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Jüdisches Volksblatt · 1865-01-01 · 32 (1865) · p. Seite 126

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
12 (1865)
Issue
32 (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 126 (sequence 2)
Language
German
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llRiciben Nicht glaubten. Döstienschandung. Lrur üen-' rferaiflung etc. waren damalbereits überwundene Sandpuntke. daher diese Beschuldigung keinen Glauben gefo avcn zft Hasen scheint- Wie wäre tu6 auch möglich gen esen, a Papste und Zür't.n jüdische Aecste batten i D:e Folge jener Eingabe war, baß Kaiser Ma hirs in Juden drr innerliche Behandlung verbot. ES^ heißt itamti-ch: „Juden, Wiedertäufern, Zantprechern, r ndrjabrern, Trriakcramern, Kreutlecn, Wurzelgrabern, auch Iren Weibern ist es verboten, innerlich Medicamen e zu crordn.n." Hebammen im Falle der Oioib mqchlen ijinc Ausnahme. parer, unter Maria Theresia, war es der berühmte lrtzt Van -r wirren, der den Juden die medizi lösche Praxis verbieren wollte. Doch alle ''eine Schmähungen alfen ihm w.rria. Zehn- Iabre nach lenen Verhandlungen «thcille Zostf II. am 1*5 Jamrec 1752 das Toleranzparenr, reichem es bnßl, der Besuchder Universität, de pahin nicht verraten war, sei hiermit auSdcuc ^en Juden aestactel und es wird ihnen gewahret, ores der Medicm oder Jurisprudenz zu werden. 126 - elfer in 'bis ^i ch Tpcc- Von nun an wurde den Clncanen gegen jüdische ( jetn Damm eingesetzt, den man freilich öfters durcbzud:ethen Isu^ke. Wir wellen hier aus der Zeit Kaiser Josefq ^wei Falle aniühren. Am 20. Juli 17S4 tarn der Decan der medicitss Facultat, Professor der Chemie Goerfried Mikan in in eine Apotheke daselbst, und. fand cm Recept vor Mi'.tnjmae Oi. Jonas Jeireles, der sich als medici »scher - Sckcn vor der Bremulgirung Ce* Toleranzvaremeö tx\ outtn acuakket, eie döberu Sckulcn zu rreguenriren. mä'iri'ch'ckicsi'che Gurernium wollte dieies dahin beschränkt das; eie Futen nur in denjenigen Stävlerr studiren biirs« Fuden wobneu, avie in Prag.- Die jüdischen Srudireiden icuft, in einer Stadt, wo nurLbristen wovnennichts zu man müßte in 'eichen Städten Lbrinen auflrazen, daß dki» einquariirm watz bekanntlich gegen die canonüchen verfloßt , und die jüdi'chen Srudierendeu wurden die chrifrl von ibrcm- Glauben abwendig macken? . Dock Kaiser rckrittrtf *. Zepi. 17-1: „Tie Freguentirung der b-bern len aus Cru «rblänti'wkn Universitäten ift der jüdiickesi ^euC aUerdrug* \u erlauben." — Am 3. Ccteber 1 ririf der Minister B.ümegen in Angelegendenen derZudefr 'cklng vor, daß man die Juden 'ammk und sonders Banare ckicke, da würden sie bald den rürkir'cken Handel Donau wichtig machen. Die jüdi'chen Kinder »olllen ckrisilicken Sckuien demchen, da die christlichen Kinder u dazu >,ie». mit Andersgläubigen sriedlich zu'ammen 2s 'olle ibnen jedoch gestatt« sein, die Logik an den <2 zu irören. 2t sügl diesen Borschlägen hinzu: „Selbst Schilderung der alttestamcntari,chm Bücher und nach d«S msic Äoiek und nach dem Undcile Gottes ielcS^dasjüdii'c e das abergläubische, sanawche, stolze, rachgierige, ^bosbaftt, b i ügeri'che, widersvensiigste und doch kleinmüchige, feige, nirdert o chtige, unreine Bott gewesen, welches ev immer bleiben werde. ' > lange das Fudcnrl'um dauern wird."- — Doch der Kaiser ließ von 'seinem Ent'chlnß nickt abbrinzcn und rescribirle: „daß r t Gemütber der ckristüchen Fugend durch ihre Schullehrer n c i und nack znr Toleranz, Bertraglichkeit und Menschenliebe ge« e l ihre einer fremden Religionslebre zugelhanen Rebenmenkcheu vorbereitet werden ''ollen." Ein christlicher Knabe, der einen ] idi'chen mißbandelt. 'oll sofort bestraft werden. — Um jedes H nderniß wegznräumen, «floß, 1783 die Beiordnung: , Das G^e In der Sckulc als ein Stein des Anstoßes für jüdische und kcptzoliiche Kinder ist zu uninlrssen." Schriftsteller einen Namen erworben (er harre an dcr Universität zu Jena promovirt), für einen katholischen Geistlichen, Namens Morgenstern vor. Darob gecielh der Herr Decan in großen Zorn. Es verdroß ihn, daß ein Christ, und üderdieß ein Geistlicher,' sich von einem jüdischen Ärzte behandeln ließ. Eigenhändig ccnfiScicre der Decan bas Recept. Jeiteles beklagte sich in Folge dessen beim Kaistr. Die Hofkanzelci schlug hierauf vor: „dem Professor und der medwinischen Faculkät ist zu bedeuten, baß künftighin nicht nur allein diesem Jeiteles, sonder« auch jedem andern Juden, der auf emec rrdlandischen Universität geprüft und approdirt worden ist, di? freie Praxis uneingeschränkt zu gestatten sei." . j Kaiser Josef billigte dieses, kugle aber noch Folgendes hinzu: „Jedoch muß dem Prof. Mikan, wenn das Factum wahr cefunben wird, solches von dem Gudernio scharf verhoben werden." Einfacher löste sich eine' andere Frage. Samuel Oppenheimer, ein Nachkomme d.'S bekannten Hoffactors gleichen Namcne, haue den Doktorgrad in Utrecht erhalten, wohnte dann längere Zeit in Ungarn, ließ sich hierauf in Pest vom Decan der medicinischen Fakultät prüfen, welcher ihm ein gutes Zeugniß ausstellre, und wollte sich hernach als praktischer Arzt in Wien niederlassen. > Die Wiener medicinische Fakultät rieth davon ad, dem L3r«steller die Bewilligung zu ertheilen. Sie meinte, derselbe habe cs nicht gewagt, sich in Wien prüfen zu lassen rc. Der Kaiser jedoch rescridirt«. 12. Februar 1786: „Dem Juden Oppenheimer ist, da er neuerlich in Pest geprüft und von der dasigen Universität der von ihme in Utrecht erhaltene Doktorgrad bestätigt worden, die Befugnis zu ertheilen, sowohl hier als in den gesammten Ecblanden praestitis praestandis und gegen Entrichtung der Toleranzstkuer die praxiui medicain unbeschränkt auszuüben." " Am 25. Oktober 1790 erschien ein Hofbecrer des Inhaltes, die Juden können nicht Voelores juris cauonici, wohl aber, wenn sie alle praeslandg prästirl haben, Doctores juris civilis und' zugleich Advocaten werden, und in dieser letzten Eigenschaft Juden und Christen vertreten. Bekanntlich wurde den jüdischen Studirenden der Reckte im Jahre 1849 gestartet, aus dem canonifchen Rechte bre Prüfung adzulegen, später aber wieder verboten. Bi» zum Jahre 1848 war es keinem Israeliten gegönnt als Lehrer an der Universität zu wirken, und diejenigen, die den Lehrecberuf in sich trugen, und ihren angestammten Glauben jedoch nicht schnöde verleugnen wollten, verließen ihr Vaterland um anderswo zu wirken. Seit dem Jahre 1848 wurden Juden zur Professur gelassen. Ader selbst jetzt noch ist nicht jede Lehrkanzel den Juden zugänglich, und wird es perhorreSkirl, einen Juden als Professor der Geschichte anzustellen. Wir erinnern daran, daß Max Büdinger, dessen Oestreichische Geschichte" sich in der'gelehrten Welt großen Beifalls erfreute, nach der Schweiz wandern mußte. In Oesterreich wak eS ihm nicht gegönnt, eine Professur zu erhalten. Unserer unmaßgeblichen Ansicht nach, würde ein jüdischer Professor der Geschichte am objektivsten in seinen Vortragen sein. Ein Katholik, der über die Entstehung

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