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Jüdisches Volksblatt · 1865-01-01 · 39 (1865) · p. Seite 155

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
12 (1865)
Issue
39 (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 155 (sequence 3)
Language
German
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155 X so weit, daß sie sich kaum noch in Sicht haben? Ist das Bekenntniß und bat Gebet J-rael's noch auf Deinen Lippen und wie oft? ist bat Fest Israel'- noch Dein Fest? wohnt in Deinem Hause noch der Geist und da» Wesen Israel'»? oder sind sie auihm gänzlich verschwunden? Erziehst Du Deine Kinder zu Israeliten, oder hältst Du fern von ihnen Unterricht und Hebung, daß ihnen Israel unbekannt und fremd bleibt? Oder erfüllst sie gar mir dem Gifte der Mißachtung und des Spotte-, daß sie verachten lernen, was ihnen das heiligste, was ihnen göttlich sein soll? — Dienach innen, und nun nach außen. Was der Israelit im Kampfe der Welt stets am meisten bedurfte und fort und fort bedarf, bas ist — Charakter und Würde. Sprich, trittst Du vor die Welt, und rufest au-: '-,25 „Jude bin ich, und den Gott de- Himmel- und der Erde ehrfürchte ich?" Oder verleugnest Du Deinen Glauben und Deinen Stamm, und freust und rühmst Dich, wenn man Dich nicht als — Juden erkennt? Wie verhältst Du Dich denen gegenüber, die von Israel abfallen, die ihren Glauben und ihren Stamm adleugnen? Wie verhältst Du dich denen gegenüber, die Deinen Glauben befeinden und beschimpfen?.. Sehet, dasind die Weg« des Leben» und des Tode» D'ti p'iL *no „Oie Frucht de» Gerechten ist vom Baume de- Leben«." (Spr. 11, 30.) IV. Und dann trittst Du in den weitesten Krei-: Mensch bist Du, eines der Wesen mit dem Gotteden» bildlichen, unsterblichen Geiste, einer der erstgeborenen Söhne der göttlichen Erdenschöpfung, als solcher zu Hohem, zu Höchstem berufen — zunächst im Schooße der bürgerlichen Welt alt rin nützliche» Glied derselben zu wirken. Dies ist der gewöhnliche Jrrthum, daß wer in der menschlichen Gesellschaft arbeitet und sich müht, um den Lohn und Gewinn zu ernten, vermeint, daß er für sich allein ge, arbeitet und sich gemüht. Nein, der einzelne Mensch mag noch so eigennützig fein, Gott har die Menschenwelt so geschaffen, daß da- Ganze für Alle und Alle für da- Ganze sind und leben. Jegliche Arbeit ist^fftr-^lle, jedwede Mühe für da- Ganz,. Aber gerade darum ist der Mensch berufen, zu wirken und zu arbeiten in—Gerechtigkeit — d. h. daß Du Jedwedem giebest, was ihm gehöret, und von Niemandem nimmst, als was Dir gehört, Dir als Dein Eigenlhum und Dein Anrecht für Dein Thun und Schaffen gehört. Ob Du Arbeiter oder Handwerker, ob Du Händler oder Kaufmann, ob Du Arzt oder Lehrer, Richter oder Beamter bist — baS ist gleichgültig, aber ob Du als solcher in Deiner Thätig» keil in Gerechtigkeit bandelst, Gerechtigkeit gegen Alle, für Dich in Anspruch nimmst, wa-^Dir zukommt, aber nicht mehr, dann aber an Nutz' und Recht Deiner Nebenmenschen denkst, da< ist der Weg de» Leben». Unrecht Gut in Deiner Hand ist Tod, wirf ihn weg von Dir, zieh Dein« Hand zurück. — Was aber ist die Pforte, der Eingang hierzu? Die Wahrheit, die Wahrhaftigkeit! Dann das Erste, was jeder Nebenmenfch von Dir zu fordern da» heiligste Recht hat, daS ist die Wahrheit. Lüge ist Tod, treib' ihn von Dir, daß er Dir fern bleibe. Lug, Trug, Schmeichelei, Heuchelei, da» sind die Diener des Tode», feine Schwertträger, feine Bogenschützen, welche die Wunden schlagen in da» Menschenherz, durch die der Tob «inzieht in dasselbe. Laß Deinen Mund niemals aussprechen, was! Dein Gedanke nicht denn, Dein Herz nicht fühlt, laß ^nichr über Deine Lippen, aehen, wovon Du da» Gegenthtil^ denkst und fühlst —j in die Wahrheit au- Dir gewichen, so ist Deine Seele! schon im Sterben begriffen. —[ illnd zur Gerechtigkeit ttmd Wahrheit gesellet sich Dritttn» die Barmherzigkeit, di«! Wohlthätigkeit. O da» ist1 aüch «in geheiligte» Anrecht an Dich, Hülflosen Hülfe > zu .schaffen, Leidenden! ijeglicher Art Beistand zu leistes, da» ist Gerechtigkeit im üshern Sinne de- Worte», da» ist da» höchste Leben al» Mensch. Wie? Dir hat der Her« egegeben, daß Du me^ besitzest, al» Du für Dich und die Deinen bedarfst, um» Du solltest nicht verpflichtet stein, davon fürdie zu opfern, die weniger haben, al» sie bedürfen? Nimmboch bavo^i, aber nicht so kärglich für die, so hungert,, für die, so dürsten, für die, sh streben und hctben kein Fortkommen, nich^ so kärglich, «S ist ja doch in^mer noch so wenig gegen d!a», wa» Du für Dick und dir seinen verbrauchest! . j Ja, da» ist der Weg des wahren Leben», und nun erwägen wir, in dieser Stunde, in dieser Nacht, an diesem Tage, ob wir tnolch auf b/rnfelden wandeln^ oder ob wit von ihm abgewich^n? wie* weit wir schon von ihm ad» gekommen, daß wir ihn ganz verloren hätten?- Wie weit beherrschen wir ünt lern unser Wefer^? Wie leben wir ails Hause, gegen außen Haffen und vermnb n die Lüge, üben Barmherzigkeit? Wir Alle a>er dem Weg« de» Ti den finden, zurückzukehrrn — noch ist unter der Leuchte der zurückleite, 'nn Pfad zu Gott! R eligion der Pfad zu finden, der un» *p|n den Weg De» Lebens. de» über. Das .Uw. kennen, «S dem und die gerade selbst, veredeln unfern Charakter, läu- Wie üben wir Liebe gegen ille Unsrigen? Israeliten iw unferm Geiste, in unferm? Wie handeln wir al» Manschen gerecht, sind heute berufen, wo wir un» auf Miszelle-. Wa» für Q aid-roquo'S der'jüdischen Preffe begegnen! In unserm „Ji bischen DolkSdlarte" hatten'wir ein Witzworr über die „Mazzinisten" gegeben. Dasselbe ging, wir wissen nichi wie? in da» englische Witzblatt „Punch" Clir. entnahm, ohne die Quelle zu -Pünch, und die Arth. isr. »heilen e» nun al» einen charlkte Mischen Humor de» Ptsnch mit..— Die letzteren ge^en 1 '.. -- --- -- erscheinenden „Eu neu« Synagoge in Berlin wieder, indem sie die „Europa" al» Quelle ameig^n. Sie übersetzen^ aber auch die B«-. merkungen, welche wir diesem Artikel hinzisgefügt haben. auch einen von uns au» der in Leipzig opa" entnommenen Artikel über die Berlin wieder, indem sie gegen die Europa gerichtet n Wenn maij dt der zweiten Hälft auf Religion» «iunl so kommt Einjm aren. — shichtliche Miszelle. n erleuchtete« Geist beobachtet, der 1#-* de» vorigen Jahrhundertin Bezug Grwiffensreinheit zum Ausdruck kam, oft diese Erscheinung ^at»; «in« plötzliche.

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