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Jüdisches Volksblatt · 1866-01-01 · 22 (1866) · p. Seite 88

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
13 (1866)
Issue
22 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 88 (sequence 4)
Language
German
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— 8S — •» . / Der wriNfttn« 0o66änb(«t Dr. Moritz Bei t war viele ItzHtzs htwlurch, V»rfitz««dee des Borfeovereins — der die ftfaMrtf« doatfche« »»d wie Deutschland in Voebin» dmog stehende» h«ch händlerische» Firmen umfaßt — und wir» sei» Vitd»tß z»w ewige» Andenken an seine ersprieß» licke Wirksamkeit tn der Bnchhänblerdörs« zu Leipzig ans« gesteht werde«. Z« verstände desselben Vereins fungtu g»ge«wHr«»g »ach ein fü bischer Bnchhändler. Zeugt dies MN »e» Intolerant des Bnckhänblerstandes? Was de» zweite» Punkt der Klag» jenes Einsenders betrifft, daß fein G»h» in Folge der Intoleranz kein« Stelle bekommen tonn und deshalb eine andere Lebensweise einscklagen m»ß, sa ist das sehr sonderbar. Hier in Berlin gißt es fast 6st jüd. Buchhändler; fast alle arbeiten mit Gehilftn und diese sollten «inen jungen Mann jüd. Reli. gtan nicht snnehmen« Und wie vrele jüdische Buchhändler gibt es anßerdeist, die mit Freuden »inen Glaubensgenossen engagtpe» i Sehr häufig »erden im Buchhändler «Borsrnblatt «usdrKckttch Gehilfen mosaischer Konfession gesucht. Entweder «acht Einsender z» große Ansprüche ans Gehalt, der bekanntlich i» Buchhandel s»6r gering ist, oberer will . nur tat ein« gewiß« Earegvri« van Buchhandlungen »iatre. ». (««, hl denen z,r Zerr keine vacanz ist — keinestalls aber tzä«ßs dies adle der Toleranz oder Intoleranz zusammen. Wstieidi, dieses »»wsticktet fich sogar trotz der kriegerisch«« * Acktzen de» beweffendo» jungen Mann ip kurzer Zeit zu plaeire«^ wenn es sein soll auch in einer christl. Handlung. , ' «eilßD, i» M« 18W. I-* AkhMt Schindler, Vu2»oank»«r. Dr. Sktow. .lieber Dr. Stla», der in «rnrm Anfälle von Gststesstßo»»g ei««» Ow«k nach dem Fenster, an dem der s»mßtsche Kßnig stsad, waef, erzähl« bas Berliner „Freml'iNdldM tztNm ganze». Roman. Dr« Sklow soll den DwßM'frGws. Bossttmoes «hier unglücklichen Liede halber ß»> ß»kl>W» habe«. Derselbe trat vor Jahren — damals M hdDxMGsnaGer, defLhtgter.zvnger Doktor der Philologie — ß» das Ha»s des Baron Rothschild in Frankfurt als Erzieher der Gsth»e ei«. Hier erwarb er sich die Achtung «ab da» PrrTt—— Mer Mitglieder vrr Famil««, doch gab m «ach **d «ehe, als er empfing. Sei» Herz schlug in gtthoaber Liede ßßr ei«e Tochter des Hauses, di« aber kestw Ltznnag »an de» Geflhlen hatte, welche ihre schön« ttohawswstedßs» Porflnstchkeir in dem schlichten Jünglt»gs srwckkscksstie. Die gänzliche Hoffnungslosigkeit seiner Rede ooßeaGWh». oersiel Sk low in 'tiefe Melancholie, 4 ipäter i» W»ßwck wob endlich breiteten sich im Laufe der Jahre die Gchastr» Bor geistigen Rächt immer dunkler sttzßs do» U«glßMche» a»s, und befindet sich derselbe nun ft» ldckh« Zeit t» Dastand« einer vollkommenen Stupidität. Wtzos ht»d«och ha« der Baron v. R »thschild den Kranken i».»,.«»änsck« «»terhalte» — doch scheint bei ikm alle ärztlich« Konst sich vergeblich erschöpft zu bade». Sein«achtbar« Familie sorgt für ihn, doch scheint sie eine Bewachung, da er ganz harmlos ist, nie für nothwendlg «achm z» haben — so erscheint er in einer hiesige» KtckdEahistan» stalt voa^Zeit zu Zeit und bitter den wachrhahe»de» Äjt am eine gewisse Mebicin mit salzigem Geschmack, die. wie er sagt, von so guter Wirk»»g auf feine Eonstitutio* ist — er erbält dieselbe regelmäßig ln Gestalt et«»r Flsscke mit Salzwasser, nach deren Empfang er sich l» verwor» renen Worten dekantl und unter tiefen Derbengnnge, empfiehlt. Bielen Spaziergängern der Umgegend Berlin« wirb scht.n die hohe kolossale Gestalt eines Mannes sitft gefallen sein, der, mir seinem Spazierstocke lebhaft gestielt, lirenb, mir bedeutendem Patbos und erhobener Stimme bromarische Srenen aus unseren Elafsikrm dertamirenb, «inherschrriter. O«eo »ft der Dr. Stlow, der übrigens seinem Zustand» enlspr.chend in keiner Hakt behandelt wird. Ans Persien. Die israelitischen Einwohner von Djezireh. — Djezirrh ist eine Stadt am Tigris, zwischen Halrppo u»d Bagbah. Ein Korrespondent. der jüngst auf diesem Fluß« nach Baß« dad reiste^ schreibt: „Es ist ein«, sowohl durch ihre Lage als ihr« Gr^e» und Festungswerke wohl befestigte Stadt. Es g«dt unaiiäkr th jüdische Häuser in dies«« Gsadt- Die Juden dorc tutcm sich und leben wie dle Kurde», ausgenemm. .. t. r,e AusuduNtz irrer Religio» betrifft. Sie sind zehr unwiss.nb, und nur Leboclu'l und Urachan) verstehen ein wenig Hebräisch. Alles was Letzterer', der Schullehrer ist, die Jugend zu lehren weiß, besteht io dem Lesen des Gesetzbuches mit den musikalischen Accmten An Ueber'rtzen ist kein Gedanke. Das Haupt dieser @«? meine« bewohnt ein nach arabischer Weise gebautes Haus mit einem Hof. einem Zimmer und einem Hangar; und feine ganze Einrichtung besteht in ein paar Mauen, und Frücht.- und Vegetal'li.n, si. an den Wänden aufgehangl sind. Im Hofe >ah ich ,w>: Frauen mit Wäsche waschen beschäftigt; sie waren nach Kurdischer Sitte gekleidet, un> verschleiert und N.rstnrmge tragend. Der Herr des Hau« ses sagte mir, baß dies seine beiden Frauen wären. In di.sem Lande ist es Sitte, wenigstens zwei Frauen zu hei» ralden, und zuweilen wird die Polygamie noch weiter getrieben." (J. ij.r - 2^-zemernt t,, „ ug .'es Iu: r urlruly s. No. 21. la*'*». Inball: V :i t . .V1 : i f. I: .1::» Bonn. .-j ei: uu gen « ch icbr. .. a (utidiljrt: Hannover. Preu ßen. 2>»ünft.r. 3tet:ii< , C efi tt r> i i i ■ .*< tr Ä a M «t ft a a 1 Przcnwu. Brckv. iüirp, ^lea, Perba'':. X ei^aufürsten ' tbiiitKi: Pon: ciiari dfetiu» US Zu ‘.•iMriv. :u.rt> icbes Prnanit und ikdr Buchdantlieng. 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