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Jüdisches Volksblatt · 1865-01-01 · 43 (1865) · p. Seite 170

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
12 (1865)
Issue
43 (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 170 (sequence 2)
Language
German
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n jhr i >cht i* halretz Zubers j«offm> und den heilten Glauben verletzt. — Auihrer Rihe ist Wahrheit-treue geschwunden; — ihr« Aufri hligkei krankt an schweren Wunden — und will nicht gesunden Da sprachen die Hörer: Durch welche Beweise — wollen sie begründ Glauben-weise? — Er sprach: Die Beweise, di« bisher sie brachten, — sind i beachten;'-,— sie sind gebaut auf Sand, — und darum nicht Stand. — Da sprachen die Hörer: Willst da uns^nicht berichten — von ihren L eschich ten,- — und unverkünden — von ihren Beweis» gründen? — Er sprach: Wisset, seit uralter Zetir — giedt eS in der heit, — unter den Bekennen der Thdrah, der barten, — zwei Arten: —f die Weisen Israel'- halt für ^.eine Autorität die eine, — der andern aber sind sie ^ine; —*fcif eine glaubt an die Worte unserer me Radina und Rad Asche, — die andere glaibt nur an Gort und Mosche.') Denn sie faßt daS E Schrift, wort in seiner Nacktheit, ohne Kleid, — entblöit;edem Schmttck und Gefchmeid; — wie Jemand, de: einen Baum bewacht, — auf dessen Früchte aber nicht giedt Acht. — Ernst haben die Rabbanite« und Karaiten mit einander gestritten. — Jene sprachen: Mui man nicht erstaunen über Männer, — die sein wollen Sachkenner, — denen Verstand i st eigen, — die da wissen Gutes von Bösem ab;ujw«gen, — und dennoch »oc der Wahrheit sich nicht mögen beugen? —Wie ka rn der Glaube an Most- Lehr' un^ Wort genügen, — w> ll ma» sich nicht der Weisen Djeutung fügen? — Wc re der Talmud nicht vorhanden, 4— die Thorah wäre ohne Stütze .agestandrn; — ohne der Mischtta'). schützend Wa ten -- . würde da- Sckriflworr halb veralten — und >äb eS keine Gemara,') — bann müßten die Bibekforsch r bald wandern von Milkab) nach Mara'). — Ja, mochte man enrrathen — der Uederliefeimng Bahn, — dann würde man geralhea — in Zweifel und Wahn. — De »n wi könnte man ohne die Lehre^ verstehen, — vor großin ode> kleinen Vergehen — sich! vorzusehrn? — Darar f «nt gegneten die Karaiten: —- Wie? ist Gott nich^ meh unter den Israeliten, —ibjf man sich wenden an Euere Meister — als an die RettungSgeistelr? — Das fei von uns fern, —! daß wir Euren Heir'a — j» Ehre — verletzen sollten GotleS Lehre! — Er, unse Schöpfer und Horr,. — ha> uns vererbt sein heilig Wort — daS wollen wir halten — dis aufKlang und L-fut, — «S erhallen — ton MoseS, .dem er es nicht vertauschen unc;l70 — w»e wlr kraut: - dus wollen'wl beg> anvere nich a'mudi gewöhn rrnen. i llere i l, $ie' 2«imnlft und Ctfcner deS babylonischen im iünfkcn Jchrhunderr üblicher Aeitrechnung KAiche lich Aschi gesprochen» har jedem die Lamrnlung nur fc . l, od luukc der Name L oses im Hebräischen. Der Talmud besteht aus Mijchna und Gemara, TrN. letztere Cemmentar. ' *). Liehe we vor- Anmerkt ng. ') und •*,) 4 B. MeieS 33 8 und 28 — Namen vot ^aqer^! ') Wahrichnnlich hat der Dichter hier die Lenreibung der stauen der Israeliten in der arabi'cken GÜste. hier in ippella^ Kaktaiten anS Lastilien im Auge, trriichcc Bedeckung: >kit^n - Süßigtut: Anrn - B llerkeitj I |*) Gemeint ist Ana:', t<r Stiirer der Karasten-Lektt. 1 verändem, — nicht vermehren und nicht vermindern! — DaS Alles haben Eu're Weisen keck vollbracht — durch ihren Commenlar, den sie für Euch ^gemacht. — Sie verließen deS WortsinnrS graden Weg — und wählte» d«S Scharfsinnes krummen Steg; — fe versank» sie in der Grü» beleien bodenloses Meer, — und deuteten die Schrift, wie sie gedeutet werden sollte nimmermehr. — Nun nahmen wieder die Radb-m'ten — das Wort und sprachen zu den Karaiten: — Ihr geisteSträge Gesellen! — wie lange noch wollt hinken Ihr auf beiden Stellen? — nachdem Ihr gesehen de- Baue- Knauf zerschellen, — daß etdedt die Schwellen?*) — wie lange noch wollt Ihr Euch lassen betrügen — von Euere- Meister- Lügen?') — Einvon beiden: — seit echte Juden oder Heiden! — So mögen denn hervortreten zwei Leut« — zum Streite, — Einer von Euerer' und Einer von unserer Seite, — auf daß es komme zur Klarheit, — auf wessen Seile die Wahrheit. — Da rief da- Volk: Dein Ausspruch gefällt un-! — denn eia weises Uctheil hast du gefällt unS! — Und nun traten hervor zwei Männer, «in Karaite — und ein Rabbanite, — und fingen an mit einander zu streiten, — wahrend die Reihen der Parteien aufmerkten von beiden Seiten. — Der Rabbanite begann und sprach: Wer nur an MosiS Worte einzig glaubt. Verachtet aber, was die Weisen sprechen, — Gleicht dem, der sagt: „Ich ehr' de- Königs Wort, — Doch des Vertreter- Weisung darf ich brechen." Der Karaite erwiederte: Ich glaub' an MosiS Lehre einzig nur, Und mag auch der Propheten Wort nicht schmähen; Doch Euren Weisen schenk ich kein Gehör, Weil sie vermessen- Gotte- Wort verdrehen. Ich stütz' mich auf die Schrift, die mich erhebt! Wer sie verläßt, muß feinen Nacken beugen; So gleich ich dem, der an des BaumeS Stamm Sich lehnt, und hin nicht schauet nach den Zweigen.— Der R abdan ite: O frage doch die Männer alter Zeit, Ob je ein Wissenszweig entbehrt' der Lehrer. Der Heilkund' Schriften waren dunkel einst. Bisie entrathfelt-chaben die Erklärer. Und wären sie geblieben unerklärt —. Die Heilungskänstler selber wären Tödrer! — So war auch da- Gesetz ein Räkhsel einst, Bis deutlich eS gemacht di« heil'gea Väter. Denn der Begriffe viele eS umfasst, Die wieder viele Satzungen umfangen; Ihr Sinn wird durch der Weifen Deutung klar, — Wer ihn will finden, muß nach ihr verlangen. t-

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