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Jüdisches Volksblatt · 1865-01-01 · 49 (1865) · p. Seite 195

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
12 (1865)
Issue
49 (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 195 (sequence 3)
Language
German
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195 und ju anderen Zwecken ju verwende». ,Zch Caan tu« nicht glauben; e« wäre nicht da« Verfahren eines Ehrenmann«-." Der OUbbimc iah den zornigen Mann mit Verwun, vrung an, blieb aber ruhig und nothigte ihn höflichen« Sitzen. ,^H«rr Lippmann. antwortet« er dann. Sie ihre» chen in Ausdrücken, die nicht sehr ziemlich find und die ich Ihrer Aofregung. zu gute halten will. Ich bin zu Ihrem Bruder nur «in Mal gegangen, um dem Kranken den pflichtschuldigen Besuch zu machen. Zum zaetten Male kam ich nur, als er mich rufen ließ, und bas »erbe ich thua^ so oft er eS auch wiederholen mag. Ich geüeh« Ihnen offen, baß er zu mir gesprochen, ti wolle aus seinem Vermögen »ine Stiftung gründen und rch solle ihm hierzu Vorschläge machen. Ich habe »< nicht unter, lassen, ihm auch di« Pflicht vorzostellen, den Seinigen einen beträchtlichen Theil feines Vermögens zu tzrnrer» lassen; ich Hab« dies mir Wärme und Nachdruck gerhan; av»r er hat dies mit Entschiedenheit zurückgewiesen: er behauptete, baß Sie ,s nicht um ihn verdient hätten, und daß er unumschränkter Herr seiner Hab« sei, da er Nichtgeerbt, sondern fle ganz und gar durch eigenen $(ctf et» worden. Meine immer wiederholten Einreden waren ecuchtloS, und er beutete mir zulrtzt an, wenn ich wider meine Pflicht ihn in seinem Vorhaben nicht unter« stützen würbe, so sollte sein ganzes Vermögen der Stabt zufallen." „Das ist Alles Lari Kari, Here Ur.," r«ef Lippmann au-; „was S>e da sagen, ist keinen Deut werth. Ich verlange von Ihnen, daß Sie Ihr« Hand davon lassen, daß Sie» von meinem Bruder wegdleiben oder ihn hin» halten. Sie sollen nicht leer Dabei auSgeheo, und ich kann auch eine, Stiftung machen." „Ich werb« thun «aS meine Pflicht erheischt, und nicht« Anderes. Ich werbe Ihren Bruder nicht verlassen, denn das könnt, ich vor Gott nicht verantworten, und will mich gern bemühen, ihn noch zu Ihren Gunsten zu stimmen, aber zuletzt werbe ich thun, was er mit Recht verlangt." Lippmann war aufgesprungen, und indem er di« ge» 'ballte Zaust gegen den Raddiner aufhob, rief er: „DaS wollen wir wohl sehen! Dana sind Sie die letzte Zeit hier Rabbiner.gewesen! Ich bin Repräsentant und Hab« Einfluß der meinen College» — in einigen Monaten ist Ihr Contrakt um, ich werbe sorgen, daß er nicht wieder erneuert wird, baß Sie sammt Frau und Kindern mit Schimpf und Schande von hier weggejagt werden! DaS fehlte noch, daß wir un< einen Erbschleicher aufbürben, der um die Belten unsrer Sterbenden kriecht, um ehrlich« Leute idreS rechtmäßigen ErdeS zu berauben! halten Sie das für kein« teere Drohung, ich bin der Mann, eS aus» zuführea." Der Rabbiner war bleich geworden. Ob die Ahnung dessen, wa< ihm bevorstehen könne, ober der Zorn über solche Reden und bi« schweren Beleibigungea sein Antlitz erbleichen machten, wir wissen «S nicht; aber er blieb doch gefaßt, und erwiederte, und zwar mit festem Tone: „Herr LippmaNn, Ihre Kränkungen treffen mich nicht und Ihre Drohungen schrecken mich nicht. Ich ver» mag das Schicksal nicht zu ändern, waS Sie Ihr Leben» lang über Sich heraufdeschworen haben. Die Gesinnung Ihre« Bruders steht nrcht m was rch muß, thun Sie, was Sie Hiermit wandre er sich nm und gin^ «sch. Lippmann stampfte mit hem Fuß zur Thür hinaus. Ader vor derfrldeß» mal um, sein« Haltung wurde flehenden Gederbea zu dem Rodbrne^ bringenden Worten, sich seiner zu nehmen, und bas traurrge Schicksal Der Doktor lief ihn ruhig au-hreche ihm milde: „WaS ich für Sre mann, habe ich gethan, und ich » suchen, da» Herz Ihres Bruderzu wenn auch nur mrr einem Legale, b> voraus, «S wird, mir archlS 'helfen >'o hartnäckig und erzürnt auf Sie Worr« heißt er mich davon'schweig diese«, damit Sie mich nachher aich listet zu haben." „Und Sie wollen dennoch heute nicht lieber einige Stunden warre«, nicht' mehr fern sein." „DaS vermag ich nicht; da« Hinterlist, ein Bereich gegen einen Diese Worte wandelten die S wieder in Zorn und Wuld um; « AuSbruch ohne Zwang, d>s der verließ. / mttüer Hand. Ich rdne Nicht lassen können." zu feinem Schreib» und stürmte fluchend kehrt« er noch ein» andre; er rrar mir und bat ihn mit erbarme» und, anzu» >0» ihm adzuweabe». n, und antwortete tonnte, Herr Lipp» rbe noch einmal ver, rühren, baß er Sie, denke. Ader ich sehe Ihr Bruder ist eben» und bei dem ersten q. Ich sage Ihnen antragen Sie. über» w» 9 a Fragen und Anll iorlen. v »ch zu ihm gehen, unO denn sein End« kann ee eia Betrug, eine ' Kerbenden." mmung kippmanns überließ sich diesem ddiner da« Zimmer Schluß folg»). 4vn Frag,kästen, den um R»th über einen inl Herzen liegt, den riLir Unzulänglichkeit »ep von vier Jahren, sehr lebhaft, reizbar, Gedankenblitzen, die 3. Frau B. in E.: Ich benutze Sie wieder eröffnet haben, um Sie Gegenstand zu fragen, der mir sehr aber genügend auözubrücken ich n fühle. Ich habe einen einzigen Kna prächtig an Leid und Seele. Er ist daher geschwätzig und bei manchen über sein Aller hinaoSgehen. kindisch genug; eigeofinnig und bei vieler Liebenswürdigkeit oft sehr störrisch. WaS Wunder, daß mein Mutterherz oft sirr ihn zitterts Wa« bade ich zu thun um seine schön Natur richtig unv zweckmäßig zu erziehen und vor Leer rung und Ausartung zu schützen? Ich lese viel darüber uäb fcjor« mancherlei Rath. Aber ich gestehe e» offen, ich oerde dadurch nur un, sicherer und verwirrter. Der Eine s>gs: Nur freie Ent« fallung! W«e die Blätter und Knospen, die sich au« ihrer Hülse losschälen, so 'wirb »er kindliche Geist verkümmern, wenn man ihn zwingen will. Der Andere: Frühzeitig dindet ber Gärtner daß päumchea an einrn Pfahl, .daß er nicht bald hierhin, und haliuagSlo» zu. Boden falle. in jedem Frühjahr »i, Zweig« und 2 este, Hamit sie nicht in< Wilde schießen und weder Lluthe Der Dritte meint: Du mu^t bet« beachten und zwiebeln, sonst wird «I irre und versteckt und zeigt Dir nur, waS es soll. i)«r Vierte dagegen: datd dorthin wachse uch beschneidet er n^ch Frucht bringen, mb nicht soviel

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