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Jüdisches Volksblatt · 1865-01-01 · 40 (1865) · p. Seite 159

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
12 (1865)
Issue
40 (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 159 (sequence 3)
Language
German
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159 stile f«i»e Formen anzupassen und trog dabei auch un» seren klimatischen Verhältnissen Rechnung. , In der Häuserreihe der Oranienburgerstraße erhebt sich die Faoade der Synagoge. Sie ist 82 Fuß lang und getheilt in ein vorspcingendeS Risalit von -0 Fuß Länge und je zwei Rücksprünge von 5 Fuß Länge und demnächst zur Seite der beiden Rückspcünge steigen zwei viereckige Thürme auf. Alle diese Theiie weisen eine Gesammthöhe von 78 Fuß, vom Straßenpflaster au», nach. Auf den beiden flaakirenben Tbürmen erhebt sich weiterhin je eine Kuppel auf einem zierlichen, reich gegliederten achteckigen Tambour. Der Mittelbau de- Gebäude» trägt eine Haupt» kuppel, welche über einem zwölfseitigen, architektonisch reich durchgebildeten Tambour ruht. Die Kuppel selbst ist mit einem reich gemusterten Netz vergoldeter Rippen überzogen, rr-elchein seiner Einrheilung den architektonischen Zusammenhang der Kuppel mit dem Gebäude vermittelt und die in der Kuppel liegenden Fenster einfaßt. Endlich ist diese große Kuppel mit dem Schild de» David, dem symbolischen Zeichen, gekrönt. Die Kuppel erhebt sich di» zu ihrer Spitze in der Höhe von 150 Fuß über dem Pflaster der Straße. Auch die beiden Seitenkuppeln sind mit einem goldenen Rippennetz überspannt^ In dem Risalit der Fa^ade, welche bereits erwähnt ist, liegen drei Portale, die un» den Eingang zum Gebäude vermitteln, und Über dieselben erheben sich drei mächtige Fenster, die mir dreitheiligem Maßwerk und einer Horizvntalgürtung versehen sind, und un» den Etagenbau de» Gebäude» bezeichnen. Oie Fenster sind mit dem Rundbogen geschlossen; jeder der beiden seitlichen Thürme zeigt eine EingangSthür und bann nach der Höhe fortlaufend gekuppelte Fenster, die für sich besonder» umrahmt sind und deutlich den Zweck der Etageneinrbeilung aussprechen. Der Unterbau der Kuppel ist reich und leicht mit Fenstern eingefaßt und endlich zierlich mit einem zusam» menhängenden Blättcrkranzwerk gekrönt. Der Tambour ist itWeinm zwölf Umfangsecke« mit Säule» geschmückt. Ueder den Säulen stehen verzierte viereckige Pfeiler, welche da» Gesimse in angemessener Weise unterbrechen. Die zwischen den Säulen liegenden zwölf Flächen sind mit je drei gekuppelten Fenstern versehen. Der ganze Unterbau ist' in seinen Flächen durch braune Streifen getheilt, welche die au» geldlichen Ziegelsteinen hergesteltten Mauermassen in angemessener Weise beleben. Die Bestimmung de» Gebäude» zu Zwecken de» Kultu» ist durch die bereits erwähnten Kuppeln deutlich au-gespro» cheu, wenngleich der eigentliche Tempel hinter der eben beschriebenen Baumasse liegt. Betreten wir die EingangSportale de» Gebäude», so gelangen wir in einen zwölfeckigen Raum, bestimmt al» Eingangsvestibül. Die Decke diese» Raume» ist mit einem elliptischen Kuppelgewölbe überdeckt und letztere» vermittelst schöner harmonischer Farben delkbt. Don diesem Vestibül au» gelangen wir vermittelst sieben Stufen in einen Raum, dessen Decke durch vier eiserne Säulen ge» tragen wird. Derselbe dient;um Vestibül für die Männer, welche sich hier während der langen gottesdienstlichen Handlungen ergehen können. Hieran schließt sich die Dorsynagoge, welche mit dem vorbenannten Raum durch drei Dhüren verbundeil is, und deren gewölbte D«!cke auf acht eisernen Säulen «uh« entfallen sich schon vor, daeigenr ich» Die Dorsynagoge dient zu kleineren gottesdienstlichen!Haii»dlungen, al» Beschneidung, Religionsunterricht u. s. iv. wie etwa die Sakristei in der christlichen Kirche zur 8e, vendung benutzt wird. Malereien an der gewölbten Deck und den Wänden der Dorsynagoge reicher und dereiteu schon vollgültiger Hau» de» jüdischen Cultu» in seiner Farbenpracht un> i seinem strahlenden Glanze betreten zu können. — Drei große Tdüren führen von dieser Dorsynagoge in der Tmpel. Derselbe ist 125 Fuß lang, 80 Fuß drei! i no 80 Fuß hoch, und im Hintergründe j Wiit einer halbrandin Adst» geschlossen, welche da» Aller-! heiligste aufnimnt. : j Zu dem AU rhel sgsten führen mehrere Stufen hinauf. ' sö daß cs erhad n »vd glanzvoll hervortritt. Im Innern! bk» Tempel» erhebe l sich Emporen, die hach der Läng« I der Baulichkeit vor eisernen Säulen gztragen werden. , Pier eiserne Sc ulev tragen da» gewölbte sDeckenwerk bc»! Pempels, und durtr fünf flache große Glaskugeln fällt dia» äußere Tageslicht in da» Gotteshaus. : Bor her Adsi» eirhebr sich ein mächtiger Triumphbogen, dekoriw Mit Säulen und nsit schöner Malerei; der Adsi» gegenüber liegend, also an der schmalen Seite, sind Emporen ^übereinander angeordnet. | | Es dürfte rdch zu bemerken sein, d!aß sich auf'der hechten Seite de, ggizen inneren Raumes stoch ein zweites Seitenschiff hin zieht, hervorgegangen aus der eigentlichen Situativ« des l anzi n Grundstückes, und vechnet man die» je» Seitenschiff dem eigentlichen Lau der Synagoge hinzu, so ergredt sich dir Gesammtdreit« des Tempelauf 185; Fuß. Diese Ei weit^rnung kommt Her Synagoge insofern zu statten, al^ sie mit diesem zugekommenen Theile di» , Mitglieder der Ger teinde zu fassen mag.. Dem inneren ' Raume dc- Tr npel l ist das Zugangslichr von Außen her noch besonders >urck Bogen-Fenster vermittelt, die sich an den Seirenwän'rn her Emporen hinziehen. Sämmtlichr Fenster sind mi: reichen Mustern der Glasmalerei versehen und in ihren garde «tönen künstlerisch zusammengesetzt. — Im oberen Thkile der Absi» macht sich «in umlaufender Fensterkranz ge tend, der eia gedämpfte» - Licht über da» Allerheiligste verdreiret. — Der unendlich' reiche' Farbenwechsel. sowie i ie Durchbildung der Ornamente innerhalb dieses Tempel» vetse i auf den Farbeareichthum de» Orient» hin. — Ebenso ccirnern die verzierten Leibungen der Ge- . wöldedogen mit «hr« n reichen Gliederungen, sowie bi« l«p- | piebattigen W.nd» und Decken »Dekorationen in Farbe ' und Zeichnung an i te prachtvollen Bauten b|t maurischen ' Baukunst-. D.r I' menraum diese» Tempel» ist zu 3888 I Sitzplätzen etngerüb ei, und zwar 1808 Sitzplätze im un, , lern Raum und 1200 Sitzplätze auf den Empore», und > letztere desonbe«» für die Frauen bestimmt. Durch den . ganzen Raum der Synagoge sind Gasleitungen geführt, ' so daß Bedach: genommen worden ist, den Tempel am '■ Abend durch Jausende von Flammen zu erleuchten. . |( Durch dies >» künstliche Licht werden die reichen Der» goldungen an >en Wänden, an der Decke und den Säulen,; unb die reiflif Farbenpracht in gegenseitigen Bezug.! treten. j Der Fußbo >en P au» Marmortafrln nach einem qua» ' drarischen Mus ser hergestellt. , r

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