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Jüdisches Volksblatt · 1866-01-01 · 22 (1866) · p. Seite 87

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
13 (1866)
Issue
22 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 87 (sequence 3)
Language
German
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/ 87 Attaque« wüthenb «achea/xhre Gd)Uui<i(«it unb ihr verso all und -)tbr«<bli<b, al« stänke er schon mir einem Kuß i« schmitzles Wesen könnten sie beim Recognosciren vortreff» Grabe. >Er zieht mir zitternder Hand aus seinem schmutzigen lich nowenben. Sie find tfyprilUb sehr agil und haben j Rock« einen Porzellanteller hervor und hält ihn dem hohen durchgängig eine Passion fftr Pferd« und ziqm Reiten U» ihren Ehrtneb völlig anzuflammen, mußten sie ein besonderes Eorps ausmachen und keine andern als jüdische Offiziere und jüdische Lhefs haben. Ein Oberster Ephraim und «in Major Ztzig bürsten an der Spitze ihrer Husaren» schwabron vielleicht Wunder der Tapferkeit vhun, denn 16VV Iudeafawitien, wenn ich aus 2 ganz», Kamillen nur einen Mann aushöde, »Lrden 80t» M^nn stellen; dies macht« schon «in neues Hufarenregimrnth zu dessen Unterhaltuntz jene 50,000 Thaler kienrn könnten; oder .'s bürste dafür ei« christliches Husarearegimem abgedankr und zu Ackerleuten und Handwerkern angewender werden. Ob die« Wöllners wirtliche Ansicht war. gestellt bleiben. Er hat die vorgedachtk 'Abhandlung, nie mehrere andere über staall che D.tbal.n.si. Instruction für den damaligen Kronprinzen, s mag dahin I7b4;ut in.n fpiurrt König, geschrieben und sie ihm voraeleien. 2>» .dessen Ad» Handlungen trat er vielfach gegen das ganze Regierung«» system des damals noch regierenden Friedrich de« Großen aus. Vielleicht sollte auch sein Ausspruch üd r die Juden not einen solchen Gegensatz bilden, da bekanntlich Friedrich kein persönlicher Freund der Juden war und sie sicher, ltch nicht zu Soldaten genommen baden würbe.; In der» selb«» Abhandlung spricht sich Wöllner sehr entschieden gegen de» von Friedrich degünstlgten Adel aus', während er in einer andern Abhandlung dl« sofortig, Aufhebung der. kskveßgenschafl und die Befreiung de« Bauernstand«« von seinen üvr«gen VvluEung-n surt,,.». Rux'ii.. Wöllner später füe Iuveu und Bauern - «*»• k,i»»en Fa" etwas Erhebliches gethaa. Dageg.,. .. und ungerechter Verfolger der durch Friedlich« weise Re, ligionspolitik beförderten freieren religiösen Richtung in Preußen, und ist e« voroämlich ihm zuzuschreibea, daß sie Regierung»;««! des schwachen, aber durchaus wohl, meinende« König« Friedrich Wilhelm ii. .in» traurig« Pe» riode in der Geschichte de« Preußischen Star:.« bildet. Aoekdote vom Herrn v. Rothschild in Paris. Von dem Baron v. Rothschild ist schon viel erzählt ' worden, daß etwa« Neues und zugleich Interessantes nicht so leicht zu finden war. Daher zunächst (in kleines Ge» .1 schichtchen, si non « vero, 6 beo trovatö; r« soll aber wirklich wahr sein. Welcher Sterblich« je bei dem großen Barone ein Galabiaer mir gemacht bat. vergißt e« in seinem Leben nicht, und sollt» er hundert Jahre alt werden. Da« Nachtisch»Servlc« grenzt namentlich an » Fadelbafte. Dennoch sind die massiven goldenen und silbernen Tafelaufsätze nicht da« Kostbarste an jenem Service, sonder« ein» fach breißig Dessertteller von Sevees» Porzellan, und auch durch eine sonderbar« Verkettung von Umständen. E« find nun bald fünfzehn Jahre der, al« man dem Herrn v. Rothschild eines Morgens einen Mann melket, der ihn fihalich zu spreche« wünscht; und der Baron, sei es arz« Neugier oder ans zufälliger guter Laune, läßt ihn auch vor sich kommm. Der Mann sieht arm und alt aus. Herrn hin. Dieser, «in feiner Kenn, ». bewundert die Malere« onjb fragt nach dem Preis«. ,^H«rr Baron »".antwortete der Alt« und hustet dabei wie «. Engbrüstiger, „Herr idaron, ich Hab' beren dreißig, einer schöner als der aabvr, und alle unversehrt; «in Erbstück von einem Urgroßvater, und in b<r ganzen Welt nicht mehr zo'hahe». Thun Sie ein gutes Wert, und nehmen Si» mir di« Teller ab. Wsie lange Hab« ich.noch zu leben? Vielleicht sechs Monarez vielleicht ein Jade. Geben Sie mir einen Schein von Zh^er Hand, daß ich mir an Ihrer Kaff« monatlich hundrrt Kranken auszahlen lassen kann, bis an mein selig Ende, und die dreißig Teller gehören Ihnen." Herr v. Rothschild lächelt über bin sonderbaren Handel, sieht sich darauf den hektischen armen Teufel näher an, der vielleicht kein« di!ei. vier Mona» zu lrden har, und sagte großmnrhtig: „BrmgfN Sie mir Hhre dreißig Teller, und wenn sie wirklich all^ so schön sind, wie dieser da. so können Sie sich mv» narlich zweihundert Kranken auszahi-n lassen." Die dreißig Teller waren für einen Liebhaber leicht tausend Kranken ^werrh, und schwerlich Durfte der Alte noch fünf Monate leben. Da« Geschäft war mithin kein schlechte« und außer» dem war der Baron um <»ne gute Handlung reicher. Ader drei Jahre vergingen, und der Alte warb zusehends jünger Und gesünder, ein vierte« Iahe, und aus dem gebrechlichen Grei« ist «in kräftig«^ SkLirn geworden! Als der Krösus diest wunderbare MerarmorpHose erfährt, läßt er ihn kom» men. ..Komödiant?" ruie er ihm »u ..Ihr habt mich üU4i>ti ...» tio4< „an Jahr» nevr. >o kosten mich die Telt.e uver^vai^igtaulend Franken! — Oi. ". i . j t ,3*r. grovmüthig« Unurllutzung - dar mich wi.kee' geiun: gemacht; und jetzt -oucrti Sre meinen Tod irtnu.Gj»n? Das tcnnea-Sie vor Golk nicht verantworten." „Ich werke den alberne« Handel rückgängig machen!" — „Herr Baron, da« fürchte ich nicht; c« wäre da« erste Mal. baß Sie Ihre Unter» schrift nichtHanvnrt.n ' Fünfzehn Iahte schon dauert nun der theure Spaß. ..Die Teller rumiren mich noch," hat Herr v. Rothschild serldein manchmal gesagt; „daß man mir um Gotte«w»Uen keinen zerbreche.?" E« ist leicht möglich, daß der Tellermann ihn noch überleben kann. Entgegnung. In Nr. JU. bu<«» Blatte« -beschwert sich Einsender de« Anrkel« : ^.Noch eine Rand^,;e.:r." über die Intoleranz christlicher Buchhändlrr gegen fudisch» Gehilfen. Unterzeichneter, od^eich Iu'.e-, prolestirl aeg-n diesen dem ganzen Buchoänbt.rsrano gemachten Borwurs Wohl gibt e« auch untrc den Buchhändlern Einzeln.. die durchaus keinen Juden annehm.n, wie ich au« «igen»r Erfahrung weiß, doch find Gott Lod dies« Wenigen ru zahlen -unh durchaus nicht maßgebend. Der bei weitem größte Theil ber Eollegen sieht nur auf Tuchugi.it, nicht' auf Religion. Die achtbarsten hiestgrn christl. VnAyandlungen beschäftigen züdlsch« jung« Männer und nicht nur hier, sondern überall, aber freilich keine Reget oync Ausnahme.

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