute Kultur ist dazu verdammt, sich selbst zu vernichten. Diese Wahrheit. <fie wir im Weltkriege erlebt und zum Teil auch letzt noch erleben, finden wir in der Geschichte aller Zeiten bestätigt Die Überreste der riesigen Bauten und Denkmäler der alten Völker erzählen uns ln beredtsamer Sprache von der hohen aber größtenteils hohlen Kultur dieser Völker, die dem Untergang geweiht waren. Die ewigen unzerstörbaren Werte der Menschheit stad nicht in diesen Kulturensondern in den Sittengesetzen der Völker enthalten, die — bei all der Mannigfachigkelt ihrer Weltanschauungen — tm Qrundwesen der menschlichen Gesittung, ln der Unterscheidung von Out und Böse. Recht und Unrecht Freiheit und Knechtschaft hn 'wesentlichen einig sind. Die Juden sind nicht deswegen aus Ägypten gezogen. um ln Palästina Pyramiden und Vorratsstädte zu errichten, sondern um dort zu einem freien und rechtschaffenen Volk zu werddh. Nlfcht der Tempel und die Opfefaltäre zu Jerusalem. Sondern die den Juden ln der Wüste genebenen Sittengesetze für Freiheit und Gerechtigkeit sind es, welche <He Zelten überdauerten und die — geläutert und vertieft durch das Proobetentum den Siegeszug durch die Welt an traten, da» Heldentum bannten und die Wunden, die Knechtschaft