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Jüdisches Volksblatt · 1865-01-01 · 28 (1865) · p. Seite 110

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
12 (1865)
Issue
28 (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 110 (sequence 2)
Language
German
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110 Leiden d«S jungen Paares mir dieser jwriten Trau mg beende: glaubte. Nach einigen Tagen lief ein Schre ben jene- Landeskgdbinen ein, der erklärte, daß er es fei,em Amte und dem Landesgesetze schuldig sei, innerhalb se nrS Sprengel- «ine von einem Andern ebne feine Aulorisa ion vollzogene Trauung nicht anzuerkennen und in die trikel einzutragen, sondern Je für ungültig erklären m iss/. Das Brautpaar müsse fto Wt ihm einstellen, um die Trar a« wiederholen zu lassen. Es ist keine Frage, daß diese Enrs he!-. düng vor dem jüdischenRitualgesetzeunderechligkwar, auch ^am Xschui es auf seine Matrikel gar nickt an, da das Paar in ei rem »d/r 3000 Edendolzdäumen, 800 Säcken Nelken, 4M Säcken Pfeffer, 400 Säcken Muscatnüsse und 200 Sacken MuScatdlumen bestand nebst 340 Sacken ächten Mocca- Kaffees. Im Ganzen im Werthe von 4 Millionen Dollar. Elfenbein allein war 1,800,000 Dollar werkt) , da das Pfund jetzt hier 5 Dollar kostet. Der Einganqszoll allein beträgt 400,000 Dollar Geld oder 1,000,000 Currency ol* Greeobacks. Ich selbst hatte ein kleines Geschäft' machen können und fragte um 200 Dollar Vorschuß an, um 4 Säcke Mocca Kaffee zu kaufen, waS mir rund abgeschlagen wurde. Ich machte Bekanntschaft andern Lande wohnte, wo die Civilkrauung die düqgef ■liebe Anerkennung enthalt. Aber das Paar und - Angehörigen verstanden die Sache nicht und scheuten sich - bei einem ihrer Radbinen darüber anzufragen. Mar? virle ssch kurz, reiste dort hin, zahlte die Gebühren ließ sich zum dritten Male trauen. Nun war endlich im Hafen der Ebe glücklich ringelaufen. Ein Brief eines jüdischen Schiffökapita ft». de i Wie uns von verschiedenen Seiren mitgetheilt wo hat der in Nr 26 gegebene Aufsatz: „Wo sind sie ni^rr die herzlichste Tbeilnahme gefunden, und insdesonder .. letzte Partie, wo von dem Schicksal de6 jungen jüd Scekapitäns die Rete ist. Wir glauben daher falsch zu schließen, wenn wir meinen, daß die Mitthe eine-Briefes desselben aus dem vorigen Jahre, wo er Odersteuermann war, hier gern gelehen wird, auck I er sp.ciell ein jüdisches Interesse nicht berührt, lassen ftlbstveistänblich Alles weg, was ssamilienverbäl misse ■ betrifft. New-Pork, 14 September 18t}4. Wie Ihr wißt, war ich zuletzt-in Zanzibar' um ■ eine Ladung Elfenbein und Gewürze für Providencef l einzun^stmen. Aus meinem letzten ausführlichen Brie r v> n Eapstadt aus habt Ihr «riehen, mit was für Widerw irti keiten") ick fortwährend zu kämpfen hakte. Au dw Reise von Eapstadt yach Zanzibar verschlimmerte e sth mg,- r sustg d vckn - f. mehr und mehr, fo daß ich fest entschlossen war, bei ner Ankunft dort beim engl. Coniul um meine Entla s cinzukommen. Nach einer ziemlich günstigen Reist 2* Tagen kamen wir in Zanzibar an. Nachdem nette Labungabgeliefert war, ging ich zum Con'ul und legte ihm meiwe Sache vor. Er gab mir vollständra! kechq, aber bedauerte, daß eS außerhalb ''einer Mack: läge, mich frcizumacken. denn, .sagte er, nur wenn beide Parreic: einverstanden sind, einen Conreact aufzuheben, bin i h im Stande, die Aushebung zu sancltoniren. Da er. seine Einwilligung nicht gab, so mußte ich mich nulens olei barein ergeben auSzubalten. Während der ganzen Ze: sprachen wir Beide nichts mit einander, als was der Die st unmit drm dortigen amerikanischen Vice-Consul einem jungen Manne von 24 Jahren Namens Mr. Graves, welcher auch .als Passagier mir unS nach den Vereinigten Staaten zurückkrhrte. Durch ihn hakte ich Gelegenheit, alles Sehenswürdige zu sehen und wurde auch zur Audienz beim Sultan vorgelassen'. Zanzibar ist die Hauptstadt des Reiches Zanguebar und ist eine ziemlich bedeutende, im or,entalischcn Style gebaute Stabt von ungefähr 50,000 Einwohnern. Diese zerfallen in zwei Hauptklassen, nämlich die freien Männer, welche arabischen Ursprungs sind, und die Neger, Sklaven, welche alle Arbeiten verrichten anüssen. Die Zahl der Europäer beläuft sich auf ungefähr 300, worunter nur eine einzige Dame, die der Araber auf ungefähr 1*000, der Rest sind Alles Sklaven. Zanzibar war in frübern Zeilen 'bei Weitem bedeutender, als jetzt, weil es früher der Hauptstapelplatz für den persischen, nubiscken und. türkischen Sklavenhandel war. Durch lurtg ' die vielen, im Canal von Mozambique kreuzenden englischen nom Kriegsschiffe ist diesem Handel bedeutend Eintrag geschehen oena Trotzdem werden dort noch viele Sklaven verkauft. Ich selbst habe an einem Morgen über 800 verkaufen sehen. Ein .junger männliche. Sclave kostet dorr 30 Dollar, ein werblicher 20, wogegen sie in Westindien und Cuba und Amerika für 600—800 verkauft werden. . .Ihr könnt also sehen, welch einen ungeheuren Gewinn ein Sklavenschiff, wenn es glücklich durchkommt, machen kann. Die andern Hauplactikel sind Elfenbein, Gewürze, Eopal und Orachenolur. Di« Scadl selbst ist wie alle orientalischen Städte eng gebaut. Enge schmutzige Straßen mtt niedrigen, zweistöckigen Häusern, die jedoch alle mit einer großen Veranda versehen sind. Die einzig hervorragenden Gebäude sind das englische und amerikanische Consular. dl« beiden Paläste des Sultans, der Harem und die groß« Modle ch» licht mt edrt ■ tz. umgänglich erforderlich machte. Wir begannen uns düng einzunehmen, welche aus 1500 Elephanten; ltmen, ' Zanzibar oteö Zanguebar. ein bctculenter Lautst: ck> aus ter Unlüste von A'rila. *' Er baue nämlid) tas Mißgeschick. einen.unvenrHziikben. unt eigennützigen Eäpnain;u babeu. < Lasche«. Am Sonntag, ebe.wir absetzelten, machte der junge Vice- Consul seine Adsch'edsvisire und nahm mich mit. Wir waren Beide m full dress, die schwarze Hole. Rock, weiße Weste und Halsbinde. Wir gingen um 12 Uhr zum Palast«, wo wir von dem Tkürstehec zu den Vorzimmern geleitet wurden. Schon hier war ein ungeheurer Luxus entfaltet, alles von schwersten Seidenstoffen, eingelegten Hölzern und gediegenem Golde. An der Thür des Empfangzimmers nahm uns der Sultan, der arabischen Sitte gemäß, selbst in Empfang, erfaßte uns bei der Hand, und geleitete unS in sein Empfangszimmer, wo er dann selbst so lange stehen blieb, bis wir auf den dort sich befindenden niedrigen Ottomanen Platz genommen hatten. Der Sultan Abdul Mevjib ist ein schöner, großer Mann von etwa 42 Jahren, der achte Typus eines Orientalen. Regelmäßige, aber beinah jüdische Züge, werden von einem prachtvollen, dichten, schwarzen Barte eingerahmt. Seine

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