Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 13 (1866)
- Issue
- 16 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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* — 64 -ulzer-Feier. Zn fciir'Vn Tagen feierte der bekannte Oberkaneor S u l \ 11 in Wien fein vierzigjähriges Amtsjubiläum zu» gleich mit seinem siebenzigjährigen Geburtslage. Sulzer hat sich nicht blos als ausgezeichneter Dorfanger berühmt gemacht. sondern durch Ausstellung vieler Schüler und 'urch die Herausgabe seiner Gelanger (sekir Lion) Berdienst ^rwecben. Hier ein Bericht über die Feier: Die von der hiesigen i''raeukifchcn Gemeinde -zu Sulzer's Jubiläum veranstaltet« fynagogale Feier har Vormittags in dem glänzend erleuchteten jüdischen Tempel in der Seitenstetlengasse stattgekunr den. Während des Gottesdienstes wurde «in aus diesem Anlässe von Dr. Z.llioek verfaßtes Gebet von bemCantor Fischer mir wahrer Meisterschaft vorqerrazen, das den Jubilar zu Thranen rührte, dann von dem Prediger Dr. Jellinek in einer bangeren schwungvollen R^de auf die Verdienst« Sulzer'S um die Purificirung des jüdischen Gottesdienstes hingewiestn. Zum Schluß der Feier trug der Chor einen für dieie Festlichkeit ausgewählken und componirten Psalm vor. Nach dem Gottesdienste war die Wohnung Sulzer's der Sammelplatz der von allen Seiten herbeigestremlen Grarulanren. Den Reigen der Adressen und Ehrengaben erkffneren die Vertreter der hiesigen Cultusgrmeinbr, der Senior derselben an der Spitze, mit einer Adresse, welcher eine bedeutende Ehrengabe beigclegt war; hierauf folgten Rabomer, Canloren, Deputationen von Landstädten, Adressen und Ehrengeschenke aus Hoöcnrms, überreicht durch den Schrifrstcllec Wilhelm Frey: auS Berlin, Dresden, München, Pari», Rom, Florenz u. s. w. (und zwar erhielt Sulz.r aus P^riS «inen goldenen Becher, aus Rom einen silbernen Pocal, aus Floren; ein« sehr werthvolle Statue, Mo'eS darstellend; auS Triest eine prachtvolle flbtrnt Menera, auS Livorno und Ancona sehr, wenhvollp Geschenke, aus Prag ebenfalls einen silbernen Ehrechrocal, aus Bielitz in Schlesien und Kutttnplan in Böhmew, aus Groß'Kanizsa in Ungarn Geschenke, sämmtlich in Begleitung von Beglückwünschungs-Adressen). Bon vielen lisraelirnchen Gemeinden des In- und Auslandes find auf telegraphischem Wege Beglückwünschungen eingetroffen. Dor, gestern überreichte der hiesige israelitische Frauenvereir Jubilar eine Ehrengabe nebü Adresse. Wiederholt veder Jubilant, den Gefühlen des Dankes und der Freud» che sein Her; bewegten, durch Worte Ausdruck zu «eben; allein lebesmal lähmte die überströmcnde Empfindung Zrrn^e. Der Werth der Ehrengaben soll überKOOO fl. bet •Sie Kuriosum. 2!i' i.c :rsq L'ell'L afren sich betrügen 1; In London, Marv'ebone, wurde Salomon vor den Friecensrichter Herrn Manssield geführt, klagt beS »olgenden Betruges. Der Ang^lagte k dem üchre weiseine agen. 'ten. landausgestoßcn worden, und nachdem er die übelst« Behandlung empfangen, sei'er gezwungen worben, bas Land zu verlassen. Um dies rhun zu können, hätte er seine Uhr und Kleider verkauft, und so die Kosten für di« Uederfahrt nach England bestritten, wo er zu Southampton, von allen Mitteln entblößt, gelandet sei und noch sein seidene» Schnupftuch für einen Schilling weggegeden hätte, um sich Nahrung zu verschaffen. Seitdem wäre er herumgegangen, ohne Mittel sich Brod ober Fleisch zu kaufen. Er sagte Herrn Hurditch ferner, er sei hungrig und habe keinen Ort zum wohnen. Auch behauptete er, Skrohbecken nach Belieb^» fertigen zu können, und, habe er Aufträge gesucht und erkalten, aber könnte' sie nicht ausführen, da er kein Geld zum Ankauf der Materialien bade. Zn Folge dieser Aussagen nahm Herr Hurditch den Angeklagten mit nach Hause, gab ihm ein gutes Mitiagbrod und schenkt« ihm dann einen Sovereign, um sich das zum Mattenfleäittn Nöthiq«. anzuschaffen. Der Angeklagte sagte, er werde zurückkehren, nachdem er die Malten gefertigt. Er ging dann fort, aber kam in kurzer Zeit zurück und sagte, er wünsche noch fünf Schilling, um seine Wohnung zu bezahlen, da er ein kleines Zimmer für sich gemierhet habe. Nach Erhaltung der fünf Schillinge begann er von Taufe zu sprechen, was — wie Herr Hurditch sagte — seinen Verdacht erregte, aber er ließ noch einmal jenen gehen. Zwei Tage darauf sprach der Angeklagte von neuem vor und sagte, ec hätte die Matten vollendet und sti im Begriff,, zwei Guineen für dieselben zu erhalten. Er fügte hinzu, daß er Herrn Hurditch noch nicht bezahlen könne, weil er das Geld zum Ankauf von Materialien für einen Auftrag von mehreren Guineen an Werth verwenden wollte. Nachdem er hierüber viel gesprochen, bar er den Sekretär um ein weiteres Anlehen; und Herr Hurditch, um ihn zu überzeugen, daß er nicht hätte, was jener wünscht, zeigte demselben seine leere Börse. Der Angeklagte zuckte die Schultern und sagte, baß es bann mit ihm aus sei, denn Herr Hurditch sei sein einziger Freund. Der Letztere ging mit dem Angeklagten aus, wir ec ihm sagte, um zu sehen, ob er einen Freund finden könnte, ikm baS Geld zu leihen. Auf ihrem Wege kamen sie vor dem Hause vorüber, wo der Angeklagte gemietber zu haben behauptete, und der Sekretär, wünschte hineinzugehen, um die Matten zu besichtigen. Der Angeklagte sagte: „Nein, nein, sie sind nach der City gebracht." Darauf wurde er zum Polizeidüreau geführt. Da der Polizeibeamte Jsaacson dies vernahm und Nachforschungen veranstaltet, sowie auch einen Zeugen vorqrführt harte, aus dessen Aussagen hecvorging, daß der Gefangene im Sradttbeil Whitechapel länger als zwölf Jahre gelebt hätte und niemals «in Rabbiner gewesen war, so verurtheilte ihn Herr Mansfi.ld zu drei Monaten harter Arbeit. Allgemeine Rettung de« Jud en<b um S. No. 15. 1866. Inhalt: Leitende Artikel: Tie^Sxcesie in Bödmen. — ange» Lpenprs zurLellendung der BibelauSgabe mir großen Tvpru.— n zu Rettungen aörtdbten: Deutscbland: Franken. Preu« dem Sekretär einer Drk,brungsgr'«ll''chaft, Herrn Hurditch, ' sten: Frankfurt a. C.f Strzelno. Cefterrei4i!{berÄatfet= und sagte ihm, er wäre ein bekehrter Rabbiner; in Folge t - Dien, Dien. Wien, Lemberg. Esiezg, Krakau. Rußland: feine» Ueberkrittes sei-er aus der Gemeinde getrieben und - jggJ M sieben durch jed^*Pcst-mil und jede Biscbhan^lung. von «einen freunden. Verwandten und Hcimatb m Helttkch, * RattfUd? 3 Tb-ler, vicrieljährlich % ittaler. Beraniwörrlicher 9iem$jnnr Dr. H. Lotze. T t« Sn,«zLriner'«.B-ckba«sm»g iir'ketzziz. — Dr»ck »ca G. »reviiaz ic %• V Vt