Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 12 (1865)
- Issue
- 45 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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178 vergiß nid% Saß Gott in dem Her; schauet, daschmücke ibm zu Ehren. 13> Bist ^u klug und reich, so thue Gutenach deinen Kräften, and blrjide nicht mü sig unter dem^Zorwanbe, du wirrest diS du nochiklüger und Nl ch reicher geworren seiest. 14; Gott hak feister Lied« unS zu ^llen Zeiten versichert, und will uns äuch im Fei tde-lanbe nicht verstoßen (Levit. 26. 44); darum gedrhct lhm unstre G-zenlieb«. 15) Für die weite Reist, vozu du plötzlich Befehl erhalten kannst, dereire dir b i Zeiten Borratd. 16 Halte deine Teele sie« rein, du w ißt nicht, wann sie dir adzetorberr wird. Mancher june e, starke Mann ist vor dir heimgegangen. 17) Suche die Einsamkeit, die dich vor manchen Sünden schüft, oder hatte dich zu den Frommen. 18) Sei e kenntlich für so viele Leiden, mit denen du iverschonr. wo'den; du drst nicht besser als die, welche davost heimgefuch wurden. 18) Dein Besitz ist nicht dein Eißenrhum, fordern bei dir niebergelrgt, und wenn Gott lwill, wi;d w einem Andern zugelhritt. Darum veracht^ keinen Acirm, denn was du mehr hast, ist nicht dein Verdienst. 20) Du bist ein irdisches Westn und vast dennoch die Erkennlniß Gottes und die Herrschaft über die anderen (stschepfe; dafür danke und huldige-dem Geber. 21, Gewöhne dich das Gute zu lhun, daß eS dir leicht werde, und bitte dade, um dm göttlicher^ Beistand. 22) Sei lie bevoll in Wort und Thar gegen,die Menschen. 23) Sei sam auf dir großen Wunder der Natur, wenn du auch durch die tägliche Erscheinung darach gewöhnt di r. Ader die Menschen pflegen mehr die Sonnenfinsternis als die Sonne anzustaunen. 24, Verlaß dich nicht auf die Slu» bien deiner Iugendjadr«, sondern denke üvec >ie Lehre und üb» dein Thun'in den Jahren der Reife, md deine Einsicht wird zunebmen. 25) Last« die Sehnst chl nach den Wonnen d.S künftigen Levens stär/er werde, als di« Anhänglichkeit an das irdische. 26) Fürchte di- Strafe des Königs der Könige. 27) Nimm Schm, zen mit Ergebung -und Lied« hin; sie find »mm,e eine 3 Milderung der drr gebührenden Straft. 28) Dich, veiie Frau, deine Kinder und deinen ganzen Besitz udergied Gott. al< lvm geschenkt, und sei stetS bereitwillig alles z, tragen, waS er dir auferlegt. 29; Lft ist ein Mer ich mehr wertv als hundert Andere. Hiervon ist nicht sein Leib, sondern 'ein Geist, seine Einsicht und Sittllokeit. die Ursache. So baue denn deine Seel« an, Venn alle Vor;ügr stammen von ihr. Ern starker, gesunder, schöner, aber wahnsinniger Mann »st gar nicht» werld, wä »rrnd ein häßlicher.- schwacher, aber talentvoller Mensch zu »en höchsten Eorrn emyorsteigr. 30) Wenn Jemand in ein frem d«S Land kommt, wo er Niemanden k,n»t und von Niemanden gekannt ist, und der Beherrscher nimmt ich ferner an, crnädit ihn. nimmt idn in.Pflicht, mach« ihn mit dem Lodn^ für seinen Dienst bekannt, und eri rnert ihn her .1 dreist zu d-nken, deren Zeitpunkt ihm aber nicht eröffnet wird: so wird ein solcher mit Unter wüißgkeit und Pflichttreue sich dem Dienste de- Herrn unterziehen, diejenigen lieben, die wl, er Fremdlinge sind, u» d >» viel Nützliches als möglich für das Land nmn, wo Niemand wnst sich seiner annrmml. So ist auch der Uensch al< Fremdling in vit''e Welt gekommen, und Rrenand als Gott ernährt ihn. und kein anderer als fern Sdöpfer ist eS. der ferner sich erbarmt. aufmerk- (<5. 26.) Fünf Vergebungen sind schwer wieder gut zu machen: einer Menge Menschen fluchen; mit den Dieben theilen; Gefundenes behalten; Arme drücken; bestochen Uetheil fällen. Fünf Sünden werben nicht beachtet und sind' groß: die Gastfreiheit de« Armen mißbrauchen; des Unterpfandes eines Dürftigen sich bedienen; schöne Frauen, deren- Umgang verboten ist, ansehen; über die Schmach eines Ankeren sich freuen; Unschuldige in Verpacht haben. Fünf üble Gewöhnungen sind schwer adzulegen: Klätscherei, Derlaumden, Jähzorn, Mißtrauen, Umgang mir schlechten Menschen. Die 3uüen von Tctuan. Len Herrmann Lohn. (Fortsetzung.) § 7. Sitten und Gebräuche. Oie Araber, im Allgemeinen gut gebaut, kräftig und von großer Statur, sind sehr höflich gegen die Europäer. Sie sind, sehe religiös. Wahrend ihrer Mußestunden widmen sie sich dem Studium beS Coran oder andern frommen Beschäftigungen. Sir haben eine große Verehrung für ihre Eltern und Häuptlinge. Sie lieben die Geselligkeit, und versammeln sich fast täglich im Fundut, einer Art von Börse, um sich vom Handel und ihren übrigen Geschäften zu unterhalten und ihren Tschidut dabei zu rauchen. *- Sir sind leidenschaftliche Schachspieler.-— Aber was den Europäern besonders auffällk, ist daß, eine kleine Anzahl ausgenommen, sie weder den Gebrauch von Messer und Gabel, noch von Stühlen kennen; sie gelten ihnen lediglich als LuraSzegenstande, welche nur zum Gebrauche bei feierlichen Gelegenheiten oder für einen eingeladenen Europäer da sind; sie selbst nehmen ihre Mahlzeit auf der Erde stZend ein, und essen baS Fleischz ohne Messer und Gabel. Sie tragen ein Gewand von blauem oder rothrm Merino, welche« den ganzen Körper umhüll;, und sehr weire Beinkleider von rothem Tuche. Außerdem tragen sie noch im Winter einen BumuS von blauem Tuch, welcher im Sommer durch einen leichteren weißen ersitzt wird. Sie baden Alle den Kopf geschoren und bedecken ihn mit einer rochen Mütze, welche die Armen durch ein werßeS Tuch zu ersetzen suchen. Diejenigen welche den Pilgerzug nach Mekka mirgemachr haben, führen den Tilel Hadji (d. h. Pilger der h. Erde von Hedjaz), und haben dann daS Recht einen Turban zu tragen. Ihre Fußbekleidung besteht aus gelben Pantoffeln; sie tragen keine Strümpfe mit Ausnahme der Reichen, welche sie im Winter tragen. Die arabischen Frauen find von auffallender Schön- .heit. Man sieht sie oft Abends auf den Terrassen, wenn ihre Männer abwesend sind, denn dann entziehen sie sich nicht immer den Blicken emeS Fremden. Wenn sie auSzehen. entfalten sie nicht den geringsten LuxuS; si, tragen Alle ein Kleid von blauem Merino, welches sehr weit ist und den ganzen Körper bedeckt, einen ' >