Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 12 (1865)
- Issue
- 42 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 166 (sequence 2)
- Language
- German
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—. 166 - de fit b Magre» ovec Rabbiner von Marokko, und er ist derftoscst äeselübsh des größten Seminars. Man findet in den Seminaren eine andere Ka e non Leuten, welche sich zu einem rein religiösen Awe dem talmudsschen Studium beschäftigen: dies armen LhaKhamim (Gelehrten), die sich auSschließlt.e > diesen Studien beschäftigen und die auden Fon Seminare ein Stipendium von 40—60 Frs. mo > erhalten. Oie Stiftung des I. Lcvy hat zwei Adcheilh die eine im untersten Stockwerk, welche ein Seminar i die andere in der ersten Etage, die zur Talmud lArmenschule) bestimmt ist, für 100 — 120 Avhl mit drei Lehrern. gone mir' die I mit; s der > aclich ngen, r, und horah i«ge, II. Wohlthätigkeit. Ara t> dal i lett > en Es ist wenig über' die Wohtthatigkeit der Teruan zu sagen; indeß ist Pienicht aus Maa> Gelegenheit, denn das Elend ist groß. Dte Spanier wahrend des Krieges zwölf dis fünfzehn hundert zerstört, ebeni» 15 — 2000 xiradische Familien bracht vor Hunger zu sterben oder bei ihren Glau nassen und bei den Juden um Almosen zu betteln, sieht alle Tage auf den Straßen und rmf den Pr ven viele Männer, Frauen und Kinder, die ihr betteln, ohne daß ihre Glaudensgenoffen sich dar: kümmerten. Die Ausnahmen von der Regel sind der civilistcteste Araber jedoch, der ehemalige Gou' von Mogadoe, verdient genannt zu werden, der Glaubensdrüdern und selbst den Juden, ohne Unise veS CultuS, »iel Gutes thur. Nicht io bei den Juden: die reichsten, vier ode besitzen kaum 15 — 25000 Frs, und der vierte der Gemeinde, 2000 auf 7 — 6000 Seelen, schließlich von der Wokklhatigkeil; iadkffrn drschafti die Juden sehr viel mit - ihren Armen. Sie Hab große Anzahl woklthäligec Anstalten: die Kranken Hülfe m der Wohnung, die Armen erkalten Lebens und Geld; an den Tagen vor den Festen Sammlungen für sie veranstaltet, im Beisein der Großrabdinen und einiger Laienmitqlieder der j Junta. Am Purimfeste werden noch mehr Alm^st geben alS wahrend des ganzen Jahres. Zu Ost tkeilt man ungesäuerte» Brod und Alles, was sie haben. Im > Winter giebt man ihnen Welldecker armen Mädchen erhallen, wenn sie sich verheirarh kleine Mitgift und die Notlügen Gegenstände fö HauSd-Ul; sie können sich sogar für den HochzerrS Lurusgegen'tände nach den Sitten des Landes borg' diesen Tag würdig zu feiern, und damit sie nicht ttzre Armuth gedemüthigt feien. Der arme Fremde richtet sich an den Parnse ihnen Lebensmittel und die Reisekosten verschafft, mcinde von Tetuan giebt u. A. alle zwei Jai Abgesandten aöS Jerusalem 5—500 Frs. für die der heiligen Stade. Hl. Reichtbum. Hm das Verdienst der Wohltbatigk.it, welch Glaubeasbrüder fe ehrenvoll auszeichnet, noch besser er in ei an haben Hauser n ge- > ensge- Man mena- Brod. m deselten; erneur seinen rschied zu können, muß »mm ihren Reichthum im Vergleich zu dem ihrer Mitbürger kennen. Trotz der großen Zahl Armer befinden sich die Araber allgemein im Wohlstand; die meisten, haben Besitzungen, ihre Bedürfnisse entsprechen dem Grade ihrer Ctvilif<ttion, d. h. sind unbedeutend. Es giebt manche unter ihnen, die 2 — 3 MiU. Fr», und prachtvolle Paläste im maurischen Style, mit großem Luxus ausgestaltet, besitzen, wie die Brüder Ersini, der ehemalige Gouverneur von Gibraltar, -Si»i Haubi, Del-Ehetib, Alhadj Abd-el Kader del Atar, der themalig« Gouverneur von Mogatzor-.§er wohlrhatigr Mann, den ich vorhin schon erwähnte Md der für seine Verdienste von der Königin von Spanien reiche Geschenke und Orden erhalten hat, und viele andere arabische Millionärewelche Harren uny prachtvolle Villen besitzen und von ihren Renten leben. D^e Juden sind hingegen im Allgemeinen arm; ihre WicthschaftSbedürfnkffe, die Erziehung der Kinder und die Kleidung sind bedeutender alS die der Araber, während ihre Industrie und ihr Handel wenig eindringen. Sie besitzen weder Güter noch Gärten; übrigens würden sie nicht wagen, sich außerhalb der Stabt anzukaufen, wo sie keine hinreichende Sicherheit hatten. Ich habe schon gesagt, baß von den 7—8000 Seelen, aus denen bie Gemeinde > besteht, 2000 ausschließlich von den Almosen ihrer Glauibensbrüder leben. Der Handel^hat seit ungefähr fünfzehn! diS zwanzig Jahren sehr abgenommen; viele reiche Fa, '■ milien sind wahrend des Krieges mir Spanien nach Tan- | ger, Gibraltar und Oran ausgewandeek, so baß in Tetuan nur noch vier oder fünf Israeliten geblieben sind, di« 15—250i)0 Frs. besitzen. IV. Industrie und Handel. An den Reichthum reihtsich natürlich das Kapitel über bie Industrie, die Handwerke und den Handel. Die Araber beschäftigen sich hauptsächlich mit dem Landau, besonders die Armen, deren Frauen bie härtesten Feldarbeiten verrichten. Eine große Anzahl Araber verfertigt Waffen, mehrere sind Pferdehändler, wieder Andere machen Sttohteppiche. Es giebt auch solche, die Zuckersiedereien, Kram - und Parfümerieladen haben, einige arme ge- Araber sind Musiker. Endlich begegnet man Arabern, verdie aus Algier gekommen sind und sich mit Goldstickereien nöchig auf Sammer beschäftigen. Darauf beschränkt sich die Die Industrie und der Handel der Araber, eine Oie Juden hingegen verrichten alle Handwerke: man ihren findet unter ihnen Schneider, Schuster, Schlosser, Zimmerag alle leure, Tischler-, Klempner, Vergolder, Goldschmiede, Musin, um ker etc. Diele Juden miethen Grundstücke um sie zu bedprch bauen, besonders Gemüsegarten. Andere treiben Handel mit Orangen, ein sehr wichtiger Handel, denn Tetuan der zeichnet sich von allen Stabten Marokko's durch "die Qoanr Gr- ' tttat und Qualität seiner Orangen aus; sie epportiren >em sie Nach Gibraltar, nach Oran und bis an die" spanischen Armen Küsten. Viele betreiben den Handel mir Getreide en grv5 und en detail, mit Rindern und Eßwaaren. Die. Juden baden in ihren Vierteln und in den arabischen Vierteln Läden.' Es giebt solche, die umherziehenu isre de Händler sind. Viele werden alS Lastträger in den Dousch^tzen anen verwendet. Einige sind Geldwechsler. * fünf, Theil ausfich kn eine halten Mittel weiden bilden -dis^hen en ebn <n.