Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 13 (1866)
- Issue
- 19 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 2)
- Language
- German
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74 „Wie, fragten wie. denken Eie wirklich mir «iuem werden kennen. Nach der BMß^Wtch, daß man" den gerlehn von L Sch. Jbrrn Unlcrhalt zu erwerben i" fävrdclrn Occen miIitäcischen'Echn.tz harte verleihen kennen. „Gewiß, lieber Herrlich kaufe mir dafür rinen Posten ’ fo lange^Mch etwazu schntze/h da »*£, -w v£ Schmuckwaare Qeweli«a£; und Verkäufe sie wieder im einsorgec urw Hehrer es ihrecsäls aö^Lehien zelnen." >- gen nicht werden Kadeif fehlmHrssrN, Witt b Darlehn und daß Seel« und Ermahnunbehauptel, baß die RaudantaU« wenigstens nichtitst<so^'großer Ausdehnung vorzekommen wären, wenn auch die Behörden das Ihrige gerhan und zur rechten Zeit die nöthigen Vorkehrungen getroffen harren. Erst -nachdem di^schänblicheIrnaUdeceien schon durch Wochen verübt und die Juden ttf4tfcm nickt unbedeurenden Anzahl von Ortschaften ausgeplündert worden sind, habe sich die Regierung erinnert, daß ihr die Verpflichtung oklieae. LedeU^ü^ EigeartzDM der Staat»- -ürger vor Gewalcehärj^keÄ» «üfgeretzler. Bolkshaufen zu CmPie angebliche -Laumßligkeit der Behörden recht tar^istellen. wi:d schließlich behauptet: „Härte die M/giecuV noch etpige Tage gewartet, b»s die Judca-Plün- ^Veruna^ die R»chbe durch ganz Bödmen vollendet haben >-rnn wäre ihre Verpflichtung, bas Eigeotbum ihrer Ein Preßprozeß als Folge Der Rühmlichen Sraarsdürger zu schützest, aus Mangel des schutzbedülftigen n! Objects von selbst entfallen." >)N0eNkjkNk. " Es begründet daher der Inhalt dieses Artikels in zwei. Wenn ein Gewitter 'vorüb. ezieht, fo hallt der Donner facher Beziehung das Vergehen brS §. $00 Sr. G. in einzelnen Pulsen noch lang« Zeit nach, wenn auch die riet-t Diese» Vergehens ist Alexander S ch a rf, Herausgeber trrschen Wolken sich bereit« über unsren Häuptern entlaßen! und verantwortlicher Redakteur der Wiener SonnragS-Zeihaben. So haben auch die neulichen Judenexcess« ist Boh^Lung, umsomehr rechtlich beschuldigt, als er die Vornahme men einen-Preßprozeß und eine Verurrheilung in Wien jjr Revision des Bürstenabzuges bekannte. Derselbe wird zur Folge gehabt, die zu viel, charakteristische MomenreXhaher dieses Vergehens angeklagt. enthalten, um hier nicht nach den Miltheilungen ber^ Oer Präsident fragt den Angeklagten, welchen Ein- „Presse" unfern Lesern vorgeführt zu werben. fluß er auf die Veröffentlichung des Artikel« genommen. Wien, 24 April. Unter der Anklage des Vergehens Der/A n gek la g re erwiedert, er sej nicht Verfasser Wir blickten zweifelnd bin Pläsibenten an. „Es ist die volle Wahrheit, flüsterte,dustr zu; er wird ganz gut damit;u recht kommen. Seit zwei Jahren treibt er es schon so." Xi „Glauben Sie im Ernste, daß er da» Gelb zurückzahlen wirb i" „Ich bezweifle die« ,nicht im mmdesten. bemerkte der Vorsitzende; vorausgesetzt,, daß er leben bleibt. Wir machen häufig DarlehenAja dies ist beinahe die ringie Form, in der Wer Geld auebändigen; unv nur. an H drtagte Greife unv Greisinnen oder Witwen mit Air reichen wie es als Geschenk; doch ich will^tmen5 nachher genauer erklären." Fortsetzung felgt? der Aufwiegelung erscheint. der Herausgeber und verantwortliche Redakteur der Sonntags-Zeitung. Herr Alexander Scharf, vor Gericht, dessen Vorsitz heule vom Dice-Prasidrnren Ritter v. Schwär; geführt wird. Herr Alerander Scharf giedt''2N, baß er aus Pest geboren, 32 Jahre alt» vrcdeirakhet unv Vater von drei Kindern fei. Staatsanwalts«Substitut Bünbßdorf fungire als Ankläger: Oie Anklageschrift lauter: In dem mit „Schutz nach der Plünderung" überschrittenen und in Nr. 13 der Diener SonnlagS-Zeides Artikels, habe ihn aber vor dem Erscheinen im Bürstenabzüge gelesen und ihn ganz harmlos, ja so .human gefunden, daß ec keinen Anstand genommen, ihn ungekürzt ^aufzunehmen. .f ' Der P cakident bemerkt, daß die Staatsanwaltschaft eine actenmHßige Darstellung der wichtigsten-'Dattn über die Excrsse ist Böhmen überkeichk hat. wovon "der Angr,^ klagte auch verständigt, worpen, und läßt da« Documenr durch best Schriftführer verlesen. Dasselbe resystiirt die bekanntes Vorgänge in Hostomitz, Horowitz, Gmain, Schütttnhofen sowie die Versuche- und Gerüchte von kung vom 15. März d. I »thalrraen Artikel wirb den! Ercessen rw anderen Ortschaften, und die-Maßregeln, welche Behörden den in Böhmen am Eigenrhum mehrerer Juden' die.-Regierung , ergriff. verübten Plünderungen gegenüber eine Sorglosigkeit zur Last gelegt, die ebenso unwahr ist, als sie, wäre sie wahr, geeignet wäre, zum Haß und zur Verachtung gegen die Behörden und deren Organe aufzurrizen, und bereu Anordnungen hcrabzuivürdigen. ° Es *Mrd dehaupret, baß den empörenden Gräuelkharen deiweitem nicht mir der vollen Energie eyrgegenzetrelen wurde, welche gegen fo massenhafte Verbrechen angewrnbet werben sollte; daß vielmehr die ganze Angelegenheit mit einer Gemürhlichkrit deh^nE werde, als wenn es sich dlos um einige harmlo'e Raufexcess, bandeln würde. Seit Wochen würh« der Feind im Herzen des Landes, und es sei bisher nur nach mehreren Orten Militär züm Schutze des bereitvernichletrn Eigenthums entsendet worden, so daß-die'AuSzeplünberrrn beruhigt fein konnten, baß sie für den Augenblick nicht noch einmal ausgeplündert » Präsibent: Sie haben aus dieser acrenmäßige» Darstellung 'ersehen, baß von den. Behörden im wesentlichen nichts unterlassen, sondern zur rechten Zezr einzefchrittrn wurde, das Derhalten.de- BezirtsvdrsteberS Von Schüttenhofen ausgenommen, welcher. für feine Passivität nachdrücklich zur Verantwortung gezogen 'würde. WaS . Kaden Sie zu Ihrer Rechtfertigung anzuführea Der Angeklagte weist zu seiner Lrrtheidi'^ung darauf hin, daß er. seinen-Artikel eben nur mir. Bezug auf die Schütlenhofrner Vorgänge' geschrieben. Für die »verlesene Darlegung sei er der Staatsbehörde sehr verpflichtet, 40« bilde durch die Constärirung der Nachlässigkeit d«S Be» zirksoorsteherS' in Schüneahof<n seine (de- Angeklagten) gründlichste Äeclheidigung. » Emache einen eigenchümlichm Eindruck auf Ihn, baß, wahrend noch Niemand von den Excedente« und auch