Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1865-01-01 · 40 (1865) · p. Seite 160

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
12 (1865)
Issue
40 (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 160 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/4908862-5999392-6026762--3065-4911303
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

160 Di« Erheizung brr Räum« wird durch erbarmt« Luft bewirkt. , Zur Lnttrstützunq de« Gesanges hat der 2 empelraum «ine großj und mächtig« Org«l erhalten, di«, ü a sich verdeckt', auf der Empore hinter dem Allerhei igsten pla- Cirt rsi. Wir glaudeu noch bemerken zu müssen, d ß die Em^ pocen nach den Umfassungsmauern des Gebärde« zu in sich stvfenartig im Fußboden ansteigen, dam l durch die nach und nach erhöhten Sitzdänke den weiter RückwärtSsitzenden der Blick nach dem Allerheiligsten ni Hk entzogen wird. Wir wollen nun den gedeiligten Raum d'S Tempel« verlassen, und uns in den EingangSvestidül urückziehen. Gehen wir von hier aus nun, rechter Hand, eine breite Äarmortreppr hinauf, so erreichen wir den Rep äsenkanten- Gaal. Hin prächtiger und herrlicher Raum, der mir einer gewölbten Decke überspannt ist und welcher durch zwölf mächtige eiserne Säulen getragen wirb. £ ie Säulen reichen durch die ganz« Hohe de« Raume«, u ib etwa in der Mitle ihrer Höhe läuft um den Saal e ne Gallerie mit reichverziertem Brüstung-geländer. Der Rep 'äsenranten- Saal echäit fein Licht durch die großen Kens er im Risalit- Bau. und haben sie-bereit« Erwäbnun \ gefunden. Der Saal kann gleichfall« durch Gaslicht erl uchtet werden. A»ch dieser Raum erscheint in der herrlich ley Farbenpracht, und ist bestimmt, um Dersammlun, en für die Geschichtliche Miszelle. 'Der neueste Geschichtsschreiber Polen«, Dr. Jacob Caro (Gotha 1863) hält die Erzählung, daß der König Kasimir- V. Gr. eine Jüdin Namen« Esterka zur Maitresse gehabt, für erfunden und zwar zu dem Zwecke, um die Entziehung de« den unehelichen Söhnen Kasimir« auSgesetzren Erbtheil« zu beschönigen. Der Archidiakonu« Czarnkow«ki, der in unmittelbarer Nähe de« König« lebte und selbst bei seiner letzten Beichte zugegen war, weiß davon nichts. (Bd. II. S. 310. Eine weitere Untersuchung S. 341 ff.) Man hat au« jener Liebschaft die Geiste«freiheit erklären wollen, mir welcher Kasimir den Juden viel mehr Rechte einräumte, al« die Satzungen der damaligen katholischen Familien ihnen gestatteten. Allein da« Judenstatut Kasimir« rührt au« dem Jahre 1334 her, während die Liebschaft mit der Esterka 20 Jahre später stattgefunden haben soll. Die Gründe, die der obige Geschichtsschreiber anführt, sind sehr triftig, und uns kann natürlich da« Ergebniß nur doppelt befriedigender sein, da un« dadurch Kasimir selbst und seine Geisteshöhe in hellerem Lichte erscheint. Ge'meindederathungrn abzuhalten und auch >m de« Kullusdienste« re. zu ordnen. Don dem! lepräfentan»! len-Saal kann man unmittelbar auf die Emporen de«! Gotteshauses gelangen, und verfolgt man »iefen Weg,' so har man den imposanten Blick in den! lempel, auf da« Allerheiligste und bi« endlich in die ' sbsi«. Der Blick ist großartig und wahrhaft schön; de Geist, da« Gemüth, die Seele de« empfindenden MensäeN wird ge, Hoden, und hier wird recht klar, wa« der Bai künstler und die Kunst zu schaffen vermag! Die Kumpeln aus dem Gebäude in d;e Oranienbur-erslraß«7 ir?kbr« mittrninne der Häusl rreihe liegt, markiren da« Gebäude, daß dasselbe dem Kult>;« angehört; denkt man sich die Kuppeln fort, so spricht ie Gebäudemaffe nur au«, baß der Bau irgend welchem öffentlichen Zwecke dient. Da« Gebäude trägt in der F.ixade na6 der Straße eine hebräische Inschrift, die deutsch so laut et: „Oeffnet die Tbace. damit da« gerechte Volk einziehe welche« die Treue bewahrt." Eine künstlerische Liebe und Freudigkeit m Schaffen, sowie eine unermüdliche Ausdauer bei der 1 Zurchführung hat diese« Bauwerk geschaffen. Der Name de« Baumeister« stebt mit disim Gebäude unvergänglich da, und die Residenzstadt de! preußischen Staate« ist um ein dedeutend,- monumentale« Baudenkmal bereichert worden, welche« in der Kunst eschichre eine bedeutsame Rolle entwickelt. achen Anekdote. Ein alter Mann klagte über Schlaflosigkeit, und sagte: „So wahr ich leb', heute Nacht bin ich zwölf mal auf gewackt. und nicht ein einzig,« mal wieder eingrschlafen." Talmudische Weisheit. „An den Wanden Deine« Haufe« ist erkennbar, daß Du ein Köhler bist" (Berach. 28.). Die äußere Erscheinung de« Menschen läßt auf sein Innere« schließen. Allgemeine Zeitung de« Jubenthum«. No. 39. 1865. Inhalt: Leitende Artikel: Zum Rosch « Haschauauod Jom - Kippur «Feste. — Einige Gedanken und Bedenken über den^Lereiu für allgemeine Angelegenheiten de» Juden. th«m». — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Nürnberg. Preußen: Berlin. Berlin, Berlin, Eölu. Oesterreichischer K a i s e r st a a t: FLufkircheu,Tarnow, Sapoßvär, Gratz. Italien: Au« Oberitalieu. Frankreich: Pari». ISS Au beziehen durch jede« Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich yA Thal er. ' BerautH» «r<rtag 9c» Ba»»>irtner'< ertlicher Skebacteur: Dr. H. Lotze. v>»h«»ri«>g i» Leivri,. — Druck ua ». »retzsi U, in r«i»»i>

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.