Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 13 (1866)
- Issue
- 6 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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23 v. S. in unser Stäbchen. Man sprach von schlechten Streichen, Verschwendung, unbezahlten Ehrenschulden, ja sogar falschem Spiel. Seine Verwandten vermochten ihn endlich die Residenz zu verlassen und nach der Universität jt. zu gehen mit dem Bedeuten, bei dem ersten schlechten Streich die Hand von ihm abziehen zu wollen. Wir hätten uns niemals darum bekümmert; aber leider sollte ein so schrecklicher Weise in unser Schicksal eingreifen. Doch diewissen Sie, und Sie erlassen mir wohl die Schilderung der schrecklichen Tage, die wir durchlebt, alS die Nachricht von dem traurigen Geschicke meine-Sohnes, diese» Musters einejungen Mannes, die Freude, der Stolz und die Hoffnung einer so viel geprüften Witlwe, zu uns kam.- Dies war di« Erzählung der Frau Rofrnthal, und sie hatte kaum geendet, als dir schone Amalie hereintrat, und J unS nach der Laube zu dem frugalen Abendbrod einluS. j Welch ein unvergeßlicher Abend! — Doch habe ich nur ’ noch weniges hinzuzufügen. Trotzdem ich nun AlleS wußte, und die ganze Arne klar vor mir lag, hatte ich; voch Veranlassung, noch über drei Tage in dem GrbirgS» . stadtchen und seiner schönen Umgebung zu verweilen, bi» ich die Reise nach der Heimalh nicht länger aufschieben j konnte. Merkwürdig genug ging seitdem mein Weg toofr : dieser nach K. und zurück immer über dieses Städtchen,! und einige Jahre später, als ich mich in meinem jetzigen; Wohnorte als praktischer Arzt niedergelassen, übersiedelt«; die Familie Rofenthal mit mir dahin. Kurz — mein! ältester Sohn, der auch den ärztlichen Beruf gewählt hat, I weilt gegenwärtig bei seinem Oheim, dem sehr beschäftigten,! und jetzt schon sehr gealterten Dr» Rofrnthal in Philadelphia, um nach und nach dessen Praxis zu übernehmen. Nach den letzten Briefen wird er wohl auch seinen Oheim, der nur zwei Tochter besitzt, bald mit einem noch zärtlicheren Namen zu beueonea haben. Benjamin Gompertz. In Nr. -1 der A. Z. d. Jud. haben wir den Tod des ausgezeichneten Mathematikers Benjamin Gompertz zu London gemeldet. In diesen Tagen wurde von Herrn MareuS N. Adler im Institute of Acluaries ein« Biographie desselben verlesen, aus der wir nach dem Daily Telegraph vom 3. Januar Folgendes entnehmen. Benjamin Gompertz wurde am Ü. März 1779 geboren und gehörte zum jüdischen Glauben. Er war mit einigen der einflußreichsten Männer der Gemeinde verwandt, sein Schwager war der wohlbekannte Menschenfreund Sir MoseS Montefiore, Ba» roner. Herr Gompertz har sich größtenlheils selbst unterrichtet; und so groß war schon als Knabe seine Wißbegier, daß, alS feine Eltern, welche die schlimmen Folgen des zu langen nächtlichen SlubirenS aus seine Gesundheit fürchteten, alle Lichter auS feinem Bereiche nahmen, er sich dann in den Garten stahl und seine Studien bei Mondlicht fortsetzte. Newton war fein Lirdlingsschnststrller, und er ver» rheidigte energisch einig« seiner Ansichten, im Gegensätze zu denen von Leibnitz, nicht blos auf geistigem, sondern auch auf moralischem Gebiete. Die hohe Stellung, welche er als Mitglied der bedeutendsten gelehrten Gesellschaften in London Di einnahm, verdankte er nicht allein den z lichen Artikeln, mit welchen er ihre Sa sondirrn auch der werthvollen Theilnahnje, Sitzungen und Berathungen nahm, mischen Gesellschaft, zu weicher er im Jahr« 1820 gehörte, theilte er mehre cheorie astronomischer Instrumente, Lichtes u. s. ty. mir. Er arbeitete Francis Daily an den Tabellen lerne. Seine Verbindung mit der .803, also fett vollen fechszlg Iahe« tlt. Üte a- ■ fr<3 «:tn Ibt z« ' ai. t ng Beiträge zu den „Philosophical Transp Nachdenken und entschiedene Originali bot der Verf. mehrere Abhandlungen kä'keh und Porismen der Gesellschaft nomimen wurden. Herr Gompertz damaligen Sekretair der Gesellschaft, deH nachdem Grunde ihrfr Weigerung. „D tere das Organ dieser vielleicht gelehrt pas,l „Ihre Schriften sind zu tief füi würden sie verstehen können." Der Derf diese Schriften auf seine eigrnen Kosten wohl alS auch feinen Memoirs on Life C er hauptsächlich seinen hohen Ruf. den ec matlker genoß.^Jn den „Philosophical res 182legre er sein berühmtes Gesetz b lichkeit dar. Er beweist darin: Es Coristitution eine Kraft. den Wirkung«^ stedtn, welche von der Geburt an bis sich i noch vermehrt und von jener Zeit eine! solche augenscheinliche Dermindrr nehmenden Anzeichen deS Todes zu eine: Gompertz nimmt an, baß die Lebenskrr f Tode zu widerstehen, in gleichen Zeiträumen sich verliert. Herr Gompär waltung der Alliance British and Foreig i raace Company betraut worden, von KaUonal Reversionary Company er der Resultate feiner Forschungen vor dem sammenfassen. In jenem Jahre legte Statistical Congress, der in London zufan vor, in welcher er nachwies, daß sein G die Sterblichkeit, sondern auch auf die K aufeinander folgende Abhandlungen, königlichen Gesellschaft legte, enthielt^, feines Gesetzes, durch welches die Sterbi I in Pen verschiedenen Stufen der Kind Alters bestimmt werden könnte. Nacht de-!Mrmoir« könnten die besonderen Rrkselmäßigkeit zu gewissen klimact auch durch eine weitere Entwicklung werden. Während Herr Gompertz vertieft war, wurde er von einer Ec starb in dem hohen Alter von Juli d. I. Herr Adler schloß, indechr Tugenden und die Wohlthäligkeit vorhob. thlreichen Wissenschaft» t imelwerke bereicherte, welche er an ihren königlichen astrono, eit deren Gründung e Abhandlungen über über dir Abweichung auch mit dem verstor» für die Stellen der ön. Gesellschaft datirt >. Seine verschiedenen etions" zeigten tiefe- Jm Jahre 1816 r imaginär« Quanti« die aber nicht ange, te eine- Tageden er zufällig begegnete,.^ e Sache ist,"anrwor,' Gesellschaft Euro« uns — nur Wenige veröffentlichte darauf Diesen Merken so-!o^tingencies" verdankt n Europa als Mathe, t ansaclions" des Iah, rmrnschtichen Ererb, in der menschlichen des Uebels zu widerelnem gewissen Alter sich vermindert,,und deveurcn di« gewissen Zeit. 't, oder die Kraft dem rtionen, in gleichen tz, der mit der Der, Life and Fire Asaunen wie auch von der 1 etuar war, konnte die Zähre 1860 nicht zM er dem International menkam, eine Arbeit setz sich nicht blos auf! ankheit beziehe. Zwei er in die Hände der eine Ausdehnung chkeit der Menschheit >eit und des höchsten er Meinung des Derf.! lbweichungen von erßschrn Lebensperioden Gesetzes festgrstellt diesen Forschungen Lähmung betroffen. 8? Jahren, am 14. er die persönlichen Verstorbenen her» tut teS i i b!s