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Mitteilungen des Daniel-Bundes · 1920-01-01 · 1 (1.1920) · p. Seite 4

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Journal
Mitteilungen des Daniel-Bundes
Volume
1 (1920)
Issue
1 (1.1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 4 (sequence 7)
Language
German
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_ latMo. In kder Regel komm« dfc MttdMv dabei kann «f Ihn Rechnung. and die GaegMerhiften löe« alck ani oder verkrachen alsbald. Für die Joden, die gewillt sind, einige Zelt dem Gartenbau za widmen, kommen vornehmlich dieienigen FamOimgärt« in Betracht, für die ein ständiger Gärtner angestellt wird,' der den Pächtern die nötige Anweisung'Im Gartenbau erteilt Aber damit allein Ist uns noch wenig gedient Der Jude ist zu sehr rechnerisch veranlagt und wird den Gartenbau niemals »nur als Sport betreiben. Wir müssen daher, um möglichst viele Juden für die Selbstbewirtschaftung von Kleingärten zu gewinnen, nach Mitteln trachten, daß ihnen diese Beschäftigung bei geringem Risiko möglichst viel Aussicht auf Erfolg bietet Hiermit kommen wir zum eigentlichen Problem „Jüdische Kleingärten“, das durchaus nicht darin besteht die jüdischen Gartenbauer um leden Preis von den christlichen abzusondern. Wohl sind heute die jüdischen Klelngärten-Pächter nicht selten den Schikanen antisemitischer Nachbarn ausgesetzt Es ist auch vorgekommen, daß in einer Heimgärten-Kolonie von etwa 200 Pächtern ausgerechnet dem einzigen jüdischen Pächter die Obstbäume geleert wurden. Wer aber den Oartenbau ernst betreibt und sein« vertraglichen Verpflichtungen der Kolonieverwaltung gegenüber nachkommt der wird sich um kleine Stidhelejen mancher Nachbarn wenig kümmern und auch den ihm zugefügten materiellen Schaden schließlich verschmerzen können. Die Hauptaufgabe einer jüdischen Klelngärten- Siedelung besteht darin, gewisse Formen der Gesamteinrichtung und Bewirtschaftung der Kolonie ausfindig zu machen, die sich der Eigenart der jüdischen Pächter im allgemeinen und der leweiligen gesellschaftlichen Zusammensetzung der Kolonisten insonderheit am besten anpassen und somit das Gedeihen und den Erfolg des Unternehmens am. sichersten gewährleisten könnten. Selbstverständlich würden sich in diesen Kolonien die individuellen Fähigkeiten und Neigungen der Juden freier und uneingeschränkter entwickeln können als ln den christlichen Qartensledeiungen, wo man als Jude gewisse Rücksichten auf die Gesinnungen -der Nachbarn nehmen muß. Allerdings darf die Individuelle Betätigung der jüdischen Pächter, die Zweckmäßigkeit und Gemeinschaftlichkeit der ganzen Kolonie nicht beeinträchtigen und Ihre Existenz nicht gefährden. Manche von den christlichen Pächtern in den Gartenkolonien begangene Fehler, die für die Entwicklung des Kleingartenwesens im allgemeinen nicht von Belang sind, können, wenn sie in den jüdischen Kleingärten-Kolonien begangen werden, das ganze Werk in kurzer Zelt zugrunde richten. Welchen Eindruck man im allgemeinen von einer im Wachstum fortgeschrittenen Familtengärten-Kolonle gewinnt, zeigen zum Beispiel Worte von Willy Kohn, der zum erstenmal eine solche Kolonie besueht hat („Jüd. Echo“, 38, 19.) Außer der Vorteile der Gartenarbeit für die richtige Berufswahl der Jüdischen Jugend und der nötigen Umschichtung der Berufe der Juden, kQftnte die Bewirtschaftung der Kleingärten der jüdischen Bevölkerung noch weitere bedeutende Vorteile bringen. So würde z. B. in diesen Kolont« ehwJferelolgung von Juden der vers4We«*n sten 1 Gesellsch tf tshFtft* UV« Parteirichtungen, der nnd tthid er bemittelten stattflndon. hi dm -•—h» » ' « — -*— nt - - * StVUtSWfm «XKuQQ QM rvMMQI WVQIq < heimischennad die eingewandartm Ji sich «wohnlich fremd, manchmal sogar gcgtaäbe reichen. in. nähere Berührung und zum beiderseitigen Vorteil sich g« mehr kennen und schätzen lenen. Allein so augenscheinlich die Vorteile der Brriebtung Jüdischer Kleingarten-Kolonien shtd.-« stehen andererseits dem Gelingen dieses Weegee nicht unbeträchtliche Sch Widrigkeiten «tgegen. Zunächst wird dort, wo die Juden im-0b. ringen Prozentsatz in den Großstädten verstreut leben, die Errichtung einer Kolonie in chfem Stadtviertel von großem Nachteil für die Jüdischen Pächter sein, die In einem entgegengesetzter! Stadtviertel ihren Wohnsitz haben. Manche müßten mit der Stadtbahn einen zu weiten -Weg zur Kolonie zurücklegen, was bei dem herrschenden System der Einteilung der Kolonie tn einzelne für sich abgeschlossene Gärten vielfach als sehr lästig empfunden wird. Jeder Pächter muß weg« irgend welcher Teilverrichtung (z. B. das tägliche Begießen der Setzlinge In andauernder regenloser Zelt, das Abstechen der ausgereiften Salatpflanzen für den Haushalt) die Kolonie wiederholt aufsuchen. Ferner weisen die abgeschlossene Einzelbewirtschaftung der Kieingirten und der geringe wirtschaftliche Zusammenschluß, man könnte fast sagen das gegenseitige Mißtrauen der Pächter noch andere wesentliche Nachteile auf, die besonders beim Obstbau von manch« Kolonisten sehr unangenehm empfunden ward«. So wird z. B. bei der Anlage der Obstb&ume auf die Gärten der Nachbarn seit« Rücksicht genommen; besonders wenn hoch- und mittelstämmige Bäume in knapper Entfernung von dm nebenHegenden Gärt« gepflanzt werden, so werfen sie auf diese tn den später« Jahr« zu viel Schatten und beeinträchtig« das Wachstum der lichtbedürftlg« Pflanzen. Die Kolonie ermangelt infolge willkürlicher und teilweise planloser Anlage der Gärten eines einheitlich« architektonisch-symmetrischen Aufbaues. Mögen einige Gärt« geschmackvoll angeiegt sein, die Gesamtanlage zeigt uns steli«- weise ein Bild übertriebener Romantik und zu großer Buntscheckigkeit. Die regellos ln der Kolonie verteilten Misthaufen sehen gar zu faMernmäßig aus und verbreit« auch meist ein« nicht gerade angenehm« Duft. Die primitiven Mistbeete machen oft ein« kürnmerUehm Eindruck. Der häufige Anbau gewisser Gemüse- und Kohlart« mehrere Jahre hindurch auf einem und demselb« Fleck hat die Erschöpfung des Bodens und das in d« älter« Kolonien allgemein wahrgenomm«e Sink« der Erträgnisse zur Folge. Die zumeist unzu v e r 1 ässIg e Wahl der Obstbaumsorten und der« Bezug von verschiedenen Baumschul« durch die einzeln« Pächter führt dazu, daß nur w«lgen das Glück beschleden Ist, reichtrag«de Obstbäume zu besitz«. Auch die Sämereien, die von verschied«« Samenhandlungen bezog« werden, ergeben sehr ungleiche Resultate. So ist der Erfolg des Qart«baues in diesen Koloni« mehr vom Zufall als vom Fleiße der Kolonist« abhängig. Einige von' der „K r I e g s h 11 f e“ gesebaoenm HeimgärtCT-Organlsationen bi Id« - hierbei eine erfreuliche Ausnahme. .... Der für die Kleingirt«-Kolonlo «gestellter Berufsgftrtner st«bt In 4er Raget lü sehr

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