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Mitteilungen des Daniel-Bundes · 1920-01-01 · 1 (1.1920) · p. Seite 3

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Journal
Mitteilungen des Daniel-Bundes
Volume
1 (1920)
Issue
1 (1.1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 3 (sequence 6)
Language
German
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pnUagi JM|uk| KlalnBlciM?. nicht die vielen Lobpreisungen der die fern vom restlosen Qetöse der Kegen nnd In einigen Viertelstunden mit der Belm erreichbar sind; wo man Vorteile des ländlichen kfylHschen Lebens — He Leh. prächtigen Qartenanblick, wahre ade — gtsileBen kann, ohne auf die Zer- und Vergnügungen der QroBstadt Ilten zu müssen; wo man keine peinliche auf die nervösen Nachbarn ln den ken Mietskasernen zu nehmen und die Kin- -ir freier Bewegung und Spiel nicht einzubraucht. Durch unzählige Broschüren Itter sucht man die werktätige minderte städtische Bevölkerung aufs Land, ln nächste Umgebung der Großstadt zu locken. Demccfa bat die Gartenstadt-Bewegung, im Verhältnis zu der groBen Werbearbeit, die von gemeinnützigen Vereinen, Bau- und Terrain- Gesellschaften blefür geleistet wurde, sehr geringe Fortschritte gemacht Hingegen haben die Klelngärten-Kolonlen ln den Städten, dfe Schreber-, Familien-, Miet- oder Helmgärten-, auch Laubhütten-Kolonlen genannt besonders während des Krieges einen ungewöhnlichen Umfang angenommen. In vielen Städten erzeugt ein ansehnlicher Teil der Bevölkerung selbst seinen Bedarf an Gemüse und Salat ohne dazu den Burgfrieden überschreiten zu müssen. Die Landsiedelung, wenn sie auch nicht zu weit von der GroBstadt entfernt ist erfordert von einer Familie, deren einzelne Mitglieder ln der Stadt irgend welche Berufe ausüben, höhere Schulen besuchen und dergl., beträchtliche Opfer an Zeit und Geld. Die Gartenstädte können sich nur dann normal ausbreiten, wenn verschiedene Industriebetriebe und höhere Bildungsanstalten Immer mehr von der Stadt aufs Land verlegt werden. Solange die GroBstädte die Industrie-, BUdungs- und Vergnügungszentren darstellen, werden die Städter, die Lust und Liebe für Gartenbau besitzen, diese ihre Neigung auf andere weniger kostspielige Weise als durch völlige Übersiedlung aufs Land zu befriedigen suchen. Für die Bewirtschaftung einer 100—>300 qm großen Gartenparzelle in einer _Kleingarten-Kolonie der Stadtperipherie können viele Pächter einen Teil Ihrer bcrufsfrelen Zeit verwenden, ohne Irgendwie die gewohnte Bequemlichkeit des Stadtleofns lü beeinträchtigen. Die städt. Kleingärten lassen sich in 2 Klassen einteilen, in sogenannte Nutzgärten, die meistens vorübergehend zur Nutznießung der Früchte der freistehenden Bodenflächen dienen, und in Familien- oder Erholungsgärten, die vorwiegend zum Aufenthalt deP Familienmitglieder lm Sommer, besonders an den Sonn- und Peiertagen bestimmt sind. Bei näherer Betrachtung dieser zwei Klelngärten-Kategorlen tritt ihre verschiedene Bestimmung drastisch in Erscheinung. Während die Nutzgärten von den Pächtern fast ausschließlich zur Erzeugung von Gemüsen und Salaten benutzt werden und höchst selten ordentliche Hütten oder Lauben aufweisen, begegnet man ln den Familiengärten, die man nicht mit Unrecht auch Luxusgärten nennt, einer stattttoben Anzahl von Obstbäumen. Beeren- und BhWenitiäuchem, sowie soliden Gartenhäuschen 1 Lauben, die Im Sommer vielfach den Landersetzen können. Es wird wohl In dieauch Gemüse angebaut, soweit ver- ... fügbarer Pfalz dafür vorhanden Ist; die .nirtltiti Garteoplchter. geben aber hier den Bäum- UM Sträucherkuhuren den Vorzug» weil siei dabei weniger zu schaffen haben und bei guten Enten in späteren Jahren auch mehr profitieren als bei ausschließlicher Gemüsezucht. Zudem bieten die Obst- und Bluraenanlagen beim Blühen,tmd Heranreifen der Früchte atn vtet schöneres BUd als die Gemüsepflanzen. Allerdings findet man auch in den Eamlllengärten manche Pächter, die für Gemüsezucht mehralnteresse zeigen und dementsprechend mehr Zeit der Gartenarbeit widmen. Die Inhaber der städtischen Familiengärten stnd durchschnittlich bemittelte Leute, die den Gartenbau mehr oder weniger als Sport, als ein Sonn* tagsvergnügcyi betrachten und daher mit Ihrer für Gartenpflege und für Gänge und Fahrten von der Wohnung zur Kolonie angewandto Zelt nicht zu rechnen brauchen. Tatsächlich bringen diese Gärten den Pächtern mehr hygienischen und moralischen als rein materiellen Nutzen. Das Verweilen der Familienangehörigen ln gesunder Luft, die Gewöhnung der Kinder an nützliche produktive Arbeit, das Beobachten des Wachstums der Pflanzen sind für die Stadtbewohner wertvoller als die Erträgnisse der Gärten. Wohl gibt es Kolonisten, die nach etwa zehniähriger Pflege ihrer 2—300 qm Gartenparzelie 4—6 Zentner Obst und ein wenig Gemüse Jährlich ernteten. Aber solche ertragreiche Gärten besitzen ln den Kleingärtensledelungen nur wenige Kolonisten. Diese haben gewöhnlich ihren Erfolg nicht Ihrer vorangegangenen Berechung, sondern dem Glückszufall, der glücklichen Wahl der Obstsorten und dergl. zu verdanken. In der Regel stehen die Erträgnisse ln keinem richtigen Verhältnis zu den Barauslagen und der für die Gartenpflege angewandten Zeit. Die Errichtung solider Gartenhäuser verursacht den Pächtern ebenfalls erhebliche Kosten, die sich die Minderbemittelten nicht leisten können. Daher sind die ärmeren Leute, die auf dem Lande aufgewachsen sind, Erfahrungen lm Gartenbau besitzen und über genügende Zeit für die Bewirtschaftung eines kleinen Gartens in der Stadt verfügen, darauf angewiesen, einen Nutzgarten ausschließlich für Gemüsezucht zu pachten und womöglich noch eine primitive Blockhütte tu errichten. Das Aussehen mancher der gegenwärtig in den Städten so häufigen Nutzgärten ist ästhetisch nicht gerade verlockend; jedenfalls halten sie keinen Vergleich mit den prächtigen Im Wachstum fortgeschrittenen Famillengärten mit Obstanlagen aus. Da diese Gärten verhältnismäßig gering an Zahl und mit hohen Zäunen umgeben sind, kommen sie den Stadtbewohnern, außer den nächsten Bekannten der Pächter, gar nicht zu Gesicht und werden zum Schaden für die größere Verbreitung der Kleingärten-Bewegung oft mit den gewöhnlichen Nutzgärten verwechselt. * Die Jüdischen Stadtbewohner, die von Haus aus meistens Kaufleute sind und keine Erfahrungen im Gartenbau besitzen, würden sich schon deshalb kaum entschließen, solche Nutzgärten zur Selbstbewirtschaltung zu übernehmen, well die Pächter hier selten systematische Anweisung lm Gartenbau bekommen. Manehe Julien lassen sich höohstens als Mitglieder von Gemüsezucht- Gesellschaften aufngbmen. die auf gepachtetem Boden von billigen Arbeitskräften für Ihre Mitglieder, gegen hohe KMfchc Beiträge Gemüse

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