Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 13 (1866)
- Issue
- 16 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 63 (sequence 3)
- Language
- German
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—r- 63 - lichen Herrschaft bracht»- sie aber die Juden in einen entschiedenen Nachthfil, da ge ja auch außerdem den Sonntag neben dem Sabbat 'pi besten hatten. Die Gründe der refoemirten Londoner'Juden für die Beseitigung diese» Gesetzescheinen unden gesunden Menschenverstand für sich ju haben. Die Beobachtung de» Sanhedrin von den Bergen war nämlich angeordnet, bevor die Methode der Berechnung den Juden bekannt geworden; und obgleich etwa 30 v. Ch. die Nothwendigkekt der persönlichen Beobachtung abgefchafft ward, so wurde der hinzugefügte Tag dennoch beibehalten. (Forts, folgt.) Vergleichende Studie» über den Talmud. Don Rabbiner D. Oppenheim zu Gr. Becskerek Die immer größere Ausdehnung, welche die vergleichenden Sprachstudien auf dem Gebiete der Mythologie, der Sagen und Märchen der alten Welt täglich gewinnen, hat in unserer Zeit der Wissenschaft ganz neue, früher ungekannre Fundgruben erschlossen. Nach Indien sind jetzt vornämlich die Lugen der Philologen, Linguisten, Mytho» logen und Philosophen gerichrek, wo man die Losung aller schwierigen Probleme zu finden hofft. Der JaphetiSmu», diese» brauseköpfige Kind de» modernen Frankreich», setzt alle Mittel in Bewegung um die Herrschaft über den sogenannten SrmitiSmus zu-erlangen und sich nach allen Seiten auSzubreiten. Und mag man wohl mir vollem Rechte die stolze Ueberhebung und Ueberschähung de» sogenannten JaphetiSmu» nicht gelten lassen, so verdienen dagegen die glücklichen Erfolge der vergleichenden Studien die höchste Beachtung und Würdigung. Solche Vergleiche zwischen den Sagen, Sprüchen, Anschauungen, und Gebräuchen der Nationen, di« auf einen gemeinsamen, dunklen Ursprung, auf eine gememsame, unencdeckle Quelle Hinweisen, Lassen sich bei aufmerksamer Prüfung und Beobachtung del 'allen Völkern anstellen. Je mehr und je sorgfältiger mau solch« vergleichende Studien anstelle, um so klarer tritt un» der einheitliche Ursprung de» Menschengeschlechtes entgegen, und um so mehr gewinnt die Idee an Ueberzeugung, daß da» Menschengeschlecht, trotz jder Verschiedenheit der Rassen und der Lolkvstämme, dennoch einst zur Einheit wieder zurückkehren wird. Daß auch der Talmud und der Midrasch sehr viele und wichtige Momente zu vergleichenden Srudien bieten, laßt sich bei der Größe und Weilschichtigkeit dieser-kolossalen Werke leicht denken — und r» dürften darum die nachfolgenden Proben nicht ungeeignet sein da» Interesse und die Aufmerksamkeit auf diesen wichtigen Gegenstand zu lenken. Die Schicksalsleiter. Im Midrasch rabba '(Genes. C. .63; LeviL C. 8; .Nurn. C. 3.) wird un» ein Gespräch zwischen einer wie e» scheint römischen Matrone u. R. Joße b. Chalafta über die Vorsehung und göttliche Weliregirrung mitgetheilt, und e» ist gewiß höchst merkwürdig, wie hier der Rabbi mit den griechischen Weltweisen fast wörtlich zufammentrifft und wie Beide in ihren Ansichten vollkommen harmonirrn. Wir geben die schöne Stelle nach der Ueb lrf. de» vr. Sach» sr vol degn Lei c e he, Stimmen vom Jor an rc. S. 163: Einstmal» ent» römische Matron Sprach zu de» Chalafta Sohne, Rabbi Joße: Sprich, o weiser Wie viel Tag' hat Gott darauf Daß bk«. Welt er aufing und Jener gab ihr drauf sich» Tage Weiter fragt sie: Wa» seit jener Ist denn Gotte» Thätigkeir? — Wa» er thut? — der Weife fid Und also die Antwort dann Stufen machet er und stellet Läflet diese landen, jene scheitern Auf dem schwanken Glückeömerr: Heißt die Einen in die Höhe . Heißt die Andern senken sich uni 'Nimmt dem Einen seimn reiche» Daß er einem Andern ihn ver! Weiset den von seinem Ehrenplah Und den Andern ruft er an die Ader ganz besonder» ist sein We Und am meisten, bleibt sein Aug Ehebündnisse zu gründen, Gatt' und Gattin zu verbinden. Aehnliche» erzählt un» Diogene» La vife ctUIouis):Chilon soll auch denAesop ge thue; und dieser soll ihm geantworkit drigt da-Hohe underhedrda» gleichen berichtet Aelian, vermischte Erz C. 30.): Pittakus verfertigte Leitern Mitylene, nicht etwa zum Gebrauche, Geschenke für da» Heiligtum. E» foljt ein Sinnbild fein, Wodurch er ein änderungen de» Glücke» Anzeigen wollte e» günstig ist, hinauf, der Unglücklich« steigt. \ Vergleicht man damit die Worte muß man über die wörtliche Ueberei obschon beide, d. h. der jüdische Gelehrt Philosoph, ganz., unabhängig von ein auSsprachen. Vielmehr ist e» währscheinfi Pittaku» die erwähnten Sprüche und Morgenlande überkommen haben. 772p rein na :7b nnorrnoa: :nh ,mailD 7710751 2WV?7rö25 157 '727 mb Daß «» R. Joße leicht war diesen zu begründen, braucht wohl nicht erst g ihm die Stelle: Gott ist Richter; er ern Jenen, Pf. 75, 8, hinlänglich al» unerwähnt wollen wir e» aber lassen, (l B. M. 28, 12.) al» «in Bild Gotte» mit der Welt und den Mensch Engels von den mittelalterlichen jüd Maim'uni und R. Jsak Arama, ebenfajl der göttlichen Wallung und Vorsicht e Be» > ann! verwendet, endet? an; Zeit besinnt, »nt: tro; }<n, neigen, Schatz. Reiher, „ nmerk, :rtiu» (l. TH. C.8. f» agthaben:wa»Zei» »aben: Er ernie» Niedrige. Desqhlungen (U. Buch, für bi« Tempel zu . sondern blv» zum en diese Leitern germaßen die Derwobei der, dem hingegen hinunter § i de» Midrasch, so i^stimnmng staunen, und der griechische ajtder ihre Ansichten ich, daß Aefop und innbilder au» dem eri2 L'«' nasb iae< kia-i? mt rt5» nriirea nw75 r'ia7 nrb b-vva Gedanken biblisch sagt zu werden, da edrigt diesen, erhöht ei» diente. Nicht laß die Jakobsleiter der Verbindung en vermittelst der fchen Philosophen, » al» ein Symbol klärt wurde. (Forts, folg«.) v>n