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Jüdisches Volksblatt · 1866-01-01 · 1 (1866) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
13 (1866)
Issue
1 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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I die so viele Beziehungen zu dem Äuitu« haben, mit der Fackel der gesunden Kritik zu untersuchen. Und riefe kühnen Pläne, mitdenen der ausgezeichnete Mann in der Thar mit den Begründern der Erneuerung der Wissenschaften wetteifern wollt« auf jüdischem Gebiete, begannen bald, sich in einigen Skizzen zu verwirklichen, mit denen er in gewissen hebräischen, in Wien erscheinenden Zeitschriften zuerst in die Oeffentlichkeit trat, und die ihn schon stark zeigten ln der Exegese, der hebräischen Poesie und der Kritik; besonders aber ln einer fchätzenswerthen Monographie über die ara, mäische Uedersetzung de- Pentateuchs. Trotzdem würde er nur auf einem beschränkten Ringplatzt haben, streiten müssen, wenn ein glückliches Ereigniß denselben nicht sehr bald erweitert Härte. Oie israelirifchen Gemeinden des lombardisch-venezianischen Könzgreiches «öffneten vor jetzt sechsundreißig Jahren in Padua ein Institut zur Heranbildung der künftigen Rabbiner und beriefen ihn, dort gerade die linguistischen, exegetischen und historischen Disziplinen, sowie die jüdischen Grundsätze der Dogmatik und Ethik zu lehren. Es war ein günstige- Ereigniß. Denn sonst hätte die mühsame Erwerbung des Lebensunterhaltes durch Privatunterricht ihm noch auf lange Zeit die Flügel, wenn sie auch noch so kräftig, lähmen können: während jetzt das Lehramt ihm Stellung und Gelegenheit gewährte, weilauSfehenb« Arbeiten zu unternehmen, aus denen die Wissenschaft Nutzen zog. Er gab nun ausführliche Kommentare in hebräischer Sprache über einige Bücher der heiligen Schrift heraus, und übersetzte einige andere; er drang immer tiefer,— da die Pflicht mit der natürlichen Begabung sich einte — in die verborgensten Geheimnisse der hebräischen Sprache ein und deckte sie in einer grammatischen Abhandlung, der er gelehrte Vorreden voranschickte, auf. Mit den Vorschriften verband er bas Beispiel und handhabt« die heilige Sprache nicht nur mit vorzüglicher Meisterschaft, sondern mit solcher Originalität unk Kraft, daß er unter den gleichzeitigen Hebraisten für den ausgezetchnetstest galt und eS wahrscheinlich auch war. AuS der Bibel, a>S den talmudifchen Büchern und den berühmtesten dogmatischen Werken schöpfte er Dogma uud Moral und faßte ste in Vorlesungen zusammen, auch batte er begonnen die israelitische Geschichte zu erzählen. Die israelitischen Zeitschriften und ein ausgebreiteter brieflicher Verkehr mit den deutschen Koryphäen der jüdischen Wissenschaft, welche sich auf sein, für entscheidend geltendes Urtheil stützten, oder sich an dasselbe wendeten, gaben ihm Gelegenheit, über eine große Zahl von Gegenständen aus der Litteratur, Geschickte und dem Alterthum sich auSzusprechen und eine scharfsichtige Kritik zu üben. Und er, immer bereit die Wissenschaft und ihre Verehrer zu unterstützen, nahm jedes Anliegen artig auf, indem er jedem, der ihn anrief, feine Zeit, feine Rathschläg« und die Hülfsmittel d« verschiedenen Kodizes lich, die er besaß. Besonder» bewundernSwerth im Leben de« verstorbenen Professors ist der Umstand, daß alle feine Mühen, seine schwache Gesundheit und seine häuslich« Dürftigkeit, .nicht im mindesten feine Arbeitskraft verminderten, ober die reiche Ader seines thätigen Geistes weniger voll fließen ließen. Aber Gott bewahrte ihm noch viel schwerere Prüfungen auf, al« die Zerrüttung feiler Gesundheit und die Geringfügigkeit der äußern Gütender Unglückliche sah feinen theuren PhiloxenuS, di« Krone feines Haupte-, die Freude fr i 'iß r i wäh 'f o'che fenS seineS Herzen«, jene« Wunder an («^ von dem uns noch feine gelehrtes« Todesbett verfaßten Schriften Zeug seines Lebens hinsiechen, sich langfa lich den Geist aufgeben. Es mn i Vater den furchtbaren Schlag tritt aber wer möchte bestreikendaß,;uh>g zeigte, sein Herz gerade durch s so grausamer zerrissen würbe? Kaust» unheilbaren Schmerz etwas gemildert Jahre vergangen, al» ein andrekl in ihm vielleicht die Quellen de» -eben s einzige Tochter, seine angebetrre Maric rissen, jeni« Muster jeder guten Sit licken Liebe sein Alter tröstete, seine 'Die Unglücksfälle werden um so der Mensch im Aller forlsch reitet. Luzzalto'S allen diesen Geschicken gew Kampfe mit dem Schmerze der fest Siegerpalme verlieh, wenn er wenig naclließ in seinem alten Eifer in d schlingen, wenn feine neuen Pläne, d zehret genüg: hätte, seine unbezw^n wiesen; da konnte der Körper auf wiederholten Erschütterungen nicht er unterlag ihnen endlich, als Jedejr scheS Alter und ein über dagewöhn Lebm ihm die Möglichkeit gewähr« neuen Arbeite» zu vollenden und r schon erworbenen Lorbeeren zu verbin > Hier wäre es wohl am Platze, die ausgezeichneten Mannes zu schildern; sch mich mit der Hinweisung begnügen, zip bethätigt«, daer mit Recht für Judenthum hält, ich meine die Barmjh keristifche Tugend, wie er eS auSfpra Volke-; er war in hohem Grabe rhätig.. Selbst arm, tbeilte er mit nicht von seinem Uederfluß hinweg, vorhanden war, sondern von dem, dl» dringendsten Bedürfnisse des Lebe > mehr! Während Andere mir Uedelwt tkgen Verwandten einen Obolus Hk rabe, als seine'Einkünfte sich vecrm reichen Familie feine verwittwete Sch mit ihr mit der Liebe, welche die Brot, welches auf seinem Tische ni Händen. So befolgte er die ewigen denthums und verband mit der Lehre doch den Lohn für solche Frömnn, Lebensgefährtin ernten, und mögen die thälige Dankbarkeit zuwenden, bet war. In der Rächt de- Versöhnunga reine«, thatenreiche« Leben aus tzzeitiger Ketekrsam» theilweise auf dem geben im Mai verzehren und enbg kummervolle männlicher Fassung, mb er sich äußerlich Anstrengung um hatte die j^it den kaum waren einige mmeroolle« Ereigniß austrocknete. Seine nna, wurde ihm ent« :e, die mit der kindschmerzen milderte. > ewichtigter, je weiter stn daher der Geist Achsen war/ wenn im Wille ihm oft die im Anfang nicht n litterarischen For» ' nen kaum ein Jahrigliche Ausdauer bene Länge so starken, hr. widerstehen und hoffte, daß ein fri- ' ich« Ziel ausgedehnte» würden, dl« begoneue Zweige mit den .. >«n. p ivaten Vorzüge dieses a! er um kor; zu sein, will >aß er da« große Prin» da« Fundamentale im Herzigkeit, die charakh, de« israelirifchen t lenschlich und wohlden Armen und gab bei ihm sicher nicht oas kaum ausreichte, » zu decken. Noch llen den hulfsbedürfinverfen, nahm er ge» g Tttn, zu seiner zahlit »rfler auf und rheilte Pohlthat erhöht, das im Uebrrssuß vor- Grundsätze de- Judas Beispiel. Möge feit feine verlassene seine Verdienst« ihr schon ihm geschul» i ht k »e iges haucht« er sein

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