Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 12 (1865)
- Issue
- 30 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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118 tunfl in Eurcpa jener der Kelten um mehrere Jahrhun- I decke voran ging, war der Mangel an jeder Natioialreligion und an jeder sittlichen Grundlage für den L rkehr der Geschlechter. Dies erklärt den Abscheu, mit dem d e Genesis von den tvierii'chen Sitten der Uferbewvhne> dcS Tobten Meerespricht. Die ununterbrochene Reib> von Dolmen und Steindenkmälern überhaupt, die sich o it den südliche« Küsten de- MikkelmeerS und an den wej lichen Küsten deatlantischen OceanS Nachweisen läßt, t t «in nicht minder schlagender Beweis für die Eristenz eines Mu'chvoltS von Turaniern und Semiten, da-sich l i vorgeschichtlicher Zeit von Syrien dizurÖstsee ausgrdeb l hat, aldie Verwandtschaft der Derber-, darkischen und finnischen Sprache unter'sich und mit dem Hebräischen. Monument einer andern Classe, aber auch merkwürdig. fü der Arad el Emir (Felde- Fürsten,. Seine Trümmer liegen im Gebiet der Dolmenmitten in Gebirge, in einer Eggend, die von Natur lachend und selbst fruchtbar war, die durch die Nachlässigkeit de- M nschen aber zu einer Wüste geworden ist. Die Ruinen entsi rechen genau der Drschreidung, die Zoseobus von einem Pal »st entwirft, den ein gewisser Hyrcan, der Sobn eines i;t«u«r: Pachters unter den Seleucidrn, in den Jahren II >2 bi- 17'*> v. Cdr. hier erbaut bar. In der Mitte ein,- kleinen, jetzt trocken liegenden Seeerbeben sich du Reste einerechteckigen Gebäude-, dessen unterer Theil au! Blöcken von ungeheurem Umfang besteht. In einig« r Entfernung sind zwei Reihen von Kammern, die niit einander in Verbindung steden, in den senkrechten Fesen gehauen. Esind keine der Grabkammern, die nan in Judäa io häufig sieht. Einige, in die durch gro « Fenster Licht fallt, waren Wohnzimmer, andere di« uen zu Ställen und Magazinen. Der ganze Bau hat w e Masaba den Charakter eine- Zufluch'sorteS. Him rr feste Mauern verschanzt, me,nt, Horcan hier seine Per on und seine Reichkbümer qestchrrr 'zu baden; aber al- 3: riochuS EpiphaneS den Thron bestiege glaubte rr neuen G cfabren nicht entgehen zu kennen und gab sich selbst den kvb. Gehr man von, Arad el Emir zwei kleine X gereifen weit gegen Süden, >o trifft man auf die ausg« dehnten Ruinen von Hefebon. der Stadt der Amoriter, di'Mosiau-gerotlet bat. Leider reichen diese Ruinen vi> >t weit zurück, der Charakter der Capital« deutet die Zeit >cS Verfall« der römischen Kunst an. Dies<.Gegend w rd aber durch die größten geschichtlichen Erinnerungen ebeiligt. Neben Hei'ebon erbebt sich der Oschcbel Mussa, wo der Gesitz^eb.r der Hebräer den J-ra,lit,n seine letzten Anwei'unaen ertbeilte, wo er sein letzte- Loblied s ng und wo cr starb, ohne daß Jemand die Stelle seineanzudeuren vermöchte. Der Dschedrl Mussa.de zwei abgesonderten Gipfeln. Den nördlichen krön rige Ruinen mit Capitälen, die weder griechi römisch sind. Der südliche entspricht ohne Frige dem Berg« Rebe. Die Au-sichr auf da- Tobte Mee ziemlich beschrankte, aber nach Galiläa hin ist ö;r Hori, zonr ein sebr au-gededorer. Der Eindruck dieser Aussicht ist nach so vielen Jahrhunderten noch ebenso < roß und lebendig, aler im fünften Buch Mosibeschrieben wird: „Und Mose ging von dem Gefilde der Moabiter Berg Nebo, auf dir Spitze de- Gebirge- Pi-q< Jericho über. Und der Herr zeigte ihm daga ize Land Graberht aum wichch noch ist eine auf den gsgen Gilrad, bigen Dan, und daganze Naphrali, und da« Land Ephraim und Man.isse, und daganze Land Juda, dian daäußerste Meer, und gegen Mittag, und di« Gegend der Breite Jericho'- der Palmenstavt, digen Zoar." In dieser großartigen, aber nicht wilden Gegend ist Allevon Erinnerungen an Moseerfüllt. Die reizende Quelle, die an drei Stellen audem Felsen springt, tragt seinen großen Namen: sie heißt Ain-Mussa, Mose«- quelle. Alte Feigenbäume bezeichnen und beschatten die Stelle; da« Wasser bildet einen Fall von 24 bi« 30 Fuß und daneben öffnet sich eine höchst pittorr-ke Grone. Nach den Untersuchungen de- Todlen Meere« und der benachbarten Trümmerstättea beschäftigte man sich mit dem Aradad-Tkal. Der Weg führt über Hebron und bei einem Dorfe vorbei, daS nach dem in diesen Gegenden üblichen Gebrauch ganz in Felsen gehauen ist. Die Gräber der Väter sind die Wohnungen der Södne geworden. Hebron ist sorgfältig gebaut und liegt anmuthig am Hang einer Schlucht zwischen Weinbergen und O»lgärlen. Während die Karawane in Hebron sich sammelte, ritt der Herzog von Luynenach Beni Naim, wo e- «ine AuSsicdt auf da- Tobt« Meer giebt, di, zur Orienkirung in der Topographie und Geschichte der PenrapoliS nicht unwichtig ist In diesen Gegenden sind die Erinnerungen an Abraham und Lvlh noch sehr lebendig, aber Nedi Lutb, da« angebliche Grad Lorhv, ist nicht achter al« die Mehrzahl der Monumente, welche dl, Araber nach Uederlieferungen sehr zweifelhafter Natur benennen. In Semoa sieht man Ruinen, die vielleicht als die besten Proben deS rein jüdischen Styl« zu betrachten sind. Die Steine sind groß, auf eine eigene Art behauen und mit Ornamenten geschmückt, welche Weintrauben, Trinkgeschirre und Kroncn darsiellen. Ein Stein, der ein Gesims bildete, hat als Ornament zwei Halbbogen, auf denen Sterne einqemeißelt sind und über deren Verbindung-Punkte «in Stern in Stradlen sich erhebt. Jenseits Semna^rifft man nicht mehr auf «ine seß, hafte Bevölkerung und feste Häuser. Am Wadi Mobawat zeigen sich bedeutende Spuren von Erdpech und erinnern an den Untergang von Sodom, das'in der Nahe gelegen haben muß. Da« Gebirge Dschebel U-dum wird dadurch höchst merkwürdig, baß es, wie genau nachgewiesen ist, au« einer ungeheuren Masse reinen Salze« besteht, auf dem oben eine lockere Erdschicht von etwa dreißig Fuß Dicke aufliegr. Ins Gebirge führt eine natürliche Salzgrotte von mindestens siebenhundert Fuß Tiefe. Wenn 'die Araber nur ungern hineingehen, so liegt dir« an ihrer abergläubischen Furcht, denn der Besuch der Höhle ist völlig gefahrlos. Einige Stunden von Dschebel Urdum entfernt, in einer Bodensenkung, die noch heute den Namen Gkor trägt und viele Dornsträucher und Sodomsäpfri nährt, zeigen die Araber bi« Trümmer einer bedeutenden Stadt. Der Ort heißt Safieh und grenzt an eine reizende Gegend , die reich bewässert und von Baumen beschattet ist, in denen Turteltauben nisten. Jenseits beginnt da« Aradah-Thal, mit dem sich unsere Forscher vielfältig beschäftigt haben. Man glaubt, nämlich, daß der Jordan, nachdem er das Tobte Meer in dessen ganzer Läng« durchflossen habe, auden Sümpfen am Südenve desselben wieder hervortrele, durch da« Arabah-Thal fließe und unter einem andern Namen in« Rothe