Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 13 (1866)
- Issue
- 5 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 3)
- Language
- German
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seinen vom Papst <cb*lun«n Fr,»bei,f vor und alaublt darauf gesiützt, unbelästigt zu bleiben; allein di, Rickier rissen ihn ihm auden Hände» und begaben sich damit »um Papste und hielten ihm das Ungedühriirt'e vor, daß er «inen Verhöhner he- Ckristenthumfckützre. Clemens erwiebeet«: er braucht, Molche;u einem geheimen Zweck, und wünschte, daß man ihn unbehelligt lass,. Al/ die Inquisition von der Anklage adftch.n wollte, brachte Mantin neu, Punkte gegen ihn auf. Er wußte sich den Brief zu verschaffen, den Molche tini*.’ Jahr« vorher von Mo» nasttr aus über sein früher«- L.Sen und seinen Rücktritt zum Zudenrhum an Joseph Tavrasak geschrieben hatte, ubersrhte ihn in- Lateinische und legte ihn d«m Tribunal vor. Da dieser Brief obne Zweifel Schmähungen gegen Eoom, d. h. gegen Rom und da- Chriftenrhum enthielt, so mußte die Inquisition darauf eingehen, und auch Etem«ns durfte sich nicht der Anklage desselben widersetzcn. Di« Kongregation macht« hierauf Diolcho d.n Prozeß und veeurrheilr« ihn zum Feuertod«, fcrin Scheiterhaufen wurde angezündet, der «ine große Voltsm.nge berb,«lockte. Ein Verdammter wurde im Büßerhemd herbeigeföhrr, ohne Umstände in- Feuer geworfen, und ein Richter zeigte dem Papste an, daß der Glaubrnsakr durch den Tod de- Der» drechrrgeschehen sei. Da- Erstaunen de- Richters und der Zeugen der Hinrichtung soll groß gewesen sein, Salomo Molchs in den Zimmern de- Papstelebend »Ngenoffen wurde. Elemensoll nämlich um seinem SLutzling da- Leben zu retten »men Andere» untergeschoben daben, der den Schrirer^ufen bestiegen habe, während Salomo Molcho ben päßstttchen Gemächern verborgen gehalten woeben ßet. Diesoll brr Papst selbst de« betretenen Richter, «itgetheilt und ihm Stillschweigen über bi« Sache -aufi gelegt haben, damit die Aufregung unter Christen und Juden nicht neue Nahrung erhalten solle. Salomo Mol» cho war gerettet; aber er durfte n,chr länger in Rom venbeilen; dasah er seldst ein und bat den Papst ihn -u entlasse». Unter Begleitung einiger treuen Diener de- Papstes ritt Salomo Molch» Nachtau- Rom (Fedruar ober März ILAt). Wohin er sich be^rt, ist nicht ^de» kannt, vielleicht nach Bologna, wo er auch öfter öffentlich gepredigt hat. Alle dies« Vorgänge berichtete Molcho seldst In eine« Sendschreiben an seine Freund« im heiligen Lang« un» beglaubigt« sie durch Zeugnisse von dm römi» sch« O»nwinbeborstetzern und durch Aussagen von Per. taa, denen er ba- Schreiben übergeden har. E-'iachp an der Wahrheit derselben nicht zu zweifeln. Er Mgtt 4a br« Sendschreiben hinzu: er habe »och mehr Ok^gtachW» «nb Schikanen von Jude» erlitt«, als er baschrÜmst/M: »ast« jedoch bi« Namen undUnrhaten seiner Fetnbe an- Schonung nicht nennen. Sr erwarte di« Zeit. In welcher Varr an ihm Wunder thun werde; denn esri gerade jetzt die Zelt der Gnade und der Liebe. Nach Molch«'- Entfernung au- R-m und bes-adernach de» Tode drihn und die Marranen befondrrbegüastßstWchm Cardinal Lorenzo Pacci (September IUI) trat eine E-bere Stimmung ln Betreff der Marranen «la. Ein MWgte-scher Unterhändler erlangte vom Papst«. «p «M Kaiser Kart und von dem GMßpöniteariar, älU-m. MDGMßchfalge« seine- Oheim-, gedrängt Md«, aös kb MEhMMch, SuA« pif EinfÜhrnng dee Jaqntff, eion sausqestellr >7. Dee. ISLä).!Alschämt» sich bi», sec m«ld« Papst seine ehemaligen Schützlinge verfchg-A ßv lass«, gesellte er ihnen die Lutherastee zu. Er »oar ab«» darauf bedacht, daß nicht dir chaubfn-evnthigen D-mlast kaner Gewalt über ble Marranen Erlang« sollten..-,Ma Fruncistaner, der milde gesinnte Pjlchtvarer des Köntßch Oiogo de Silva, wurde zum!Gen«eatinq>Mtzr.N»G Portugal ernannt. Drei Bluttridupale würben -rihchg»-; in Lissabon, Evora undCaimbra, und sie ngtzmm sich die fpaoitchen von Torquemada eingeführr« » den Nachfolgern verdesserten, d. h. Noch -reine», \ tulione« zum Muster. — | Wir übergehen hier dl« schreckeaüvaii« keiMn, nunmehr von der portugiesischen Jiqnlsition ans bte rauen gehäuft wurden, und bi, selbst den Sßßst. de» Gw j laß jener Lnlle bereuen ließen, und wenbrrr^natz -a d«m Ende jener beiden Männer, die unin dieser MßtzttVß beschäftigen.! , In dieser Zeit nahmen Salomo Molcho nab ^>chsßh R-ubenl ihre mystisch, Thätigkeit Wiede« auf »nb Mflp den abenteuerliche» Plan, sich zum Kaiser »ach WßMst» bürg zu begeben, wo damals der Reichstag perstWWA war. Welchen Zweck der Schwärmer und der HßWtzMM damit verfolgen wollten, ob im Interesse der MachchWff , »der vielleicht den Kaiser zu bewegen, H4« And« aachstWf! Mamenland» au-wanbern zu laf^en1. ist nscht tMgM^ Mit einer fliegenden Fahne, worauf dt, Buchstabe» MOstst bi gestickt waren (Lnfangsbuchstabest de- BerßesL ÄWM! ist gleich die unter ben Mächten o Hdrr"), Bologaa über Ferrara nnb Sie orhielwn auch Audi«- hei« warM für das Inben-tzmu I h-tzstnpMtr sie hält« d« Kaiser! h-üehre» wall«, «as»he wahrscheinlich Klagt, war, daß Karl beide in Fesseln werfe» tt-ß (Jnat— tember lüSL). Er führte darauf Ibelbe -ebunb« i sich auf feiner Reise nach Mantua.! Die . in Regensburz zuruch. In Manma! ließ der Kaiser Giaubensgericht zusammrntreren. und! dieses v« Molcho als Abgefalleuen und Keher -um Senertodr. MHh-tzNh! der Kaiser sich seinen Auf«»halr in Maistaa durch Trsumtztzch Feste, Jaßden, Eo«edi«spi,1 und Mstdaekeit« astm An . angraeh» machte, wurde der' Scheiterhanf-N für h« > «ne» aus -iffabon, Diogo Pires »M Sal-aw angeßstnhet. Mir geknebelt,« Mündt wurde er gesRhrt. Denn sein« veeedsamkeit »a!e so tzinwiü,ad»>sber Kats« unb bas Tribunal de» Embh-ck deWstM^gU die Hßmß, fürchtete, wen» er srtaoAiihghätM^ können. Dar»« vernreheilte» fl« Dock als ßß> H«lersknechte schon bswtt »»wchtzMlach» die lodernd« Flamm« zu weif« kam -st- Saw brckAMMst, löste ihm dm Kaetzei »ntz fragt« thnl ia beff« M»m«: ob er sein Verbrechen bereue unb 4a deck Sch znßstckkihrm »ollez tu diesen» Haste foll» werden. Molcho erwleberte darauf, wie zu , ba er sich gewiffermaß« uach dem Märr-t hatte, ,^sangenehme- Gauzopfer astf dem Hrrra." Seine Antwort laute««: er beeem « sein« Ingen» Ehrtgewesen z» sitn^ Man kh»^MG,W«itch« Verfahren, n hof^, »aß » DAG chcheh« »erbe. Darauf w»d-