Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1866-01-01 · 9 (1866) · p. Seite 35

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
13 (1866)
Issue
9 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 35 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/4908862-5999396-6026788--3175-4911391
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

35 Malers zusammengedrängt! Und kann man'» der letztem verdenken, daß sie über die engen Grenzen des Histori» sch e n (vergk. Kön. II. 25. 5—7, Chron. II. 36. 12, 13 und Jerem. 32. 1—5) weit, gar sehr weit hinausgegang«»? — Ihre« Culminarionspunkt aber erreicht sie in dem, was das Bild uns hoch oben, über den vorher skizzirten Theilen. schauen läßt. Denn was hier unfern Blicken begegnet, soll — ebenfalls, wie im AdelS-Bilde (vrr- Al. 2. D. 1865 Nr. 41) — den „auf Wolken thronen» den „Herrn" darstellen, — doch nicht wie dort alS „Rächer," sondern alS „Gott der Gnade," welcher, von himmlischen Heerscharen umgeben, den Weg weist, den die Fort» geführten seines Volk.- gehen sollen. — — So weit das Bild selber. — Wa« indessen die Kritik anlangt, so hören wir dieselbe allerdings an der technischen Ausführung Nichts ausstellen, während sie dagegen mit der Co mp ofi ti o n sich nicht einverstanden erklären kann, ja eS gradczu mißbilligt, in einem rein historischen Vorgang, wie vorliegendes Gemälde ihn darstellt, religiöse Ad st ra e ti o ne n, wie „Gott" und die „himmlischen Heerschaaren" eingemischt zu sehen, — eine Ausschreitung, welche mit den jetzigen geläuterten Anschauungen von der Geschichksmalerei auf's grellste contrastire. « Frankfurt a. d. Oder im Febrar 1866. L. Weyl. Fragen und Antworten?) 11.?. in M. Zch gestehe Ihnen, baß mir der Sinn beS ersten Segensspruches am Morgen nach dem lloreliu, der am Wochentage und am Sabdarh gleich lautend ist, niemals klar wurde/*) „Der das Licht gebildet und die Finsterniß schafft, Frieden macht und das All schaffet" — diese Reihenfolge Licht, Finsterniß, Frieden, das All, begreife ich nicht, auch wenn >kch di« I’arlicipfa praesenlis mit der Vergangenheit erkläre, und sage gebildet, geschaffen u. s. w. Wenn diese Worte an anderen Stellen, mitten in irgend einem längeren Gebete stünden» so würde ich weniger dabei stehen bleiben und nicht glauben, daß ich einen tieferen Sinn darin voraussetzen müsse. Aber hier, in einem so bedeutsam hervorlretenden Segensspruche, zum Beginne der eigentlichen Morgengebete, muß ein besonderer Gedanke ausgesprochen sein, den Sie mir wohl erklären werden. Recht gern, und ich halte die Schwierigkeit nicht für zu groß. Der Vers ist bis auf die letzten Worte „der oa- All schaffet" au» dem 7ten Verse de- 45ten Kapitel» des Jesajas genommen; und gerade, worin unsre Weifen oen Ver» geändert (vgl. Berachokh 11, 2.) zeigt, daß sie einen höheren Gedanken damit verbanden. Licht und Finsterniß sind zwei totale Gegensätze, die bedeutendsten, die am meisten inS Auge fallenden, namentlich am Mor» *) Wir wollen hier mittheilen, daß in der, Frage 6 (Rr. 8 d. Bl.) besprochenen Angelegenheit die kön. Regierung in liberalem Sinne entschieden, und bestimmt hat, daß der betr. Israelit nicht more jud&ico, sondern in der allgemeinen Weise vereidigt werde. I **) n« emai virw nov nwn ntoi me* “ixv Ion gen. Sie vertreten >ber die vielen G egensätze, die in der Welt vorhanden. Aller dieser Geg« osätze Schöpfer ist derselbe Gott; er ha! sie inS Daseir gerufen. Aber er hat dies« widerstreiten len Gegensätze zi einer höheren Ein» heit, durch Ordnung und Maß zur H armonie zu bringen verstanden („der Fri den schaff?'), , ab durch dies« all» weise Vereinigung utd Harmonie b r Gegensätze besteht da» All, kam r» zur» Sein, und erneut sich immerfort. Au» dieser kurzen luseinandersetznntz wird Ihnen der große,, hier auSgespiochene Gedanke einleuchten. Noch wichtiger wird Jhner; dieser Ausspruch erscheinen, wenn Sie erfahren, daß den angeführten DerS des Jesaja»v" schon SaadiaS dein persischen Dualismus, der Lehre von einem Gotte bei! Lichtes und einem Gone der Finsterniß (Ormuzd und Ahriman) enrgeg,»treten läßt, waS von unsrem SegrnSswuchr um so eher geglaubt werden kann. Wir sehen d>inn hier da» Judenthum siegreich seine Lehre von der Einheit der-Welt, di« in der Einheit degöttlichen Wesen» begründet ist, «ine Einheit, in welcher alle Gegensätze aufhören, weil eS eben Gegensätze nur für die sinnliche Wahrnehmung, nicht in der Wesenheit sind, Verbünden, während baS Heidenthum niemal» über die uHrersöhnlichkeit dieser Gegensätze hin» atl» gekommen, sie entweder im ewigen Kampfe begriffen, oder durch ein driffe» göttliches Wesen gewissermaßen glaubte. Da hat denn nun die >ft die Lehrede» Judenthum» glän, ja Licht und Finsternkß, Wärme diese Gegensätze durchaus nicht al» andern daß lhr« Verschiedmheit nur geringeren Aüwesen-eit des Lichtes, in Schach gehalten neuere Naturwissensch zend bewährt, da si und Kälte und alle solche erkannt bat, der größeren ober der Wärme u. s. n. besteht, ober, genauer zu sprechen, der das Licht und die Wärme hervorbringenden Be» ' wegung kleir . Au» einem bürg wird uns folg sterS mitgerheilt: „2 nen har man blos Juden ke Schwein,fl« f (Es ist damit de. Au welchen Excrav rganzen. der I u d (et zu welchen Widerspri chen und welche bietet sich folgende- Beispiel. Im Wagener'schen „Starr-» und Ge kon" findet sich untri dem Artikel I des Urthekl über Felix Mendel»s „Wie soll ein Weseii, welches, ohvje auch ohne Hingebung und Sympathie sich nur zwischen seit en besonderen u und Aufklärung-Phrasen hin- und he^b sche, unser« christliche Curiosa. n Orte der nde Aeußrrung ie Geschichte v< Jude Dirch ch essen sollen/ Prof. vr. Birchow gemeint.) der Welt in Kunst» rken, zu denen doch vor Allem Original! §t gehört, wie! erfpngeln und verklären können. Man beobachte z. B. die Angst, mit der ovinz Brandeneines Schlächrermein wegen die Trichi, ufgebracht, weil die en haß führen kann, Seldstvrrgessenheit, zehnten Bande des lschafts - Lexiudenthüm folgen» >hn- Bar rholdy: Selbstgefühl, also für seine-Umgebung, l^td profanen Zwecken ewegt, masere beut-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.