Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 12 (1865)
- Issue
- 36 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 143 (sequence 3)
- Language
- German
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143 war Dir bildsam, wie dem Bildner der sich^formende Marmor; es faßte Deine Gedanken, wie da« Gold Diamanten umspannt; Deine Sprache hüllte j»ch in ein Gewand des feinsten, geistigen Gewebe«, so daß sie mustergiltig ist und bleiben wird für alle Zeiten: Wer wie Du einen Schiller preisen konnte, lst berufen zur rhetorischen Meisterschaft. Die Städte Deutschland- und Petersburg, Moskau, vergessen nimmer, wa« der wandernde Redner ihnen geboren. „Ad» nicht allein dem Dichter, dem Redner, vor Allem dem Menschen lasser unS ein Lebewohl zurufen. Wolf» sohn'S Familienleben ist rin Schatz, von dem man rüg- . lich eine Perle wegnehmen könnte, und man würde doch , nicht enden ein Lebelang! Als Bürger stand Wolfsohn > offen und frei dem Fürsten und einfachen Manne gegenüber, eine hohe Zier de« Verstorbenen. Sein« ästhetische; Bildung schrieb sich nicht nur auf da- Papier, sprach nicht nur; von den Brettern der Bühne zu unS: er trug sie in da« Leben hin» : ein und Jedem entgegen, der mir ihm in Berührung kam. : Was der Dichter aber uns, feinen Freunden, war, wir wissen eS wohl und können eS doch nicht sagen, denn schwer ist e«, der Thräne ein Wort zu entwinden. Haben wir doch schon so viel de« Schmerzes erduldet. Wie lange ist e« her^l daß wir dort am Ufer der Elbe unseren lieben Julius; Hammer bestatteten! Vor Kurzem schloß sich daS Auge: Otto Ludwig'« — und heute stehen wir am Grabe unsere- Wolfsohn! Bereit, jeder guten Sache zu dienen, an»; feuernd in der Stunde de- Zagen-, freundlich mildernd, und nachgebend im Augenblicke de- Eifer-, war und bleibt i un- Wolfsohn ein Unersetzbarer. Im Namen de- Liter-! arischen Verein-, rufe ich Dir, ^verklärter Freund, den. letzten Gruß zu. Trage ihn zu seinen Sternen, nach denen j wir oft gemeinsam schauten! N^mm unseren Dank für > Deine Liebe, nimm unsere Liebe für Dein Wesen, nimm ' unser theure-, letzte- Lebewohl!" Hieran reihte Herr Adv. Emil Lehmann, ein Freund de- Verstorbenen, folgende Verse' Stumm ist der Mund, dem jsllß und klar Der Rede Perlenstrom entflossen. Still steht da« Herz, da« treu und wahr Den Freunden sich allzeit erschlossen, Starr ist der Augen holde« Paar, Dransich der Lnbe Strahl ergossen. — Lom Dichter, von dem Menschen sonder Fehle Da blieb un«, ach, zu früh — Nur eine Seele. Welch eine. Seele! Nein und echt Geweiht dem idealsten Streben, Im Mannesstolz erglüht für'« Recht. In -iode-nnschuld gottergeben, j i Ein preisgekrönter Sieger nn Gefecht - \. De» Menschevadels mit gemeinem Lebeu — x, '' So, wie in Deinen Schriften es zu lesen, S o, Edler, bist im Lebeu Du gewesen. T, Da dachtest frei. Dein Geist war kühn und groß, Doch hat ein fromme« Herz in Dir geschlagen. ..Ihr Theureu, Ihr. au« deren Schooß „Da« Schicksal mich so weit davougetrageu — ..Eh sag' ich mich vom eigne» Leben lo«, ..Al« von dem Eueren mich loszusagen." Dem Wort au« Deiner Osternacht, — Bewährung Gab ihm ein Leben, reich d'rmn an Entbehrung. Das Glück, von außen Dir nur karg zu Theil, Daheim war Dir'* in reiche» Maß beschiedea. Der ersten Jugendliebe Glück und Heil >■ Flocht m Dftn Leben süßen Hiunoelsfriedsv. _ So har de* Todesengels giftger Pfeil \ Bom treusten Weib de» besten Mann geschieden. Der Schmerz der Deinen — er ist untnptff<n, Wir aber — wer een Deiner nie vergefsew > > Herr Hofrat) Dr. Juliu« Pabst schloß den ergreifenden Act, inde n er dem vorstehend Gegebenen Folgende« anschloß: j „Wenn ich an Deinem..Grabe, verklärter Dichter ^j und Freund, lidiglic» meinem^ Herzen folgen dürfte, so müßte auch ich Dich preisen, i den Dichter^ den Redner und den Mensch« n. 'llSdann aver könnte ich nur wiederholen, wa» vor hoch würdigen und beredte», wie von ln» freundeten Lippen zu Deinem >Mhlverdie»ten Lode der Wahrheit gemäß bereit« vor mir verkündet wurde. Wollte ich nur meinem Herz m folgen, dann müßfe ich auch die Freundschaft preisen, Vie Du, Verewigter, achtzehn Jahre hiudurch mir o sne Wandel bewahrt hast. ■ Jedoch nicht al« Redner tre f ich heran an Dein letzte« Ruhebett, verklärter Freuni , vielmehr habe ich al« Abgeordneter der Grneraldirection ><« königl. Hoftheater« die ehrende.Pflicht zu erfüllen, au Deinen Sarg den Zoll der Achtung für Dein dichterische! Streben und Wirken, den wohlverdtenten_ Lorbeer niederzi egen. Indem ich die« vollbringe, rufe ich ein: „Have pia anima!“ al« letzten Gruß Dir nach. Wandle fortan untere den Palmen ewige» Frieden«, im Schauen der 6:mte| die niemals unttrgehf! — Amen." tabbi und Mönch. Von Nordewo Luther« Geist gewacht, Der die Kköstek gestürzt und de« Papstes Macht, Ward zum Ltheift er gezogen im Priesterkleid. Der junge Hflddiper der neuen Zeit. Er kündet Er dringet hinein Doch der Kaftan Und er fühlt Wo der Da ringet er Wo Narur Da verweilt nschheir Wohl ihm die Pfade weist, kühn, «in Ritter vom Geist; s. und jfanfi ihm beut ven Gruß. fei» Auge, da wallt sei» Fuß. Em Kloster De« Katholip' Ein Kloster, Der da« Und wie er Begrüßet «in, Wohl nennt Doch der «r qbora Licht und Pracht, in de« Talmud Schacht» fiel und der wallend« Barl, Strömung der Gegeswarr. jede ist i-wi f« « heut seiner Schritt« Ziel, « ernste« Asyl, mb dem jüdische» Geist. Hau« etdaut und die Welt durchkreist. sie tritt in de« Kloster« Bann, M«ch den pilgernden Mann; er sich Priester von Juda'« Schaar, ler beut liebreich die Hand ihm dar. Pit Und er zeic l ihm der Armuth und Demuth Reich— Der Brüder Zell« — da «alten bleich