Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 12 (1865)
- Issue
- 45 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Bolksblatt. Zur »elehrung und Anterhaftung auf jüdischem ^ekriele. HcrauSgegetzen von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. ...» «- r - *cn Mtfcr trtoctat trtocntliA tue Wimmer. P,«,« de« Üavr» r t. . . , , j! VlO. 4i1 löOö.l!">»«« » Tdlr. sHiemljät>rifl 7* Wgr. 8» 8a*tanM«Bf)fB. «pftfimict \ £ ^flUni. 4. O/UHrtfll. - lv* üBt A«tunoccr«c»iupa» Brisen »tfKDun«« «m. L1 * i. *****xu"‘“"*J dbc 3einiafl«e;miutnea B«b»ep V«ft«lUln-rR an. Tie Siltenlehrc ves jüdischen Mittelalters. (Schluß.) AuS den penrakeuch! schen Lofafot. (Zweite Halste des 13. Jahrhunderts.- (Erod. 2.*», 3.) Die Almosen, die der Gesunde Hiebt, sind Gold, die der Kranke, Silber; die man im letzten Willen verfügt, Kupfer. (id. 82, 25.) Giedst du Abends dem Armen fein Pfand nicht zurück, verdienst du nicht Morgens dein Pfand, die Seele, von Gott zurück zu erhalten. (Levik. 10, 0.) Unmäßig Mein trinken bringt Armuth, Schande, Zwietracht, füdrr zu Derläumdung, Unzucht, Mord, zum Verlust der Freiheit, der Ehre, des Verstände-. (Numer. 32, 1.) Macht und Reichthum, dt« man sich angemaßt oder ohne Gottesfurcht erworben, baden keinen Bestand. Beide sowohl als Klugheit sind Taben Gottes, daher soll man sich ihres Besitzes nicht rühmen. Oer sittliche Wandel aber wird über den Menschen, da, er frei ist, nicht verhängt; er allein ist unser Eigenthum, und darum mögen wir der Erkennlniß GotteS unS rühmen. AuS dem Sinenbuche. (15. Jahrhundert.) i (Vorr.) Die Schnur, welche'die verschiedenen guten! Eigenschaften de- Menschen wie Perlen 'zusammenhält, : ist Gottesfurcht; die Perlen gehen einzeln verloren, wenn " der Knoten dieser Furcht sich löst. Ohne sittliche Vorzüge aber giebt eS weder einen Besitz der göttlichen Lehre j noch ein« Erfüllung der Gebote, ja ein einziger Kehler j kann alle Vorzüge verderben, wenn jemand z. B. stets durch die Mängel drS Nächsten feine eigene Vortrefflichfeit ln'S Licht stellt. So entweicht aus einem Fasse der best« Wein durch ein kleines unbemerkte- Loch. Aber nur wenige Menschen erkennen an sich selber die Währheit; sie sehm wohl, die hohe Leiter, aber sie bemerken nicht, daß ihnen zum Hinavfsteigen die Füße fehlen. Oder sie ahnen nicht, welchen Schatz sie an der Seele besitzen, und verkaufen ihr Hausammr dem darin verborgenen Schatze. Da- Herz aber ist eine unbeschrieben« Tafel: Thoren verderben sie durch ihr« Kritzeleien, nur die Klugen verstehen da- Zweckmäßige darauf zu schreiben. ' i, i f mm l-4 (C. 3.) Man schäme sich nicht der Ausübung religiöser Gebote, auch wenn barüber^gespolkek wirb; ferner nicht, die Wahrheit einzug,stehen, die Menschen zur,chrzuweisen, den Lehrer zu fragen. wenn man eine' Sache nicht verstanden. Aber man Höfe" sich. Andere zu beschämen, öffentlich de- Nächsten Fehler ru rügen, ihm finen Ekelnamen zu geben, oder bei einem solchen zu nennen. Niemals erzähle, daß man dir eine Tochter zur Ehe habe geben wollen, du fle aber au-geschlagen. Sprich nicht-, dadich errörhen, Andere erblassen macht. (C. 8.). Sei mildherzig gegen deine nichljüdischen Diener, erschwere ihnen die Arbeit nicht, behandele sie nicht geringschätzig durch verächtliche Worte oder Schlage; selbst wenn du mit deinem Knechte zankst, rede gelassen und hör« seine Einreden an. Unsere alten Lehrer haben dem Sklaven von jedem Gerichte abgegeben, und zuvor für -essen Bedürfniß als für bas eigene gesorgt. , (C. 19.) Felgender dreißig Ütnge aber gedenke täglich zwei Mal, und nimm sie dir ernstlich zu Herzen: 1) Gon hat dich au- Nichtzu einem über andere Geschöpfe erhabenen Wesen geschaffen. und daaus reiner Liebe, denn er war enicht zu thun verpflichtet. 2) Du verdankst eS der göttlichen Gnade, daß Su ganze Glieder hast. Wie sehr würdest du Md» einem Arzt verschuldet siihlen, der an einem Glied« dich geheilt,.und Gort ist tt, der dir alle deine Glieder unversehrt erhält. 3) Er har dir Verstand, 4) die heilige Lehre, und 5) die Mittel zu deren Derständniß gegeben. 8) Alle Kreaturen befolgen den Willen de- Schöpfer-, Tdiere und Pflanzen, Sonne und Erde thun wasie sollen, und der Mensch sollte sich Nicht schämen, seine Glieder zur Uebertremng der Gesetze zu gewöhnen t 7) Wenn «in Knecht den Herrn fürchtet und liebt, der ihm Guteerzeigt, so soll der Mensch um so viel mehr die Herrschaft GvttrS anerkennen und demürhig gegen ihn seyn: 8) 'Treue Diener verwenden Kraft und Aufmerksamkeit, uM die Aufträge de- Herrn aufbeste zu besorgen und destckßiaen sich in ihren Anliegen ober Danksagungen einet g wählt/a Sprache. Sv sti denn auch dein Gotte-dlenst, ^bein innerer wie dein ^rßerer, mit Andacht und "Sorgfalt. 9) Vollziehe die Gebote aurstoer Lied«, weder "um der Menschen noch im de- Ldbnes willen. 10) Üedrrlege dein bisherige-?rhalt»n gegen deine» Schöpfer!, ob du dich nicht zu ksserN, zu vervoUkomklw^»' hastt II) Rastles arbeitest ja wegen des unsicher» SßMeS non Geld; .welche Arbeit «nd Sorge erheischt n«n*ba- Heil deiner-unsterblichen Seele? 12) Du schmückst dich, dni Mem'cheX zu «ufaScn; C