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Jüdisches Volksblatt · 1865-01-01 · 25 (1865) · p. Seite 100

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
12 (1865)
Issue
25 (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 100 (sequence 4)
Language
German
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100 Derselbe de richtet aus Schiräz, Ser dritten Hauptstadt Persiens: „Schiräz, von einer Mauer umschlossen, die eine Fersach beträgt, zählt im Ganzen etwa 5,000 Khanewär und 30.000Bewohner, derenHauptmasseausPerfern von reinstem Wasser besteht. Die Juden, deren Schicksal in SchirLz wie in den meisten übrigen Städten Persiens gerade nicht deneidenSwerth erscheint, bilden eine Gemeinde von dreidis vierhundert Köpfen. Sie sind industriell ungemein rhätig und treiben mit Borliebe das Handwerk der Goldschmiede, in welchem sie recht gute Arbeit liefern. Nebenbei baden sie sich als anhängliche Nachkommen Noah'« auf die Weiacultur und den Weinvrrkauf gelegt; die Erlaubnis dazu ist ihnen für eine tägliche Abgabe von vier Ducaten von dem Gouverneur der Stadt gnädigst gewährt." Sehr interessant ist es , daß das Grabmal des großen KyruS, des Begründers des altpersischen Reiches, des Befreier« deS in Babylon gefangenen Israels, den der Prophet ZesaiaS einen „Berufenen des Herrn" nennt und als solchen feiert, noch heute existier, und zwar' historisch begründet als daS echte und geschichtliche. Es stebt unter den Ruinen von PasargabL, der ältesten Hauptstadt Persiens von Kyrus selbst erbau». Auf einem steinernen Fundamente, dessen Kanten für bas Auge deutlich hervortreten, erhebt sich «ine von großen Blecken weißen Marmors errichtete StufeNpyramibe über dem Grundplan eines Rechteckes. Auf der Hohe des Ganzen' erhebt sich die eigentliche Gradkammer in Gestalt ein 4 Sarkophagemit Deckel. — Auch ein Bild des großer -Königs ist noch vorhanden. Ein Pfeiler mit mimt Mar norblock von gewaltigen Dimensionen, zeigt uns in Reli fatdeit das Bild des vergötterten Kyrus in einer Auffassu lg, »ie einerseits an Assyrien, anderseits entschieden .an 2 egypten erinnert. Dazu noch vier „windmühlenförmig" gef altere Flügel am Leibe des großen Königs, über welchem nch folgende Inschrift in Keilschriftzeichen.befindet: I Adam k'ur’us klisäyatliiya H Ich bin Kyrus der König d„ Die Inschrift trotz ihrer Kürze ist übrigen Texte in Keilschrift, die bisher Denkmälern vorgefunden worden sind, darf nicht des Lobes langer, auszeichnet der Name allein reicht auS. Misccüc. khäraanisiya. Achämenide. < rhadener als alle r auf persischen Wahre Größe de» der Erklärungen, len jedoch, wurde die Stadt belagert, ein Stadtthor zu bewachen und zu vertheidigen." — JmJahre 1414 wurden die Juden aus Köln vertrieben, und dauerte die Verbannung dis 1795 aufrecht. Es heißt: „Nur unter Geleit, daS aus einem Stabtsölbner, später aus einem Funken bestand, durften die Juden in die Stabt kommen, wenn ihre' Geschäfte sie dahin riefen. Der Srabtsöldner, für den sie bestimmte Geleits-Taxe zahlen mußten, wich nie von ihrer Seite, selbst wenn sie in der Stadt übernachteten, das aber nur für eine Nacht gestaltet war. Das Geleit selbst konnte den Juden nur mit Erlaubniß des gefammten Raths erlheilt werben, ausdrücklich sagen die Statuten, daß der Bürgermeister allein die Befugniß nicht dazu habe." Durch wen wurde die Veränderung bewirkt? Durch deutsche Thar und Bildung selbst? Leider, nein; denn noch im letzten Augenblicke sträubte diese sich dagegen. „Mit dem Jahre 1704 war da» alte Stadtrrgiment nur noch bloße Form, ging die sogenannte Reichsfreiberrlichkeit unter, doch wurde noch, als schon am 6. Oct. 1704 die Franzosen Köln in Besitz genommen, nachdem der Senat dem General Championet der Stadt Schlüssel bis Mrlaten entgegengedrachl hatte, einem jungen Manne mit jüdischem Namen das Verweilen in der Stadt versagt und derselbe sofort unter militärischer Begleitung vor die Stadt gebracht. Erst 1795 ließ sich der erste Jude, Jos. Stern aus Mülheim, nachdem sie 370 Jahre aus Köln verbannt gewesen, wieder in Köln nieder. In wenigen Jahren hatte sich hier wieder eine kleine Gemeinde gebildet, welch« ihre Begräbnißr stalle mit den Israeliten in Deutz theilte."*) * ES ist bekannt, daß Gleiches auch in vielen andern deutschen Staaten geschah, ja einige sogar nach den Freiheitskriegen die Juden wieder vertrieben, z. B Lübeck. Die Redaktion. Curiosum. In No rdha ule n ist am I. Mai dieWittrbe Esther Ließmann gestorben, die ein Alter von 103 Jahren : erreichte und die älteste Person in Nordhausen war. Seit 4 Jahren harre sie das Augenlicht verloren, sonst aber war sie von Krankheit freigeblieben.. In ber Schrift „Köln am Rhein oir fünfzig Jahren" von Ernst Wey den (Köln. 1862) findet sich in einem Anhänge eine „Geschichte ber Israeliten in Köln." Es ist dies eine reiche, aber doch nur gekrängte Zusammenstellung, aus der wir nur zwei Notizen -ervorheden. Aus der Periode von 1372—1399 wird^titgetheilr: „Bei Kriegsläuftea harten die Juden keine Kriegslasten zu tra- Lllgemeive Zeitung des Judenlhums. No. 24. 1865. Inhalt: Leitende Artikel: Haben wirklich die Juden Jesum gekreuzigt- — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Dessau. Preußen: AuS Destphalen, Bonn, Sonweuburg, Frankfurt a. d. Oder, Breslau, Schwerseoz, Berlin. Oesterreichischer Kaiserftaat: Prag, Prag. Frankreich: Paris. Dänemark: Kopenhagen. Rußland: Riga. Eorrcsp ondenz: AuS dem Elsaß. tEST Zu beziehen durch jedes Postamt und jede Buchhandlung. gen, waren sie zu keinen Geld-LeistungeSt verpflichtet, hat.! Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich % Dhaler -=r -eravtwortlicher Redakteur: Dr. H. Lotze. j tterlag »o» Sschhaadluag u betätig. — Druck vo» S »reosiag ia 2«ipjtg

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