Mitteilungen des Daniel-Bundes
- Journal
- Mitteilungen des Daniel-Bundes
- Volume
- 1 (1920)
- Issue
- 4 (4.1920)
- Date
- 1920-04-01
- Page
- Seite 27 (sequence 3)
- Language
- German
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fSgfÄÄffir EgßfiWB» taflBte schon Munt ▼ott Nfchtinden Mer* v$*?rt Mtu Übrige«« wi» könnt» ein .jMaaKsir' lm herkömmlichen Sinne, wem er meft »och so mMttrtscb gerüstet sete wird sich yor neoeo KreaszOgen oder vor der. Erdrückung droh eine mOnirteche übenmcht «cSfltsta? Eine viel größere Sicherheit für de Jüdischen Heimstitten in Ptüästin» kann durch eine offene humane Poßtik der Juden, die eich nicht aof Macht sondern auf das gesunde Umschliche Gerechtigkeitsgefühl und gut Überwind uns: des Kastengeistes stützt geboten werden. Die zionistische Lefftug ist den Tendenzen einer Gewaltpolitik, der Imperial »tischen Ausartung des Jüdischen Nationalismus. den tönenden Programmen einer Erweiterung der historiseben Grenzen Paliztinas nicht nachdrücklich genug entgegengetretea Nun ist die ganze arabische Bevölkerung gegen die Juden gestimmt und nicht nur ist beute die neue Einwanderung gehemmt sondern auch die mit' großer Aufopferung geschaffenen indischen Siedelungen stad bedroht wie es die gegenwärtigen Ereignisse in Palästina zur Genüge beweisen. Gar viele Zionisten haben dte Rechnung ohne den Wirt gemacht letzt erst sehen sie. daß sie sich arg verrechnet haben. Nun sagen schon manche Kleinmütige: letzt ist alles, alles verloren. letzt ist es schon zu spät um die nötige Majorität im Lande zu bilden u. dergl. Schon viele unserer unglücklichen Brüder erheben Klage gegen die zionistische Lefttmg wegen ihrer verfehlten Pottik. Wir sind dagegen der Meinung, daß es noch keineswegs zu spüt ist ia daß letzt erst recht die höchste Zeit für eine Mussenauswanderung der Juden nach Palästina gekommen ist: daß wir. bevor die arabische Bewegung sich zu einer Katastrophe für die palästinensische Judenhelt gestaltet nach Mitteln trachten müssen, mit dem arabischen Volke ein friedliches Abkommen zu treffen, wonach ein paar Millionen Juden In geschlossenen Ländereien der sehr schwach bevölkerten südlichen, ostsüdlichen und ostjordanischen Teilen Palästinas angesiedelt werden sollen, ohne die seßhaften Araber (fieser Gegenden Irgendwie zu benachteiligen. Haben doch die Juden schon zu Moses Zeiten und längere Zelt nachher in diesen Gegenden ein frtedßches z. T. seßhaftes Leben geführt Wir müssen uns vor allem darüber klar sein, daß <fie Araber, denen Palästina mit den Gräbern Ihrer Väter und anderen historischen Erinnerungen an die ruhmreiche Zeit der Kalifen zumindest ebenso heilig ist wie den Juden die Denkmäler Ihrer längst entschwundenen Vergangenheit niemals freiwölg auf das Land verzichten werden. Ferner wäre es für de Juden eine gefährlche Selbsttäuschung, anzunehmen. die Araber seien so wenig zivilisiert daß sie ihre Freiheit nicht zu schätzen verstünden, daß sie in einem Lande, mit dessen Scholle sie aufs innigste verwachsen sind, nicht lieber eigene Herren sein wollten, denn Untertanen eines Jüdschen Staates. Überdes haben de Engländer beim Dntrttt In den Krieg mit der Türket also noch vor der BaHour-Deklaration. de« Arabern die‘eigene Verwaltung des Landes versprochen. Schließlich muß doch Jeder, der idditmit Bandbeit geschlagen Ist begreifen, daß nach dte Engländer (nicht ety» die meist genannte« pur sentimentalen oder raffinierten Politiker) äls cbriStttcbes Volk, et viel lieber sehen würden, wem Are Rttternut die HemcMt über BUß* slina nicht bloß provisorisch Vberoehme«. «enden auch für die Dmmr betbeiariten würde. ' Anderseits wissen wir, dal de Araber, di» sich tatst im Kampfe gegen die Zkmisten , mit den Christen Palästinas vereinigt haben, eine christliche Regierung ebenso wie eine Jüdische ata eine Vercerwaiticmig Ihrer Rechte anselmn werden. Die Zionisten werden lernen müssen, daß die Gebäude, de sie auf der Balfour-Deklaration errichtet haben. großenteils Ldtschiösser sind. Wollen wir letzt auf Qnmd dieser Deklaration, die ia nicht von einem Judenstaate, sondern ledgilch von indischen. Heimstätten spricht etwas wirklich Reales erreichen, so müssen wir foigenderrmden argumentieren: Man könnte de Araber unschwer dazu bewegen, einen Teil der oben angeführten Länder, wo nur wenige Araber ansässig stad und wo Beduinen uraberziehen. für eine intensive Kultivierung und Ansiedelung von ein paar Millionen Juden trotzugeben. Die in diesen Gebieten ansässigen Araber sollen keineswegs verdrängt werden, de Beduinen müßten sich ansässig machen oder diese Länder verlassen. Das kann alles auf friedliche Weise durch eine Konvention mit der arabischen Intelligenz geschehen, die den nötigen Druck auf Ihre Landsleute in obenerwähnter Richtung aus- Dben könnte. Das Ostjordanland könnte man u. a. durch den Ausbau des Jordans und seiner Quellen, durch Schaffung von Bewässerung»- und Kraftanlagen, auch ev. Wasserwege in Palästina zu einem Kulturland ersten Ranges machen, von dem auch die Araber großen Nutzen ziehen würden. Möchte ifie zionistische Leitung in der oben angedeuteten Richtung hin unverzüglich die nötigen Schritte für die Masseneinwanderung der Juden ln Palästina unternehmen! Tut sie es nicht so wird sie früher oder später einer anderen weitsichtigeren Leitung den Platz räumen müssen, die nicht nur die Ansiedelung von lüdlschen ..Handwerkern. Intellektuellen und Kapitalisten“ in Palästina, sondern die aller Juden, die infolge der schrecklichen Pogrome in Osteuropa zum Auswandern gezwungen sind, fördern wird. Die Juden können sich überall den Verhältnissen anpassen. Die nichtgelernten Händler und Luftmenschen kann man z. T. in produktiven Berufen anlemen. z. T. auch völlig ausbilden. Bel den Vorbereitungsarbeiten wird man viele Hände brauchen, und in vielen Arbeiten in Palästina wird es nicht auf Fachkenntnisse, sondern auf besondere Zähigkeit <J$r Arbeiter ankormnen. eine Tugend, die den Juden in besonderem Maße eigen ist Wir möchten hier nebenbei an einen Ausspruch Henris erinnern, daß nach Palästina zunächst die Verzweifelnden, dann die Armen und zuletzt die Reichen (Hiersiedeln werden. Sei uns dieser Satz — mehr als bisher — zur Richtschnur t Ist es nicht schon von rein wirtschaftlichem Standpunkt richtiger, die Luftmenschen zu einer produktiven Tätigkeit heranzubilden, als solche Leute nach Palästina zu bringen, die auch in ihren Helnutländern niemand zur Last fallen? Wenn Dr. Weitzmaim sich dem General Bob gegenüber ln entgegengesetzter Richtung ausgesprochen hat (siehe Preßzentrale Zürich. 12. März d. J.). so verkennt er die Tatsache, daß die Frage der Nutzbarmachung der Jüdischen Luftmenschen die allerheikelste ist. und daß alle Länder, die der lüdiscben Einwanderung vornehmlich wegen der großen Anzahl dieser Luftmenschen die Tqre sperren, da* möglichste tun werden, um sie anderswo zu pro-