Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 13 (1866)
- Issue
- 5 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 2)
- Language
- German
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18 V Ich trat mit der Murre» allem, und sie mir immer j mehr. se weiter ich mich, mir ibr imucatiit. Man de, > inerkte irfrht leicht. daß sie keinen großen Tbeik vcn der j Brlvunq belaß, die man äeirchnlich so nenne; sie sprach nicht ganz richria und ihr« Auscrücke waren kaum sedr , gewählt; aber desto heller webe, aus allen ihren Worten 1 »ine wavre und cieke H.k;cnshr^.unq heraus, «in klarer Berfland mir ti.f.m Ge"n'I a.oaa c. ein Gcmükh. da« über die Täuschungen und Kämpfe dec- Lesens. über. der Abhärtungen. der cc.:.1, - 'chw.re Prüfungen mit sich führen, die Zarklr:r der Empsincunq und die Unmirl.ldark?it des fHctüh e n ,bt r.l-.c.y bat, und! darum Enrschiedenbeit und W-nchd-i: vereinig«. OreS ssrach sich auch m der Gesta.r uru den Züaen der früh gealterten Wlttwc aus. imc ü.er ::<6 etwas markirre l^eüchl brachte der milde %ni. der auS den noch immer seelenvollen Augen ü'i, >me Zr.urrblichkeit und Milde, die unendlich anpra». Ganz wie die Mulire war aber die Tochter, nur baß dier du Frische der Jugend und eine wahre Schönheit der Formen — so schien e< mir wenigstens damals entzückten, ja zur Bewunder» . unq hinrissrn. Die Beiden ergänztet; sich mir einander. ' und jede erschien Einem wie die Anvcrc, je nachdem man sie sich in 'der Jugend oder dem Alrew dachte. Mir einem Wort., eS war mir sehr wohl in Di\m Haus«, und ich ' segnete den Ent'chluß, der mich bierhergeführt. Während > meines Alleinsein« mir der Mutter kam diese mir auf! halbem Weg« entgegen. Ich bällt }u viel Interesse an dem Schicksalihres Sohnes genommen, als ^daß sie mir ' -nicht schuldig sei. mir über Alles Ausschluß ju ^ebea. was; jene traurige Katastrophe h,rh«i,cfüdrl; sie war» dies ihrem Sohne selbst schuldig, um ihn e»c mit völlig z» i »echtfertige». Was st« mir erzählt.. ldri!« ich drei in der Kürz« mir. ^Schluß folgt.) Ewige geschichtliche Misccllcn.! <Aus dem tX. Bande von Grätz „Geschichte der! Juden./" 3. Salomon Molch o. der kaddalisti sche Schwärmer. (Fortsetzung.) . Beide wurden indessen von nüchternen Juden, welche Gefahr für sich und dt« Iudenbeir fürchteten, verfolgt- | Molchs gerierh noch dazu in Venedig in «ine Privat- . gegnerschaft mit de« wissensreichen, aber wenig gewissenhaften Arzt Jakob Mantin Dl.irr Hane einen Streit > mit einem andern Arzte. dem mehr ralmudischgelehrten i Elia Menahem Chalfoa. Molcho wollte eine Der» Ahnung zwischen Beiden zu Stand» bringen, Mantin «u aber nicht da;« zu bewegen und übertrug seinen! Haß aegen seinen Gegner auch auf ihn, klagte ihn bei der vmetianischea Behörde an und brandmarkte sein« Dar» kündig«»-«» als Zauberei. Molch» wurde sogar in Vene» chg, d»rch jübtßche HTnd, vergiftet und verfiel dadurch in tim schwere Krankheit'. J»bess» traf bi« vo» ihm verkündet« Uederfchwerr.- W»na f> Sk»»tz «chÜich eia, verwandelte Rom in einer mGnchM'Mch AHd richtet» gr»ß« Verheerungen an. Merkwürdiger Weise war von der jüdische« Bevärßrrung 'hoi der Flurh nur eine alt« Kran umgekomme». Auch hör Ueder-chwemmung im Norden, die Molch» t» 2mmw gesehen, war eingetroffm. Flandern erlitt (Nove»brr) bas Schicksal Roms. Auch eia gläuzmbor Komet erschien mit großen Strahlen, baß es schien, als wenn der Himmel sich, öffnet,. In Portugal zitterte die Erde dreimal und das Erdbeben zerstörte in Lissabon viele Häuser «nb de» grub viel« Menschen unter den Trümmern (26. Januar 1531 >. In Cantarem wären die Marranen damals um ein Haar Dpter des aufgeregten Fanatismus geworden. Die blindgläubige und fanalifirte Bevölkerung beleuchtete bas Ecdbebrn als Straf« de« Himmels weg» %tt Dul» dunz der Neuchrrstcn und wollte bete» Häuser fiürmev. Es gelang aber dem Dichter Ätl Bicent« durch ernste und icherrenbe Reben sie davon adzudringen. Nach der Urberschwemmung Roms war Molcho wieder in dieser Stadt erschienen. Hier wurde er wie ein Prophet verehrt. .Der Papst, dem er di« Ungkückosälle vorher verkündet h.Ul«, schien ihn ins Herz grschloffrn zu haben. Er er.i.S ihm förmliche Ehrenbezeuguogen. Der portugiesisch, Gesandte Bra« Ne»o sagt« ihm: wen« der König von Portugal wußte, daß Molcho ein so gottgefälliger, zukunsrskunbrger Mann i'ei, würbe er ihm gestaMt haben, in s«!»cm Staate;» leben. Gerade in dieser Zeit hatte dieser Gesandte vcn feinem Fürsten de» Auftrag er, halten, voin päpstlichen Stuhl, ganz »m Geheime» Bolle zur Einführung der Inquisition in Portu-esi gegen di, Marranen zu erwirken. Es war «in sehr ungünstiger Aug»» blick dafür zewävlt. Di« Sach« wurde de« Großgüuitpuztar Eardinal Loren, o Purer zur Entschoibuag^voW^Mr,v AVer woser so wie der Papst "VkmseuA, so» D«MM» ' Molcho deeinflußl, waren gleich Anfangs entßchßpbsch vsgegen. Purci bemerkte ccm poruißiefische» GefiMbch» gkutzp» zu: Der König von Portugal habe es wie bt« Kß«fge von Spanien, mehr auf-die Reichthümer dos Marrauß», als auf dir Reinheit des Glauben» abgesehen. Möge er ihnen lieber erlauben, frei »ach ihren Gesetze» M leben und nur diejtnigen bestrafen, welche, freiwillig den Katho» licismus bekennend, dann wieder zum Jubenthuw» zurücklallen sollten. Bras Nero konnte für den Augenblick nichts ausrrchten. Er fürchtete sich sogar vor Molchs'» Einfluß beim Papste und mußte seine Schritte gehet« halten, damit es ti, Marranen in Portugal nicht erführe» und Summrn an Molcho sendeten, um di« Umgebung de« Papste» ui;.«inmn, gegen die Einführung da Inquisition zu arbeiten. Inzwischen wurde Molcho von feine» «ige»W Gspuhmsgenossen uno besonder« von seinem Fesud« Achtzb EsD» tin aufs darttäckigste verfolgt. Dieser S^chDch^m^bvMb sich eigen« zu dem Zwecke nach Rom, baß. VeGchhG dessen, da» er ohne Grund Haßt«, zu dstreido». & gewissermaßrn den portuqi,fische» Gesandte, M Metz,, baß er einen ehemaligen Ehrifio, amt Ps«»ga^ ßn MM» das Ehristeathum predigte, frei 1, . Uo» «GGWMEW» ließ». Da ihm der Gesandte kein Getzär jch»»W DEHdore sich Mantin mit derselben Anklage an dt^WzißßtsW. brachte Zeugen aus Porwgal, die ausssM«, MEMaßtzOp» Molchs früher als Christ in Portal IWPß) wirkte, daß der Angeklagte vor die «sWfiWEssWWGtzWß »*«*. ßfi.lcho legt« Hierauf de» lJUgS