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Jüdisches Volksblatt · 1865-01-01 · 40 (1865) · p. Seite 158

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
12 (1865)
Issue
40 (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 158 (sequence 2)
Language
German
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158 ftiltn unb' bUJubtn; dabei war ti, obschon milden im Sommer, sehr empfindlich kalt- Ich hatte die Fahr: öuc* dies, Straße vorgezogen. weil e» so stürmisches Vetter war. ES zeigte sich auch, daß ich Recht gerdan denn andere Schiffe lagen wegen der Stürme über sechs 4 Zöchen am Kap Hoorn und brachen ihre Maste. - Trotzdem nur äußerst wenige Segelschiffe durch die Skraße Rordsettt der Straße ist bekanntlich von Patagon grenzt, und die Indianer dieses Landes stad von geben Die en be^ außerordentlicher Größe und stet» zu Pferde, während die In» draner de« Feuerlandes von sehr kleiner Natur, f ist wie die Eskimo» sind, trotzdem Saß nur diese Gaffersteaße die beiten Stämme trennt. Auch in der MageUanSstr »ße der sinder sich erne Decdrechrrklflonie, der Republik <5 >ili gehörig. Am vierten Tage erreichten wir sie, die SanJy- Point heißt, wo wir ankerten, um Wasser und Ho; cinzunehmen. Sie zählt ungefähr MM) Seelen, ur 0 steht unter der unumschränkten Gewalt eines Gouve neue», der gegenwärtige ist ein Däne von Geburt und lat eine Hamourgrrin zur Frau. Da die Kolonie häustgen Ueberrällen 'eilen» der Indianer auSgesitzt und die früh, e. Port k ämme, von ihnen zerstört worden ist, war sie stark verpa lisadirt. Das Leven der Verbrecher ist im höchsten Grade rtühklig , und einförmig, da der Boden durchaus Nichts probucirt. Man ist dabek hier ganz aut die Proviankschiffe ec Regierung angewiesen und wenn, wie dies schon mehrere Mal der Fall war, einige von diesen v.runglücker , stirbt ’ die Kolonie halb vor Hunger. Unsere Zeitung n und Bücher waren für den Gouverneur und seine £ rau ein wahrer Schatz, da sie seit fünf Monaten durchaus nichrs von der Welt gehört hatten. W«r lagen fünf iZ age daielbst und »abmen Wasser und Hol; ein. Ied Nacht gingen wir vor Anker, landeten mit unserem Bcore und ' sammelten Austern und Muscheln, welche dorr in unge» j heurea Massen sich. vorfinden. Je weiter wir ' desto wilder und großartiger wurden die Formen >,r Na« tur; desto größer würbe aber auch unsere Besorgniß Denn der Gouverneur hatte uns vor den Indianern gewarnt, ' und uns «tmaknr. kein einzige» Individium d eser Akt | an Bord zu lassen. Denn auf diese Weise schleichen sie sich fti kleine Schiffe ein. überfallen und mo den die Mannschaft, stecken da» Schiffin Brand und bemächtigen sich besonder» alle« darauf befindlichen Eisen». Am 20. D«- rcmber ankerten wir in Port Cailant, einem H ifen in weichem vor vier Jahren der Hamburger Schoorer Anita von den Indianern angegriffen und die Mann« hakt ermordet wurde. Kaum barten wir hier eine halb Stunde geankert, wurde e» windstill, und wir sahen kur nachher vier KanoeS, in welchen sich 40 — 45 Indian t befan« den, auf unser Schiff zukommen. Unsere Kanon n waren mit Traubsn'chüssen geladen und auf unserem Dlarcerd.ck aufgestellt; außerdem waren meine Leute mir Aevolvern, Sabeln und Enterpiken bewaffnet. Jede» der KanoeS führte groß« Hund« und ein Feuer mit sich. - ch stellt« meiner Mannschaft vor, waS uns b,Vorstände, venn die Indianer an Bors kämen, und die Leute vrrspra?en mir. kämen. Der Gouverneur hatte unS aber .hinlänglich unlerrichlel und gewarnt. Wir riefen sie zum zweiten Male an. und befahlen ihnen fern zu bleiben. Da sie sich aber trotzdem unserem Schiffe immer mehr näherten, gab ich endlich Befehl, unsere beiden SechSpfünder auf einmal adzufeuern. Nie in meinem Leben werde ich dar Geheul vergessen, welches dir Wilden auSstirßen: fünf von ihnen waren getödtet, sechs verwundet. Eh« wir wieder zum Schüsse kamen, hatten sie sich auS^dec Schußweite entfernt. Oie ganze Nacht dlied r» windstill, und wir hielten scharfe Wacht, da wir unS «ine» UederfaUS in größerer Anzahl versehen mußten. ES dlied jedoch Alleruhig, M wir um drei Uhr Morgen» die KanoeS wie, der erblickten, welche in der Dämmerung über die Ma» gellanstraße zu kommen suchten, um auf der Fruerinsel Verstärkung zu holen. Hätten wir Wind gehabt, so wären wir forrge'egelt und hätten unS um diese Exir stenz.n nicht weiter bekümmert. Die Luft dlied aber toblenstill, und so mußten wir um unsere» eigenen Leben» willen die Kanoes verhindern, die Straße zu passiren. Wir nahmen eine unserer Kanonen und sich» Mann mir Revolvern und Säbeln bewaffnet in unsere Scha» luppe. welche ich selbst kommandirte. Da unser Boot schneller als vir KanoeS war, so hatten wir ihnen bald den Weg abgeschnitten und sie nach der Seile von Port Gallanl zurückgetrieden. Unsere Absicht, die KanoeS womöglich wegzunebmen und zu verbrennen, konnte ich nicht ausführen, da Unsere Schaluppe durch bi'e Kanonen und Munition einen »olchen Tiefgang bekommen, daß sie den Kance» in da» flache Wasser nicht folgen konnte. Wir mußten -un» begnügen auf sie zu feuern und sie in Grund zu bohren. s Schluß folgt.) Tie neue Lynagoge in Berlin. ruhig und besonnen zu bandeln und meinen gänzlich zu folgen. AlS die KanoeS auf unge abr 800 -Schritt nahe gekommen, riefen wir sie an. Al» hielten sie-einen Mehlsack und Zweige in die Höne, um unS glauben zu .machen. baß sie in friedliches Absicht Befehlen Antwort Wir haben kürzlich über die am 22. v.M. geschehene Beleuchtung eir.» imposanten Bauwerkes gesprochen, heute setzt unS ein von sachkundiger'Feder geschriebener Artikel der „Nerdd. Allgem. Ztg." in den Stand über da» Bau, werk selbst Nähere» unseren Lebern zu berichten: Der Bau diese» monumentalen Gebäude» wurde vor etwa sich» Jabren vom Baurath Knoblauch in Angriff genommen, nach den von ihm geschaffenen und entworfenen bautünstl,raschen Plänen. Wahrend des Verlaufe» der Bauzeit erkrankte der Baukünstlrr kehr schwer und der Tob schloß am 29. Mai d. I. die Augen deS wackeren und tüchtigen MesterS. Ibm war »S nid* vergönnt, seine Kunstschöpfung hergestellt zu sehen, und sein treuer Freund, der Geheime Ober-Baurath Dr. Stüler, nahm den Fortbau kräftigst in die Hand, doch auch ihn ereilte am 19. Marz b. I. der Tod. und da» Wenige zu Voll, endende de» Baue» ging in weitere künstlerische Hände über, so daß innerhalb der kürzesten Zeit der Tempel für den Gottesdienst der Gemeinde überwiesen werden wird. Betrachten wir den Bau der Synagoge eingehender, so finden wie im Aeußeren wie im Inneren den paurischen Stil, nach den eleganten Formen der Alhambra, zur Anwendung gebracht, und Knoblaud» Kunstgeschick wußte diesem Kunst,

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