Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 13 (1866)
- Issue
- 30 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 2)
- Language
- German
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Haus fcc-> Nabbiners. um bei ihm im geknickten Tert tc© heiligen Buches sich Klarheit zu verschaffen. Was dorr vorgcsallen sein mag. das konnte ich nicht in all 'einen Details erfahre;,, da sich der Betroffene Wohl hütete, cs tu erzählen und die Fuden in dieser Sache . eixe seltene Discreticn' bewiesen. Nur so viel weiß ich. daff der Piendoengländer mit violetter Nai'e und einem blauen ','Ot>'e tvreder an Bord erschien und seine Toilette -Svuren ernster Heimsuchung an sich trug. Bon jetzt an enitbielt -'ich der Missionar. welcher vielleicht nicht in seinen - Beweisgründen, jedenfalls aber außer ihnen geschlagen' * worden war. aller^veiteren Eontrovene mit den bekehnmgss.Heuen Zuden. Starr dessen widmete er sich von nun an ''einer mnrenenden Gattin und dem unvermeidlichen 'zatstreleben Xmd-.'rick'warrn. ohne den tein englischer Geistlicher erinirerr kanrr." " Tic Freiheit Vcr Zttmmunq. :'''einer .rnen Gegenrede ruft Hiob (7..I. ans: der Äen'ch nicht Dienst* aur (irden? sind wie Bohners Tage seinc'Tage nicht? Gleich drin Unechte ickmaebtet er uaw Schauen, gleich dem vöhner harrt er »eines Lohnes." Dies ist die Klage, welche aus dem Munds der Menschen in allen Zeitaltern ertönt, wenn sie unter dem Drucke schwerer Verhältnisse und Lasten sichen. Aber, sicher in es. daff der Mensch selbst cs in seiner Hand ha^ 'ich tut'lenden Schatten zu verschaffen, unter welchem er die Brben des Tages verrichte, und daff er einen nicht geringen-Theil seines vobncs in »ich selbst sinden muffe, gan: und gar von Außen oder Dben zu erstatt rparren. ü'Jiv nol'chen sind ti'cii entfernt davon. dem Grundsatz der Phile-sool'ie >u huldigen, nach welchem es gar keinen Schmer; und keine Sorge für den wahren und 'offen Phüo'ovhen gebe, so taff cs der Mensch seiner eigenen Schwache :u:uschreiben i'ade. wenn er sich lcidvoll und grnglüchlich nible. Wir sind emfenxt von solcher Ansicht als Fude und als Men»ch. Das Zudentbum erkennt, das Web. das mannigfaltige Leid, dessen keines Menschen Leben ver'chont bleib:wohl an. und selbst wenn es sich tun Verreibung und Venobnung rum Herrn wendet. fleht es ijndltch. kaff die Subnung und Läuterung. nicht durch Sck'merwn ';*“*;* -v Z7 » geschehe: andrerseits cr-!tn»n .--■ die »ähnelte und ausgleichende Kratt der Leiden an i;-*::: . Als Mensch wiffen wir. daff die Leugnung aller Neübiale. Sorgm. Trauer. Schmerzen nur mi: der Errettung aller Gefühle ein und dasselbe in. da»; l u'rini: auch alle edlen und freudigen Emvsindungen erstick: werde-.L mufften, da die Emvränglichkeit für das »wtnc nicht obue die für das Andere bestehen kann. Der stoische t'irunt'an wurde also die Gefühlswelt des- Menschen einem Totren-Äcker oder einer Wüste gleich machen, wo neben dem ai'ngcn Unkraut aurb die duttigen Bluthen sz’2, vu:?crc iitcr^ocsx „Hfcrnrf" oder ..xricgSrrcu'i". D:: '.uunterr Per-ralieder erncoen. waff unsir Uedrrwägunz v:r- 2£;:: n<b: t'-cr aanz tri: C»cr. 4‘>, *2., nrc rtamv' .-V;*.-;durchaus :::e und jeder Farbenschmuck der Blumen, neben der Schlange und dem Skorpion auch die fröhlich hripsende Gazelle und der Wohllaut der Nachtigall fehlen. Ta übrigens die wenigsten ^Nenschen stoische Philosophen, und unter diesen selbst nur wenige es auch in der Thar werden können, so ist mit selchen Grundsätzen auch Nichts gewonnen, da sie der ungeheuren Mehrzahl der Mewchei, nichts helfen können. Biel erheblicher in es daher, die Menschen immer und iminer wieder aus diejenigen Mittel ausinertia^r zu machen,, durch welche sic ihren Kummer lindern, ihre Schmerzen schwächen, ihren „Dienst" erleichtern können. Hierzu gehört vor Allem, sich eine gewisse Freiheir der Stimmung zu erwerben und ui erhalten. Wir meinen, das; der Geisi des Menschen sich dein Augenblicke, und was ihn in diesem bestürmt, nicht allzusehr hmgeben, daff er sich einen freien Blick über demselben und über ihn hinaus bewahren, sich nicht allzu abhängig von der Bewegung des Moments machen, sondern sich durch eine höhere Anschauung den Geist frei zu erhalten streben müsse. Es sind schwere Zeiten, in die wir hineingerarhen sind. Zeilen, wo Verlust und Bedrängniff jedes einzelne Haus, jede einzelne Familie, sei sie hoch oder niedrig, treffen, und ivs die allgenreine Lage eine so schwierige und duffere ist, das; selbst diejenigen darunter leiden, welche in bestimmter Weiie weniger daran berheiligt sind. Da ist es laicht, daff das beküminerte Herz verzagt, daff die geängsiigre Seele ihre Schwingen siiiken laßt und eine trübe Schwennurh sich au» alle Geister niedorläfft. Kann doch ein wirtlich menschenfreundliches Herz auch bei den Sieges, die seine Landsleute erfochten, nicht an die schweren Peklusie und unsäglichen Hebel vergessen, mtt denen sie von den Seinen erkauft und von den Gegnern. auch M.'nscheübrüdern. bezahlt worden. Alle Trophäen sichen au», blurgetränkrein Boden und teerten aus Trüinmern von Menschenwerken errichtet. Das Auge des Menschenfreundes erblickt ff', kann sich aber dennoch nicht von dem Blute und den Trümmern abtvenden. Dennoch dürfen wir uns solcher Betrachtung nicht hingeben, ilnsren Geist von ihr nicht gerangen nchisten lasten. Der Gedanke, daff Alles was aus Erden geschieht, vergänglich ist, daff hinter diesen Zeiten schwerer Verhän.zniste doch wieder Zeiten des Friedens und der Wohlrahrr komrnen, daff was zerstört ist. wieder ausgebaut, was abgeschnitten. wieder angeknüvtt wird, kaff alle Wunden sich wieder schließen, wenn auch oft nach langer Zeit, dieser Gedanke darf, uns nicht verlassen und muff sein Liebt auch über das dunkelste Gemälde gieffen. Der Gedanke, daff alle Vorgänge im Leben des Menschen Prüfungen sind, in denen er seine Krarr zu berhätigen, seine Festigkeit zu erweisen, seine Standhaftigkeit darzutbun hat. muff uns starken in dem Streben, j^tzc Schwäche von uns abzulhun. Die Uebcrzeugung. kaff/ ivas auch die 'Menschen in bösem und gutem Sinne, in ihren Leidenschaften und frevlem Beginnen rhun. die göttliche Vorsehung cs zu einern guten/Ziclc zu wenden versieht, daff zuletzt fruchtrcicbe Sa'aren auch aus dem.verwüsteten^lckcr wieder hcrvorsprieffen. muff uns Murh einslöffen. ^uhe und Sicherheit uns zurückgeben. Und dann das Bewußtsein. an dem Leide, das uns und Anderen begegnet, keine Schuld