Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 12 (1865)
- Issue
- 30 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches BMblatt. Z-r tteletzrung unft Unterhaltung aus iüOischem ^ekie Herausgegebrn vou Rabbiner Di*. Ludwig PWppson in Bonn. OA 1 nt* r i «ca littet »JriJlÄrifi tttöeiot vmmriiiq «nt wummtt. Prei«! de« »>dr. r, „ . . - . - >^No. 30. 1805J ÄSSTS.' D- JahrS- 3. Quirtal] ich eine Nummer. Prei«s de» 2>br» e. Eine Erforschung des Tobten Meeres. *5* d«n^G,birg^von Moab>i« fm (Aus der „Europa.") (Schluß., Das Todte Meer ist ein langes Oval und verengert sich im Süden, wo eine große Halbinsel vortritt. 2» seine Ufer greifen viel« kleine Buchten ein. Seine größte Lange beträgt siebzig Kilometer, seine größte Breite acht, zehn. Im Süden der Halbinsel ist eS mehr eine Lagune als ein Meer. ES har hier nur eine Tiefe von sechs Metern, während das Senkblei im nördlichen Theile häufig erst bei 350 Metern Grund findet. Charakteristisch für das Tobte Meer ist sein ungemeiner Salzgehalt, der an der Oberfläche von Stelle zu Stelle wechselt, aber in einer gewissen Tiefe constant bleibt. Der Grund besteht aus einer Mischung von blauem Schlamm und Salzkrystallen, aber die Nahe der Salzmassen des Dschedel-Usdum trägt im südlichen Theile zur Dichtigkeit des Wassers nichts bei. Das Wasser ist sehr hell, läßt auf der Zunge einen öligen Geschmack zurück und treibt bei längerer Berührung auf den Händen Bläschen hervor. Das Jordan-Wasser ist süß und angenehm zu trinken, aber trüb, das des Wabi-Modscheb und des Wadi-Safieh außerordentlich, klar. Diese Flüsse und die zahlreichen Quellen in der Nachbarschaft de- Tobten Meeres nähren Fische und.Muscheln, die auf der Stelle sterben, wenn man sie einige Schritte weiter in ein gesättigteres Wasser verseht. Der Zeeka-Maln hat ein schwefelhaltiges und heißes Wasser, das bei der Mündung ins Todte Meer noch eine Temperatur von 31^ hat. Alle Bemühungen, im Tobten Meere lebende Wesen aufzufinden, sind diS jetzt vergeblich gewesen. An seinen Ufern leben Gazellen, Hasen und Rebhühner einer besonderen Art. Horizontallinien, die das Waffer an den Felsen gezogen'hat und die einige Meter von einander abstehen, bezeichnen wahrscheinlich verschiedene Höhen des Wassers, das bei Naturerschütterungen, die sich wiederholten, mehrmals plötzlich abgrnommen zu haben scheint. Das Sinken des Wassers muß in sehr alten Zeiten stattgefunden haben, denn di« unterst« dieser Linien liegt noch um vier Meter höher als der Strich, dis zu dem das heurige Treibholz bei dem höchsten Waffer» stande aufsteigt. Wenn da- Meer gegenwärtig die unterste dieser Linien wieder erreichte, so würde die Umger genk auf ungeheure Sttecken hin unter Wasser gefetzt werden. Nachdem sie das Todte Meer verlassen, wendeten sich - - .Seetzea (1806), Zrby sind Mangle- (1818) von Europäern höchstens flüchtige Besuche erhalten haben. Unter dem Geleit Gablan's und seiner getreuen Abuanen ging die Karawane am rechten Ufer des Zorbaus hinauf, fand eine Fu'tb, wo die Wassertief, immer noch fünf Fuß betrug, setzt, vbn« Unfall-auf das andere Ufer über und gelangte nun zum Abhänge des G^dirgs. Mit Erstaunen sah der He:zog an einem Punkte chla Safat genannt verschiedene der Dolmen, die man für keltische Gräber gehalten, die abrr weit älter sind und d^n Steinzeitalter angehören. Wie iie meisten Dolmen begehen die von Ala Safat aus vier Steinen, von denen > drei aufrecht gestellt di, Wände Hilden und der vierte horizontal darüber gelegt als Dach dient. Zuweilen ist noch ein fünfter Stein da, der den D rschluß deS Grabes bewirkt und ein Loch von bestimmter Größe hat. Weiter südlich zeigten sich noch zwei Dolmen und zahlreich wurden! diese Grabdenkmäler auf einer Hochebene, die bei den Eingeborenen Hadschah el Mansub (l«r gelegte Stein) hei >t. Bon kanaan irischen Völkern können diese Gräber mtcht herrühren. Sie t «statteten ihre Tobten in Kammern^ öta in den Seiten der jöerge ausgehöhll wurden. Ebenso wenig ist an keltische Völker zu denken, .denn die Dolmen finden sich in vielen Gegenden, in denen nie KelteN gewefe i sind. Sie stammen höchst wahrscheinlich von rurauischrn 8Ü älter», die mit Jberiern gemischt in zwei Strömen um den Kaukasus flutheten sind sich, der eine Strom gegen Norden, der andere gegen Süden wendeten. Gegen SüdweÜen gedrängt, und zwar muthmaßlich durch die Ausdehnung der ersten aramäischen Reiche am Euphrat, machte die südliche Gruppe in der Ilmgegrnd des Tobten Meeres Halt, drang später durch das Nilbelta, das die Aegypter noch ni bt besetzt hatten, in Afrika ein und ergoß sich längs der Nord, küste, wo man in den Provinzen Tunis. Constauri re.und Algier «ine merkvüLdige Menge von Gradmälern und andern Monument n aus dem Steinzeitalter gefunden har. Moke erklärt die Berbern für Blutsverwandte der Iberer in Spanien und Gallien, der Hiderner, Silur«», Bre, tonen und Pieren, di« alle eine schwärzliche Hai ctfarb« und krauses Haasr hatten und von denen mehrere fit» den Körper bemalten ober tätowieren. Zm Nordim stiS di« iberische Gruppe wieder auf die turanische, di« vor «utr gegengesetzter Richtung kam. Diese Turanier werde!» von unfern Gelehrten Tschuden genannt und die Fiarm sind ihre letzten Berti eter. Ein gemeinschaftlicher Zug dieser Urvölker, derer An-