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Jüdisches Volksblatt · 1866-01-01 · 47 (1866) · p. Seite 186

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
13 (1866)
Issue
47 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 186 (sequence 2)
Language
German
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ein Uebel und eia Unrecht scheint, gewaltsam aus seinem . Schmerz. Schrecken, das Gefühl einer drohenden Gefahr. Dasein herausgeristen zu werden und aufzuhören, bevor es . find vorhanden und werden empfunden, nicht aber das nach seiner individuellen Natur aufhören mußte. Ich! Bewußtsein von Sein und Nichtsein, von Leben und gebe zu, daß der Blitz und die Axt hierbei von gleicher . Tod. Ist dies der Fall, so kan» der Tod solcher Wesen Bedeutung find, und daß es »ur ein menschliches Ge- \ für dieselben kein Uebel und kein Unrecht sei»; er ist fühl »st, einen Unterschied darin zu finden. AberHür das für fie gar nicht vorhanden, da, wenn er rintritt, ihr Wesen selbst ist dieses Lushören doch ein Uebel, oder ' individuelles Wesen aufgehört hat, und fie vorher keine daS Dasein wäre keine Wohltbat. Vorstellung harren. Ein junger Mensch, der den Tod Ich. Gur. So versetzen wir uns also ganz auf ' nahen fühlt, und sich durch ihn aus allen seinen Hoffnungen den Standpunkt des Einzelwesens. So weit wir dies i und Aussichten. aus dem Schaffen und Genießen seines überhaupt vermögen, müssen wir uns aber dann auch i jungen Lebens herausgerifsen steht. für den ist der Tod ' ganz und gar auf den individuellen Standpunkt jedes . ein Uebel. und er kann die Frage aufwerfen: warum Einzelwesenversetzen. Vir dürfen ein Urrheil nicht ’ muß ich so jung sterben? Warum soll ich die Frucht aus unsrer, des Menschen Beschaffenheit und Anschauung, einer in der Vorbereitung zum Leben und desien Werk heraus bilden. Das wird uns da einleuchten? Daß , angestrengt tbätigen Jugend nicht genießen dürfen? ES und Unrecht für das Individuum nur so weit ’ giebt Antworten auf diese Fragen, aber die Fragen beexrstiren. als dieses stch deren bewußt wird. Wir stehen doch für ihn. Für das Thier bestehen sie nicht, können dies selbst schon in der Menschenwelt sehen. Erst > Der Familienvater, der irr^der Kraft seines Lebens sich dann erscheint uns Etwas als Uebel und Unrecht, wenn scheiden sieht und auf die unversorgten Waisen blickt, die wir dieses als solches erkennen.und empfinden lernen, er binterläßt, ihm erscheint der Tod als ein Uebel und Der Sklave, der im Sklaventbum geboren und erzogen der kummervolle Strahl seines brechenden Auges drückt worden, und der keine Gelegenheit hatte, einen andern : noch die Frage aus: warum muß ich dies« verlaffen? Zustand kennen zu lernen oder sich selbst als z» einem Was wird aus ihnen werden? Für das Thier besteben andern befähigt und berechtigt zu denken, wird das solche Fragen nicht. Wir müffen daher, wenn wrr von Sklaventhum an sich weder als ein Uebel noch als ein . aller menschlichen Sentimentalität abstrahiren, uns auch Unrecht ansehen. Er wird die mildere Behandlung bei zugestehen, daß auch vom individuellen Standpunkte für einem andern Herrn als ein Glück betrachten, nicht aber Stein, Pflanze und Thier das Aufhören des Daseins, daß er überhaupt einen Herrn bat. Der Leibeigene des selbst vor der Zeit ihres natürlichen Endes, weder Uebel Mittelalters wird, so lange der Begriff eines andern ■ noch Unrecht ist,!oeil solche nur aus dem Bewußtsein Zustandes in ihm nicht aufgegangen, die Rechte seines heraus vorhanden sind, und dieses Bewußtsein jenen Herrn nicht als ein Unrecht angesehen haben. Derjenige, ' fehlt. der eine Arbeit gewohnt ist, sieht fie nicht als Last an. Er. Hieraus würde nochwendig folgen, daß Uebel 1 wie fie einem Andern erscheinen kann, deffen Tagewerk und Unrecht nur für den Menschen exrstiren. wieder jenem unerträglich Vorkommen könnte. Stimmst Ich. So meine ich. Uebel und Unrecht find also an du diesem bei?! sich in der Gottesschöpfung gar nicht vorhanden, sondern Er. Ich muß es Wohl, denn die täglich« Erfahrung bestehen nur in den einzelnen Beziehungen und Vcrhältlehrt es uns. im Großen und im Kleinen. Wie viel nisten des Menschen zu sich selbst. Aber siehe da, dort sieht der Mensch als selbstverständlich an, läßt sich davon leuchtet uns schon unser gastliches Haus entgegen. Der nicht beirren und klagt nicht darüber, was er, wenn ein eigentliche Gegenstand unsres Gespräches ist erschöpft, und Anderer ihm Licht darüber verschafft, von ganz entgegenso wollen wir diese neue Frage für eine andere Untergesetzter Seite anzuseben beginnt. Haltung uns Vorbehalten. Ich. Dasselbe erfahren wir in der Natur. Es wird Niemand so thöricht sein, das Zerklopfen. eines großen Steines zu beklagen, da er weiß, daß dem Steine nichts geschieht, was denselben alterirt. Auch das Abpflücken einer Pflanze kümmert uns wenig, wenn nicht etwa der Menschen Genuß und Nutzen dadurch geschädigt wird. In der Stadt Cernay (am Lberrhein) wurde jüngst weil wir ebm der Pflanze kein solches Leben zuschreiben, eine Hochzeit unter ganz besonderen Verhält»,sie» volldas seine Zerstörung empfindet und betrauert. Aber zogen, welche seitens des jungen Galten eine seltene selbst bei den Thieren thut es dem gefühlvollen Herzen Energie des Charakters, eine ti*fe Leidenschaft beweisen, nur wehe, wenn dem Thiere Schmerz bereitet wird. Der Man sprach seit einiger Zeit von einem Pariser, den Untergang selbst des Thieres ist uns gleichgültig, wenn die Liebe zu dem Judenthum geführt hatte. Bei dem wir nicht die Zerstörung eines schönen Schöpfungswerkes letzten Thannfeste machte dieser junge Mann die Bebeklagen. Wir können dem Thiere das Borbewußtsein kanntschaft eines jungen israelitischen Mädchens, das er deS Todes nicht zuschreiben, so wenig wie ein eigent- , nur herrschen durfte, wenn er den Katholizismus verliches Bewußtsein des Lebens. Wenn wir den.Hirsch ließe. Er zögerte nicht, und bier folgen die Details, den ihn verfolgenden Hunden sich mit der äußersten Anwelche ein Correspondent über die Hochzeitsfeier bestrengung entziehen sehen, so beweist dies das Bewußt-! richtet: sein des Todes so wenig, wie wenn ein neugeborenes „Am Mittwoch dem 10. October. versammelten sich Kind in der Badewanne sich an den Arm besten, der es eine beträchtliche Menge Menschen beiderlei Geschlechts hält, klammert, um im Master nicht unterzusinken. in mehreren Straßen Cernay's, besonders in der Eine Hochzeit ui Ccrnav.

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