Mitteilungen des Daniel-Bundes
- Journal
- Mitteilungen des Daniel-Bundes
- Volume
- 1 (1920)
- Issue
- 3 (3.1920)
- Date
- 1920-03-01
- Page
- Seite 23 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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**vr: 73^--*y :*&}**•' v ''T ^s.rx*r;«i7r-r?*t^irjQ~C'**1 TT". entwachsen. da sie von indischer Umgebung und mann leicht erlernbar* Hilfssprache Esperanto, will von HkKscfaea, Zentren ganz abgeschnittea sind. |pnach der Muttersprache <fle erste, für viele die Dieser Urasttfe<f Verse laßte nicht‘wenig indische einzige Fremdsprache sein. Mit einem Aufbau, Koloristen, Ihre Carmen, für deren Aufblühen sie der nur Regeln und keine Ausnahmen kennt mit so vW Anstrenfdfeg gemacht haben, aufzugeben und wieder in (Ke Stadt zurückzukeshfen. damit ihre Kinder ordentliche Juden bleiben. Die mangelhafte Jüdische Erziehung In den Farmen bildet de größte Gefahr für die jüdische Landwirtschaft in Amerika, da bei einer ungenügenden Lösung dieses Problems die Rückkehr einer großen Anzahl jüdischer Kolonisten in die Stadt zu befürchten ist. Mag ihr Haß gegen de Großstadt ebenso groß sein, wie ihre Liebe zur Landarbeit Die Anhänglichkeit der Jüdischen Eltern zu ihren Kindern und zu ihrem Volkstum ist doch größer; sie würden sich kaum entschließen können, das zukünftige Geschlecht der Mutter-Erde zu opfern. Zur Weltsoracbenfrace. Jede lebende Sprache bildet einen unveräußerlichen geistigen und kulturellen Schatz eines Volkes und die Einschränkung des Gebrauchs der Muttersprachen, die mit Charakter. Sitten und Traditionen der Völker eng verbunden sind, würde unfehlbar zu einer geistigen Verarmung der Menschheit führen. Mag eine Kunstsprache den nationalen Sprachen gegenüber bedeutende technische, logische und künstlerische Vorzüge aufweisen, sie kann und wird die natürliche Muttersprache niemals ersetzen. Anders verhält sich die Sache, wenn man in einem Lande an die Erlernung einer fremdländischen Sprache herangeht Hat man hiefür viele Jahre verwendet, so braucht man. wenn man in das betreffende Land kommt, wiederum Jahre, um sich die phonetischen, stilistischen und ästhetischen Feinheiten der fremden Sprache anzueignen. Mit Ausnahme weniger Sprachkünstler und Literaten bleiben diejenigen, die gezwungen sind, ihr Wohn fand zu wechseln, ihr Leben lang Sprachstümper, da sie meistens ihre eigene Muttersprache verlernen, ohne sich eme andere Sprache in genügendem Maße angeeignet zu haben. Noch fühlbarer ist der Mißstand des Erlemens fremder Sprachen für diejenigen, die willkürlich, oder — was besonders bei den Juden vieliach der Fall ist — gezwungenermaßen ihr Wohnland im Leben mehr als einmal wechseln oder sonst einen großen Teil ihres Lebens in verschiedenen Ländern Verbringen müssen. Für diese Leute bilden die fremden Sprachen stets nur ein Notbehelf; dennoch müssen sie für deren Erlernung viel Zeit verschwenden. Denken wir ferner an die immer wachsende Zahl von Weltkongressen mit den aus verschiedensprachigen Qebieten stammenden Delegierten. die sich nur durch Dolmetscher und zeitraubende Übersetzungen gegenseitig verständigen können; versetzen wir uns in die Lage der vielen kleinen Völker, deren Literatur sehr spärlich ist, die sich aber zahlreiche Übersetzungen aus fremdländischen Schriften nicht leisten können und daher von den geistigen Schätzen der Menschheit wenig genießen können; bedenken wir nicht zuletzt die Überlastung unserer Mittelschulen durch die Erlernung verschiedener Sprachen und die dadurch bedingte Einschränkung der Erlernung der Muttersprache und anderer für das zukünftige Berufs¬ und Gesellschaftsleben der Zöglinge bestimmten Lehrfächer. Dann werden wir die Notwendigkeit der Einführung einer Hilfssprache, die in allen Schulen obligatorisch gelernt und afe zweite Sprache von Jedermann gebraucht werden soll, klar erkennen. Die von Dr. L. Zamenhof. dem jüdischen Arzte in Wmchau (1859—1917). geschallene, für ledert * . einer knappen Zahl von Vor- und Nachsilben und einem aus den Nationalsprachen geschöpften Wortschatz stellt Esperanto eine wohllautende, für alle Zwecke dienstbare Sprache dar. Sowohl im schriftlichen Verkehr als auch in den mündlichen Verhandlungen und Vorträgen auf den seit 1905 jährlich stattfindenden Weltkongressen .und Konferenzen der Landesverbände hat sich Esperanto bestens bewährt' Bisher sind in Esperanto etwa 3000 Werke, teils Urschriften, teils Übersetzungen aus den besten Werken der Weltliteratur. darunter auch wertvolle wissenschaftliche Abhandlungen. ferner ungefähr 150 Zeitschriften und 500 Lehrbücher in 40 Sprachgebieten erschienen. Für den gemeinsamen Verkehr der Juden aller Länder, die die hebräische Sprache nicht beherrschen. könnte Esperanto sehr gute Deinste leisten. d) a n 1 e 1 a n o. Wir werden noch auf die Bedeutung dieser Sprache im allgemeinen und für die Juden insbesondere zurückkommen und auch regelmäßig leichte Lesestücke in Esperanto mit deutscher Übersetzung und grammatikalischer Erläuterung in diesen Blättern bringen. Die Red. Ein Obstbaukursus für Verwaltungsbeamte. Geistliche. Lehrer usw. Im Jahre 1920 wird an der mit der Hochschule für Landwirtschaft und Brauerei verbundenen Gartenbauschule in Weihenstephan ein Obstbaukurs für bayerische Verwaltungsbeamte, Geistliche. Lehrer. Amtstechniker und sonstige Interessenten abgehalten werden. Der Lehrgang in WeihensteDhan ist für Teilnehmer aus den Regierungsbezirken Oberbavern. Niederbayern, Oberpfalz und Schwaben bestimmt. Der Obstbaukurs wird in zwei Abschnitten durchgeführt werden, einem zweiwöchentlich.•n nn Frühjahr und einem einwöchentllchen Im Herbst. Der erste Abschnitt des Kurses wird an der Oartenbauschule Weihenstephan vom 12. mit 24. April 1920 stattfinden: der zweite Abschnitt vom 27. September mit 2. Oktober 1920. Der Lehrplan des Obstbaukurses umfaßt Vorträge sowie praktische Unterweisungen und Übungen auf dem gesamten Gebiete des Obstbaues. Die Zahl der Teilnehmer soll fünfunJjwanzig nicht überschreiten. Unterrichtsgebühren werden von den Kursteilnehmern nicht erhoben; nur die sonstigen Interessenten, die erst in zweiter Reihe zugelassen werden können, haben ein geringes Entgelt zu entrichten. Die Bewerbungen um Zulassung zu diesem Kurse sind, verbunden mit dem etwaigen Oesuch um eine Beihilfe aus den vom Staatsministerium für Landwirtschaft bereit gestellten Mitteln, bei Meldung der Nichtberücksichtigung bis längstens 15. Mlärz 1920 bei der Direktion der Hochschule für Landwirtschaft und Brauerei in Weihenstephan einzureichen. Die Israelitische Gartenbnuschule Ahlem hat während ihres 25)ährlgen Bestehens einige hundert Jüdische Gärtner In dreijähriger Intensiver Anleitung ausgebildet von denen 70 Prozent beim Berufe verblieben sind. 33 Prozent dieser Gärtner sind in selbständiger Position, ein Drittel von ihnen auf eigenem Grund und Boden. (Näheres über diese Anstalt siehe Nr. 2.)