Mitteilungen des Daniel-Bundes
- Journal
- Mitteilungen des Daniel-Bundes
- Volume
- 1 (1920)
- Issue
- 1 (1.1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 5)
- Language
- German
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tickten in den verschiedenen tfrodaktlven Berufen heraus, setzt sich mit votiertet Isloeen 1 (Kitschen «nd ntchtttdtscbe« Laad* wtrfda. die bereit sind, fldlsclit Lehrlinge in der Landwirtschaft aufzunehmen, in Verbindung usto. In Düsseldorf hat der -Verein ar Förderung der Handwerke und technischer Berufsarten unter den Juden“ ein Lehrlingsheim errichtet wo «He Zöglinge volle rituelle Verpflegung und lüdlsche Erziehung genießen, die das Elternhaus «setzen solL In München wurden von der Loge Bne-Brlth unter Mitwirkung der jüdischen Lehrerschaft Kurse für Handfertigkeiten errichtet die sich zeitweise eines guten Besuches erfreuten u. 5. m. Die Ergebnisse der obenerwähnten Berufsberatungssteflen und ähnlicher Einrichtungen sind leider verhältnismäßig sehr gering. Die eingeborenen Juden nehmen höchst selten den Rat dieser Institutionen in Anspruch, da sie ihre Kinder z. T. In ihren eigenen Geschäften verwenden, z. T. zu ihren Bekannten und Verwandten in die Lehre geben, oder sie lassen sie „studiererv". Somit gebt diese Jugend beruflich durchwegs in den Fußst,apfen Ihrer Eltern. Die Kinder der eingewarraerten Juden, die sich der Beratungsstellen bedienen und von denen manche, dank der Bemühung der Berufsberater, sich dem Handwerk oder anderen technischen Berufen zugewandt haben, verfassen oft diese Berufe, um sich schließlich doch kaufmännisch zu betätigen. Es ist bezeichnend, daß sogar jüdische Eltern, die selbst Jahrelang mit gewissem Erfolg einen Handwerksberuf ausüben. Ihre Söhne zumeist in kaufmännische Geschäfte in die Lehre schicken, wenn diese auch keine besondere Lust zum Kaufmännischen verspüren und keine ausgesprochene Befähigung hlefür aufweisen. Die Ursache der Vorliebe der Juden für Handel und Vermlttlertätlgkelt liegt nicht nur ln ihrer durch die mittelalterliche Gesetzgebung erwirkten Sonderstellung unter den Wlrtsvölkem. sondern auch — wir wollen es oflen zugeben — in ihrem Bestreben, sich möglichst schnell und auf leichte Weise zu bereichern. Den altväterlichen Spruch, daß Handwerk einen goldenen Boden hat. erkennen die Qaluthjuden fast gar nicht an. well sich Ihnen die Aussicht des materiellen Aufstiegs in kaufmännischen viel mehr als ln den technischen Berufen zu bieten scheint. Allein die Verelendung der zumeist Handel treibenden Juden in Ihren Massensiodlungen und die infolge des Krieges eingetretene Umwertung der Berufe, die Monopolisierung vieler Gegenstände des täglichen Bedarfs wtrd eine Höherschätzung der technisch-produktiven Tätigkeit mit sich brtngen. Auch die Juden müssen für den sich vollziehenden wirtschaftlichen Umschwung gerüstet sein. Die richtige Berufswahl der Jagend Ist erfahrungsgemäß äußerst schwierig und die wissenschaftliche Pädagogik befaßt sich sehr Intensiv mit dieser Frage. Es ist festgestellt, daß viele Lehrlinge ihren zoerst gewählten Beruf nach einigen Jahren wechseln, weil sie offenbar die erste Wahl nicht richtig getroffen habetu Außer der bei der Berufswahl notwendigen Berücksichtigung der hygienischen, wirtschaftlichen u. a. Gesichtspunkte werden neuerditxs zur Feststellung der Befähigung der Jagend für gewisse Berufsa\rten auch ptycbologlscne Methoden ant ex- TinrjtepttHrim Wege mit Ertöte angewandt WertvnäfiuErfäbrnngen sind auf diesem Gebiete während des Krieges gemacht worden (vgl. testeilung der Befähigung zum Chat Diesen mehr oder weniger tischen Methoden der Ben gegenüber muß die empir.lsol d. h. die rechtzeitige und vlefi Erprobung der Kräfte und keiten der Jugendlichen vor Berufswahl als die sicherere ul verlässigerere angesehen i Diese Methode der mannigfachen’ handwerklichen Boschiftlei Jugend Inden Schulen, wie sie I bereits längst eingebürgert ist wird vc lieh auch ln den europäischen Schalen eingeführt werden. Die selbständige der Jugend ln den gewerblichen Werkstät Tierpflege ln den Terrarien- und Aquarlt langen der Schule, die Bewirtschaftung eit tes Im Schulgarten bieten den aufmerksam; rem die Möglichkeit Neigungen und FähtektMften der Schüler festzustellen. , Selbstverständlich sollten siebal.e Kinder auch zuhause nach Möglichkeit in Handfertigkeit üben: aber Abgesehen davon, daß in den städtischen Wohnutinn manche geräuschvollen Arbeiten mit Rücksicht ggf die Nachbarn nicht ausgeführt werden könnte, bietet sich den Kindern zuhause selten die Qtilgte» heit sich mit Handarbeiten zu beschäftigen. wäfl sich die Erwachsenen selbst mit solchen Arbeite wenig abgeben und fast alle häusüchen Klein» arbeiten von fremden Leuten ausführen lassen. Ich stelle es mir daher al9 eine sehr dankbare Aufgabe vor. wenn erfahrene Kindergärtnerinnen Wanderkursc In jüdischen Pamllienveranstalten würden, um diese in allen interessanten Arbeiten aus Papier. Pappendeckel. Holz u. dgl. einzuweihen. und somit auch bei den iüdlschen Kindern das Interesse für Handfertigkeiten wachzuhalten. Dadurch könnte auch manche ln den Indischen Familien nutzlos vergeudete Zeit fruchtbringend angewandt werden. Aus dem gleichen Grunde sollten an die Bewirtschaftung städtischer Kleingärten alle jüdischen Eltern herangehen. die für die richtige Berufswahl ihrer Kinder besorgt sind fhe künstlerische Ausstattung und Einteilung dra Gartens, die Herrichtung des Bodens und die Pflere von Gemüse. Obst und Blumen, ferner der Bau einer Hütte oder Laube, die die Garten Pächter in der Regel eigenhändig ausführen, bietet der Jugend die willkommenste Gelegenheit ihren ästhetischen Sinn zu vervollkommnen und Ihre manuellen Fähigkeiten zu entwickeln. Die Gartenkultur hat vor allen anderen Arbeiten noch den großen Vorzug, daß sie stets in frischer gesunder Luft getckMit und daß die für den Garten angewandte Zeit voo der Natur um das vielfache belohnt wird Hierzu kommt noch das rege Interesse für das Wachstum der mannigfachem Pflanzen und das Heranreifen der Früchte, die der Garten Pächter dann selbst genießt Deshalb ist keine Arbeit so aehr/ dazu angetan, die Liebe bel * wachsenden Jugend zu k' Betätigung zu wecj eint sen. «rtifejteT Watt