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Jüdisches Volksblatt · 1865-01-01 · 18 (1865) · p. Seite 71

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
12 (1865)
Issue
18 (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 71 (sequence 3)
Language
German
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71 Begräbnisse, die ihnen wider ihr» Willen übergeben sind, zu benutzen, wenn sie vorziehen, indem sie sich aber dabei' den polizeilichen Maßregeln unterwerfen, sich andere Grab« stätten zu verschaffen, wo solche Bedingungen nicht vor» Händen sind« I (Fortsetzung folgte vr. S.'Hirsch, Groß-Rabdiner von Luxemburg. Die Juden Europas vor hundert Jahren. Su« dem Manuscript des Pfarrers Ulrich in Zürich.) (Schluß.) - Jn»dem Mecklenburgischen sind ebenfalls nicht viele. V In Holstein sind hin und wieder Juden in den Städten, Flecken und Dörfern, sonderlich in der Festung Glückstadt anzutreffen. Zu Alrona trifft man eine ziemliche Menge an, besonders von deutschen Juden, welche unten nach der Elbe zu eine sehr kostbare Synagoge von lauter Quaderstücken mit schönen Pfeilern*angelegt haben, welche nach der Amsterdamer die^co^te und ansehnlichste sein soll: sie ist eben durch den Mand Ao. 1711 sonderlich am Dach und Holzwerk bis auf das Gemäuer einge- ' äschert und zur Zeit noch nicht gebaut worden. Es halten sich daselbst auch portugiesische Juden auf, die aber' in einem besondern Hause ihren Gottesdienst verrichten. Hamburg, das kleine Jerusalem der Juden, har an portugiesischen uno deutschen Juden eine sehr ansehnliche Menge. Sie sollen mehr Synagogen als die Christen, Kirchen daselbst haben. Unsere Absicht führt uns nunmehr nach Lüneburg, Brandenburg und Schlesien. Im Lünedurgischen gibt es in Städten und Dörfern Juden die Wenge. Zu Harburg im Cellischen an der Elbe haben sie Schutz und freie Religions-Uebung; hingegen in dem Wolfenbüttlischen werden sie nicht leicht geduldet. Zu Goßlar blieben die Juden zur Zeit der großen Verfolgung, durch die weisen und guten Anstalten der Obrigkeit, nicht nur beschützt, sondern sie wurden sogar iy die Stadt genommen. In den Churfürstlich B rand en bürg i sch en Landen, als im Cleuschen, Westp h äli scheu, in Schlesien, Pommers, in der Mark trieft man sie in Menge an. In S to lp, C o lderg, Eam min sind nur noch einige. I In Berlin sind sie auch rioch zahlreich, sie werden aber in guttm Zaun gehalten. In den Vorstädten von Königsberg beläuft sich ihre Zahl etwa auf 60 Familien. In Ell>ing, Thorn und Mariendurg ist ihre Anzahl gering. Desto größer aber ist solche in Schlesien!, in der Stai^t Bre-lau und. Großglogau. In Liegnih sind keine Juden. ~\ In Hessen, Wetterau, Waldeck, Isenburg, Solms, Oettingen, Bergstrasse, Hohenlohe und Franken finden sich hle ünd da auch Juden. Ja dem Hessen-Casselifchen gibt eS dergleichen aller Orten. In dem W a ldeckischen ist keinen Juden zu wohnen vergönnt außer in Z!wischer (Züscher), - einem Dorf. In der Relchsstad Gelnhausen und in dasigerGegend findet man ebenlalls keine Juden. In der untern Gi afschafr Hanau gibt es in Städten, Flecken und Dörfern fbr viele, sonderlich in Hanau. In der Wetteruu ist fast kein Dorf oder Städtchen ohne Juden, und in der kaiserlichen Reichsstadt Friedberg, drei Meilen vorFrankfurt wohnen viele in einer besonder» Gasse. In denen herumliegenben gräflichen Landern und Dorffchaften als in dem Hanauischen, Sol, mischen, Jsenburgischen, sonderlich zu Bockenheim, Hedernheita, Rödelheim und Offenbach findet man gar viele von diesen Leuten. Sie ^kommen täglich nach Frankfurt und suchen da ihre Nahrung. Jo dem Hessen-Oarmstädtifchen trifft man viele, sonderlich Hi Darmstadt selber, und sie haben auch seit 1695 ihre Synagoge daselbst. In dem Hessen »H o m bu rgischen und der Residenzstadt gleichen Nakr ens sind Ebenfalls ihrer nicht wenige. Ebenso ist es mit der Bergstrasfe, ingleichen mit Heidelberg und Man lheim beschaffen. Das Baden,Badische und B a d en - D u rba ch i» sche hat nunmehr auch Juden, da man vor 50 Jahren nichts oder nicht viel von ihnen gewußt. In Franken giht eS ebenfalls sehr viele m Städten und Dörfern. So sind in der bischöflichen Residenz Bamberg bei 30 Familien^ wie nicht weniger in anderen bamchergischen Orlen. I« Kitz in gen sind 6 Familien. Im Erlangifchen hat'S noch eine ziemlich Anzahl; sonderlich haben sie » Bayersdorf eine schöne Synagoge, »inen ^odtenacier und einen Oberrabbiner. Ansp ach hingegenhät best > mehrere, sonderlich in dem bei Nürnberg gelegenen Flecken Fürht, darum zugleich eine uralte Synagoge nebst einem schönen Todenacker anzutreffen. Im Hohenlohischen iibt es deren ebenfalls viele. Die Resiedenz Oelcinzrn und die Grafschaft gleichen Namens hat auch J^den. Was endlich biej am Rhein und in der Nachbarschaft liegenden Orte aplangt, so sind im Elsaß, Pfalzdesgleichen an der Mosel, im C o l m - n, in denen Städten Trier und JLlichschen, Berg-ifchen und uerland, Westphalen, Mün, Arkanfeldifchen, scheu, Trierische Coblenz, selbst im Clevifchen, im Sa dis an die Weser hin Städten, Juden an und Dietzischen, st er und Osnabr i ck ausgenommen, in Paderborn auf dem Lande und in den meisten »treffen,, so auch in den Nassau-- Küstrinischen, Usingischen und Weilburgifch!en, hingegen in den Nassau- Sirgischen, Hat^kmarischen und Dillenburgisch e n werben keine gelitten. Die bekannte S^adt Speyer war ehedem ziemlich mit Juden angefüllt,! aber in der allgemeinen Judenverfolgung durch ganz Deutschland Ao. 1349 kamen sie alle daselbst durchs Feuey um. Nach der Handwurden.sie bald wieder angenommen, bald wieder vertrieben, bis end, lich seit Ao. 1689. ^ie speierischrn Einwohner den Juden gar keine Wohnung mehr »erstatteten. Die Churfürstliche Residenz Mainz hat schon von

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