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Jüdisches Volksblatt · 1865-01-01 · 25 (1865) · p. Seite 99

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
12 (1865)
Issue
25 (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 99 (sequence 3)
Language
German
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len dem neuen Glaubensgenossen erwiesen, und der Vorstand verfehlte nicht, ihn am folgenden Tage mit dem ersten Aufruf zur Vorlesung der Bidet und mit der Theilnahme an andren religiösen Zeremonien zu beehren. Diese- Eceigniß zeigt deutlich, wie die Gewissensfreiheit in Italien nicht mehr «ine bloße Theorie ist, und daß in Neapel wieder erbaut wird, was man in Rom fo barbarisch niederreißt. Miscellen aus Persien und dem Kaukasus. lAuS der Schrift des Prof. Dr. H. Brugfch.) Die preußische Gesandtschaft war an dem Flusse Qui» rila im russischen Kaukasus angckommen, und mußte hier mehrere Stunden in der Nacht auf die Ankunft neuer Wagen warten. Dr. B. erzählt: „Alich mit dem H. Minister einige Worte wechselte, niischte sich einer der Wächter in unser Gespräch mit einem kurzen: „Ja, j^!" — Sprechen Sie deutsch t fragte ich ihn überrascht. „Ja, mir seind Juden, mir Juden sprechen alle deitsch," erwiderte er, zufrieden anerkannt zu werden. Sind Sie «twa aueiner russischen Provinz, wo auch deutsch gesprochen wird? fragte ich weiter. „Nee, weil mir Juden feind, sprechen mir deitsch; mir Juden sprechen alle deitsch!" Damit war die Sache adgelhan, ein weitere- Gespräch mit dem Juden im russischen Soldarenmantel rein unmöglich. Ich streckte mich auf die lange Bank hin, um Hunger und Kälte zu verschlafen. Nicht weit vom Ararat inArmenien zeigt man da - Grab Noah'-. Der Verf. erzählt davon: Unter den merkwürdigen Stätten Nachitfchewan'- verdient eine Erwähnung daoben, schon genannte Grad Noah'S, ein oft besuchter Wallfahrtsort armenischer Christen. Da- Grad liegt außerhalb der Stabt, nicht weit entfernt von den Trümmerhaufen der persischen Feste, welche ehemaldie Citadelle von Nachitfchewan bildete. Man reitet eine kleine halbe Stunde und befindet sich schließlich vor einem sehr niedrigen ehurmartigen Rundbau, der in gleicher Höhe über und unter der Erde steht. Eine kleine Thür, durch die ich nur in gebückter Stellung einzutceten vermochte, führt in einen kellerartigen Raum im Innern, dessen Bogenwölbungen, ziemlich roh und im modernen Stile au-geführt, von einer Säule in der Mitte gestützt werden. Ein beschmutzter Altar steht in der Nähe der Säule. Unter ihm soll in! einem vermauerten Kellergewölbe da- Grad deersten Bürgervon Nachitfchewan sein. Ein Stein mit unbekannten Schriftzügen soll die Stelle genau bezeichnen. Die Armenier müssen einen starken Glauben besitzen, um dl,- wirkliche Grad Noah'- so wenig zu bezweifeln. daß sie die Umgebung de- Thurmeals Grabstätte nach ihrem Tode gewählt haben. Hier ist nämlich der altarmenifche Kirchhof gelegen. Die Grabdenkmäler Hierselbst sind sehr einfacher Natur. Auf einem Haufen on Feldsteine» liegt ein langer, behauener Steinblock von röthlicher Farbe/ Darauf befindet sich d,e längere oder kürzere Inschrift, welche Bezug auf den ^odten darunter hat. lassen Wie der sich die Juden verdrängen de- Orient-, der Spekulant, geringe Rolle spie« daß der Jude folgt werde, wohnt nur ein« V«rf. an mehreren Stellen au-fü)rt, Hoden J!n im Oriente gänzlich von den Armeniern Er nennt den Armenier , den Juden Jener ist der Kaufmann, der Banquier, »eben welchem die Juden mir eine sehr n. Auch Dr. Brugfch spricht sich darüber au-, »on den Persern sehr unterdrückt und ver« der jetzigen Haupstadt Persiens, Teheran, srhr geringe Anzahl Juden, j Berichte de- Verf. über da-! Lräuerfest, er jäh In einem weichedie Perser jährlich zum Andenken an die Ermordung Hußein'- de-S 'hne- Ali'» und der Seilligen feiern, und an welchen^ dramatische Vorstellungen dieses Vorgang- und rührende Vorträge gehalten werden, bestätigt er, wawir zur Erklärt ng von Pf. 56, 9. „lieg' rttritze Tdränen in deinen Schlauch" in unferm Bibelwirke zur Srzste angeführt haben, ndem der Verf. auf diesen Verihinweist: „In etlichen dieser Trauerversammlungen ist cs gebräuchlich, baß ein Pliester ku jedem Hochdetrüvten hingeht, und dessen fließende Thronen in Baumwolle auffädgt, welche er dann in ein Fläschchen auSdrückl, l>o§ sorgfältig aufbe-' wadrt wird. Einige Perser glauben, daß in der Angst des Sterbens, wenn fein« Arzenei mehr helfen will, ein Tropen von si gefan melten Thranen in den Mund des Ringenden gefilmt , d esen wieder zum 8'f‘T. bringt; und dehuft dessen nerven die>ThrLn«p gesammelt." Ueber die Geschiciie^JsfahanS, der früheren Haupt- und Residenzstadt! Pe sienS, berichtet, der Verf. aumohammedanischen L^uelen: Es wird erzählt, daß. die Stadt zuerst „Dfchei'^ gehest en habe, und daß darunter derjenige Tbeil verstände^ irorlen fei. auf welchem sich später da- Quartier „Schehlriston" (arabisch Medineh) d. h. „die Stadt" erhoben Hab . Al- Nebukadnezar, im sechsten Jahrhundert v-r junffrtr Zeitrechnung, die Juden auder Heimath nqch Medie r in die Verbannung üderfübrre,'da habe auch er einm großen Theil derselben auf da- Gediit von J-fahan v,i pflanzt. woselbst sie in der Perserstadt Dschei sich ansie^el en und einen großen Sradttheil erbauten^ welcher nach ttjnen die Benennung „Jabudijeh^, d. h. die Judenstabt erhielt, In der Thar ist noch heütigen Lagedajüdische Äleiaenr in J-fahan in auffallqnder Weise, mehr als in ipcend einer der großem persischen Städte, vertreten. MamHat nur die Bazare J-fahanzu durchwandern, um alle fünf Minuten jüdischen Physiognomien, besondersehr ärchlich gekleideten Bettlern, am häufigsten jungen Mädchen, zu begegnen, welche mehr durch da- Elend ihre- Zustande!-, aldurch di» flehentlich ausgesprochenen Bitten dc^S aufrichtigste Mitleid erregen. — ES sind übrigens Juden auch durch die andern Städte Persiens verdveiwt; Ißt sind vorzugsweise die Juweliere und Goldschmied!« de- Lande- und auch al- Delläl beschäftigt, b. h. ist- Käufer und Verkäufer von Antiquitäten unö Kuststfachen aller 2ltfc 'S

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