Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 13 (1866)
- Issue
- 30 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 119 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/4908862-5999396-6026816--3277-4911473- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
' >u tragen, soweit wir dies in Aufrichtigkeit hegen dürfen, muß UNS lebendigen Trost verleihen und uns über die Schwierigkeiten des Augenblicks hinwegheben. . Wir haben hier nur in aller Kürze gezeichnet, was von so unendlichem Reichthume ist für den, der es wahrhaft und lebendig in seinem Inneren birgt.' Ja. wessen Hand zittert, wessen Herz verzagt, wessen Geist solcher Gedanken nicht gewohnt ist, der glaubt auch nicht an den Labetrunk, den er aus dieser immerfließenden Quelle;n schöpfen vermag. Aber versuche es nur. Gehe mit Ernst daran, übe dich darin — und. Tu wirst sehen, wie stark Du werden kannst und welcher Segen für Tich und die Deinen fließen wird. Ich glaube cs wohl: Diesem und Jenem drängt sich das Mißgeschick gar zu hart an; der Eine verliert, nicht stms er im Augenblicke gewonnen, was er beim flüchtigen fächeln des Glückes gesammelt , sondern was seine Hand mühsam in langer Zeit erarbeitet hat — dem Andern umflort der.Gedanke an die Theuren, die er draußen auf den blutigen Achlachtfeidern und auf mühevollen Manschen weiß, sein Sinnen und Denken; der Dritte blickt Poll Sorge in'die ungewisse Zukunft, da sein Nahrunässtand untergraben, erschüttert, geschwunden ist. Dies Alles sind wohl Tinge, welche den Sinn trüben und ihn dauernd beschweren können. Aber dennoch muß er darüber hinaus, dennoch durch jenes religiöse und männliche Denken, durch jene unerschütterliche Uebcrzeugung, die wir oben gezeichnet, sich darüber erheben. Kein Ding unter der Soüne ist so gut, so vortrefflich, so ganz und gar befriedigend wie die Hoffnung, die Erwartang, die geschäftige Einbildungskraft es ausmalt — kein Ding unter der Sonne ist so schlimm, so zermalmend, so in allen seinen Theilen und für immer erdrückend, wie die Furcht, die Sorge. 'die dunkelfärbende Angst es vor das Auge dessen hinstellt, der sich ihr widerstandslos himiebt. Und dann was die Theilnahme an den allgcmei ien Vorgängen. an den Geschicken des Vaterlandes, der ganzen Menschheit betrifft: unser Herz muß dafür off.» stehen, aber sich nicht stürmisch davon erfüllen la»;en. Sie darf nicht zur Leidenschaft werden, welche alle nnderen Gedanken, alle anderen Interessen verdrängt. Auch der Tropfen nimmt an den Wallungen und Wirbeln des Qceans theil; aber da er nur Tropfen ist und als solcher nur kurze Zeit besteht, bald von andern Tropfen verschlungen, bald vom Winde aufgesogen, so hat er auch seinen eigenen Bestand zu bedenken und zu beschicken. Vor Allem aber suche Dir den Frieden in Deinem Hause zu bewahren. Ziehe die Bande der Liebe, welche die Deinen an Dich und Dich an die Deinen knüpfen, nqr um so eirger zusammen, und gleiche mit Sorgfalt aus, was darin an Störung und Mißverständniß Vorkommen könnte. Dann bist Du geborgen; dann hast Du eine sichere Zufluchtsstätte vor jedem Unwetter von Außen; dann trägt sich Alles gemeinsam, und darum um so leichter. Und diese Liebe im Heiliathume der Familie hebt um so eher zu Gott hinauf imd die Blicke unsres Geistes zu Ihm empor, daß der einfache Psalmvers siegreich in unser Herz einzieht: „Meine Hülfe kommt vom Ewigen, Schöpfer Himmels und der Erden!" »um nennten Ab. AuS den West-östlichen von Lutnoig Wihl. Jerusalem. schwalben* Jerusalem. du stolze Stadt, Wie ljegii du da in Staub gebückt, Am Wel enbaupt ein dürres Blatt, Einl^eis vom grünen Stfimm geknickt. Wo, einst Hält jetz Begrabet Der alter Statt Hurfenspiel und,Saitenklang Erschallt des Geiers räuher Schrei, Und auf den Straßen ruhet bang Ein ewig stilles. Einerlei. Und deine Ein Vol Die muß Gebannt Söhne, die sich kühn , von Priestern genannt,!en fort ins Elend zieh'n aus ihrem Heimathland! kann Jehovah Wer £ fzwchtssa Wis es hält ein schwer Gericht, vor seinem Spruch testeh'n: - r schreckliches Gesicht, Jeremias geseh'n. a D Mein ist Mem 'ist Daß dor Preßt m Es ruhen Sie j Daß nur Zur Wo) Doch ich, Der altert Wo du Die Fürs i Hält' ich Dahin in Ich fand Zuletzt Jeremias Jehova's Tempel stand, der wilde' Räuber Rast, hat der Wüstensand Fürsten Goldpalast. A, ein ft Ierusale?m. Jerusalem, das alte), das bleiche Zodtenhaus, der Moslemite walste, r im Stillen Thräiwn aus. dorten meine Ahnen: l nicht den Hohn, die Schmach, den fremdem Caravanen, nung dient ihr Palntendach. ich denke hier im Norden/ Zeiten goldnen Glanz, «stit deinen' Kriegerhorden in warst des Morgenlands. eit ein Heer, ich zog' ein Krieger meiner Väter Land; Besiegter oder Sieger Grab in seinem Sand. Jeremias. ich denke dein. Wie du verhöhnt, verlassen. Mit deinm Klagen zogst allein Durch Srlems stolze Gassen.