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Jüdisches Volksblatt · 1865-01-01 · 50 (1865) · p. Seite 199

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
12 (1865)
Issue
50 (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 199 (sequence 3)
Language
German
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199 und nur jtfii. Temeinhfdiener als Wächter gegenwärtig. Dieser sollte die Ngrht hindurch wachen,, und bereitete sich eben ein bequeme- Lager. Denn an die Gegenwart von Leichen gewöhnt, wußte er auch, daß es da nicht viel zu bewachen gäbe, und überließ sich daher dem süßem Schlafe, der ihm denn auch noch niemals, weder durch Erscheinen von Geistern, noch durch dar Wiedererwachen der Todven gestört worden war. Ewar «ln alter Jung« gesell«, der für die Gebrechen de- Alters und für die Entbehrungen, die ihm sein armseliger Erwerb auferlegte, Ersatz und Vergessenheit in der Flasche suchte. Auch jetzt blickte er zum Fenster hinaus, und gewahrte, daß auf den Straßen und in den Häusern bereitalle Lichter zu verlöschen begannen; denn die Armuth liebt, wenn sie nicht muß, das lange Ausbleiben bei Lichte nicht, und das Viertel der Armuth war es, in welchem die Wohnung LevpS gelegen war. „Da mußt du machen, Leser," sagte er -zu sich selbst, „daß Du in das Wirldshaus kommst, um Dir Deinen Trunk auf dir Nacht von den Paar Groschen zu holen, die Dir der Vorsteher gegeben, sonst wird es zugemachr, und- Du kannst dursten dle lieb« Nacht. Das Fenster aber kann unterdeß aufbleiden, denn in der Stube wird der Geruch schon etwas stark." Gesagt, gethan. Leser warf sich seinen alte» Mantel j um, holte seine Flasche hervor, die er gegen da- Licht hielt, aber es war kein Tropfen mehr darin, und. nahm sie in die Hand, während er in der andern sist da-Vier« j groschenstück hielt, welches er vom Vorsteher als Wächterlohn erhalten. So stapelte er die Treppe hinunter und verließ das Haus. Der Tobte lag allein; zu seinen Häupteo stand em brennendes Talglicht, daspäter mit einem Oellampchen in einem WassrrLlase vertauscht werden sollte. DaS Fenster stand offen, und der kühle Nacht- «ind blieS stärker und stärker herein. Die Flamme de« Lichtes flackerte nach der eine Seite, und der geschmolzene Talg rieselte daran herab. Nicht lange, und eine glühende Schnuppe" fiel herab, und wurde vom Winde auf das Stroh geworfen, darauf die Leiche lag. Das Stroh fing an zu schwälen, und leichte Funken sprühten bereits hin und her. Jetzt aber halte auch der Luftzug die alten Vorhänge am Bette ergriffen, blähte sie auf, und trieb sie, als ob er einen bestimmten Zweck verfolge, nach der Flamm« hin. Flamm« und Vorhang begegnete» sich und in einem Augenblicke loderte er auf. Auchdas Bell wurde ergriffen; schneller zündete jetzt-das Suvh, und theilte die Flamme dem schwarzen Tuche, dem Tisch und de» übrigen Geräthen des Zimmers mit. Ein einsamer Wanderer blickte, zufällig zu den ungewöhnlich erhellten Kenstern empor; eS fiel ihm auf und er blieb flehen. Jetzt, kam auch Leser di« Straße daher, mit seiner Flasche^m Armer In diesem Augenblicke sprangen klirrend Üi Fenster entzwei, und die lichten Flammen und dichten Rauchwolken züngelten und wälzten sich daraus hervor. Entsetze» lähmte zuerst die beiden, auf der. Straß«;, dann fingen sie an zu schreien und zu lärmen; jetzt hatten auch die Bewohner beS Hauses das Unheil bemerkt und sirrangen mit wildem Hilferufe nach dem brennenden Zimmer. So wie di« Thüre geöffnet ward, erblickte man da« ganze Gemach von Flammen erfüllt, die bereits , da- Getäfel und Gebälk erfaßt hatten. Man konnte nicht mehr hineinbringen, und eS war unmöglich, erwas daraus zu retten. Eine Stunde später lag und unter den Trümmern waren d die Reste des verbrannten Eichensch^a Trauernd stan^ der Rabbiner Hoffnungen. Die Menge vergißt nicht deseffen. . * **) Der Notar jedoch wollte sich' ergeben. Er forschte nach, ob Levy das Haus in Asche verkohlte Leiche und mkeS geborgen, am Grad« so großer chnell,! was sie noch jenem Banquier diesen den Ankauf leicht so die Nu in Verbindung von Papieren irmern der vrrb> herauSzubringen. r nd sie dann von-i regietuag durch sich hier und da zu halten, hatte eue ersetzen zu eine Spur zu Bestreben des Verstorbenen, feine i er sich niemals n Geschäfte eingelasten, und es koi konstatirt werden, daß ein rechtsgü erhoben zu werden vermochte. Wenn Lipom« nn Schadenfreud der Hinlerlaffensch,ft seines Bruder!- gen den Rabbiner Groll gehegt hl nicht vergönnt, di sen Gefühlen lange nige Wochen brad, das Unglück üb ihm längst gedroht: er mußte und Niemand weiß, wohin er Matlhis tröstete sch mit der Zeit, Paar hundert The lern, die sie sich die recht bald in ßlor kam und sie in dkl, Verlust nicht nicht mit dirskm oder;rstand^n, und durch iwirkt.habe, um viel, annren StaatSpapiere er betreffenden Staat-- lßffen. Anfangschien e geben. Aber bei dem Rri^chthum geheim st Einem auf größere nte zuletzt nichts so liger Anspruch darauf Bor hundert Jahren Ein Dutzend Förster'« „Leben Königs von Prer meeressanker, hkst und Thaken F fm"*). Aus dem Jahr« 1763. Der Commerzienrath und älrufmaan Simon^zu Stettin bittet »In Erlaubniß das Rittergut Craazen für 49,660 Thlr» ankaufen zu dürfen. „40,060 Thaler im Negotio biingen S Prozent, in guter nur 4 also versteht er sein Handwerk inicht. Ein Schuster muß Schuster eindtxein Kaufmann handeln und keine Güter Habens*)". P über den Untergang empfunden und gehrte, so war es ihm nach^uhäng^n. Wer ihn zusammen, das s »gar süchtig werden, ich begeben. Hännrle und eiöffnete m^t den «spart,j eine Garküche, redlich, nährte. rischer! Anekdoten aus kebrich^ b«S Großen, - *) Diese 12 eigenhändigen Randb^jcheide Und Nachschriften au» den späteren Jahren diese» großen König« enthalte, des .Belehrenden und Unterhaltenden", überhaupt sde» Interessanten soviel, daß wir gl. oben den geehrten Leserde« BolkSK." hiermit nur WillkrmmneS zu bieten, «bn» -och nicht alle ausschließlich jüdische» Interesse haben. Jedenfalls erst hl man darau«, daß König Mo« gegen die Jüdev voller Lorurtheile war. **) Friedrich schaltete den Bürgerlichen nur unter sehdlä stigeu Bedingungen den Sürererwcrb. 1 Linsender. . iedrich IInicht mb dies ist tröst- Redakrion.

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