Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 12 (1865)
- Issue
- 10 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 3)
- Language
- German
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tele, mir heimlich in die Hand steckte. Meine Kinderseele kombinirte damals, daß wenn der Weltuntergang in solcher Weise verliefe, die letzte Stunde nicht gar so übel wäre. — Nur ein einzige- Mal habe ich den Meister auf der^ Straße gesehen. Ein großer rothschimmernder Komet stand am nächtlichen Himmel und streckte seine feurige Ruthe weithin durch da- Dunkel. Bor seinem Glanze erblaßten die Sterne. Alle- Volk stand auf den Gassen und raunte sich Furcht und Schrecken in die Lehren. Da trat der Seifensieder herau- und mitten in dze Haufen. Mit gel» leader Stimme recitirte er einige Bibelverse, und indem er ausrief: „Habe ich e- Euch nicht feit zwanzig Jahren vorausgesagt.' der letzte Tag und die letzte Stunde sind da," polterte er mit immer wüthenderern Gederden auf das Bolk ein und weissagte ihm a^rs den Bibelsprüchen und dem Kometen Krieg, Pest, Huitgersnsth, Weltbrand und Untergang. Jndeß der Aberglaube de- Volkewar doch nicht mef Lächerlichen nict HohngelLchtee so groß, um da- Furchtbare von dem mehr unterscheiden zu können: wüstes antwortete dem Propheten, bald regneten Ecdklöße und Steine, er aber holte eine Schürstaage und schlug unter di^ Angreifer und leicl t wäre für ihn das gekommen, wenn nicht die kreischende handfeste Nachbarn »en schon verwundeten und in da- Haus iurückgebracht hätten, genas aber wieder, doch nicht von seiner Bald darauf zogen wir audem hause, und nach Jahr n hörte ich von dem ruhigen Tode des Greifes, der feine Geheimnisse und seine Deutungsregeln, Begeisterung und Verkündigungen mit unter den nahm, wo sie ruhig liegen. — Denn die Welt ist tmi ncr noch nicht unteegegange« und die letzte Stunde noch nicht gekommen. (Fortsetzung folgt.) letzte Slündlein Frau und einig« Mann ergriffen Er wurde krank, mystischen Idee. seine deckenden Die Straße! von Jaffa wie sie jetzt lich Jerusalem Ein Or. S.ttjtpel erläßt eine Aufforderung zur Bildung einer Aktiengesellschaft behufs bei Baueeiner Ei» sendahn von Jassir nach Jerusalem. El schildert die jetzige Straße zwischen Idiesem einzigen Ankerpatze Palästinabizur Hauptstadt folgendermaßen: Der Landweg vom nächsten Landungsplätze am mittelländischen Meerje, Jaffa, dem alten Joppa, Japho, Jafa mit 15000 Einwohnern, bi- Jerusaler», welche- 35,000 Einwohner zählt, hat mit Rücksicht m f die Unebenheiten des Terrain-, eme Länge von circa € deutschen Meilen. Derselbe besteht nur aus einem Saumps ade, den die Thiere allmählig selbst cfuSgearbeitet, und kennt ich gemacht haben; ohne davon den Behörden das Aller zeringst« zu dessen Verbesserung gettzan wird. Die einzig« bestehende Brücke in der Ebene veranlaßt den Reisenden «ft lieber das Flußbett zu passiren^ und die einzige Brücke im Gebirge, unweit Kalonieh, ist zwar passirbar, hat aber Löcher, die dem Fußgänoer leicht zu einem Bkinbruch« verhelfen lange Weg kann also j nur auf Pferden, i Eseln zurückgelegt werden. Für Waaren könnten. Dieser Maulthieren und bedient man sich fast ausschließlich der Kameele. Dieser Pfad ist in zwei Unreradtheilungen zu Heilen. Die ersten 5 Meilen von Jaffa, über die wellenförmig geformte Ebene „©flion", die in ihrer ersten Hälfte leichten Boden har, kann zu allen Zeiten, wenigstens 2% Meilen über Dafür (Gezer), Beit-Dejan (Beth-Dagon) und Surafend bis Ramleh, was 5000 Einwohner und lebhaften Verkehr hat, ohne Schwierigkeit pafsirt werden. Der Rest, aus 2% Meilen und aufetterem Boden bestehend, ist im Winter wegen Mangel aller Wasserableitungen, zuweilen auf eine große Strecke so morastig, daß sie nur mir Lebensgefahr passtet werden kann. Die Fruchtbarkeit dieser Ebene ist übrigenbiblisch find sprüchwörtlich bekannt. Die übrigen 4 Meilen liegen im Gebirge von Judäa, in der Nähe debiblischen Ajalon und Kirjath-Jearim, und dem jetzigen Latruhn, Abu-Gosch und Kalonieh, und zwar rheils in ganz engen FlußthLlern, die im Winter Flußbetten sind, wo an manchen Stellen das Thier mir seinem Reiter sich nur grade durchwinden kann, oder über mehrere hohe Bergrücken, deren Auf- und Niedergang stellenweise so steil ist, daß der Reiter vom Führer gewöhnlich ermahUt wird, abzusteigen und zu Fuß hinunter zu klettern, und eS dem Thiere allein zu üllerlassen, den besten Weg zu ermitteln. Denkt man sich hierzu den außerordentlich felsigen, daher unebenen, zuweilen treppenäbnlich geformten Boden, auf dem europäische Pferde nur schlecht fortkommen würden, den wiederholend, die Thiere allein mit ihre» beschuhten Hufen allmählig gangbar gemacht haben, und baß */4 oder wenigstens die Hälfte aller Reisenden, besonders Frauenzimmer, die vielleicht nie in ihrem Leben auf einem Pferde saßen, solcher Reiset» ungewohnt sind, so wird es nicht befremden, wenn diese Tour für Jedermann sehr ermüdend ist, und daß zuweil m, besonderbei ungewohnten Reitern, erhebliche UnglückSf ille Vorkommen. Wer-keinen eigenen Sattel, besitzt, und sich deeinheimischen türkischen oder arabischen Sattels, mit den kurzen Steigbügeln bedienen muß, fühlt dies un su mehr, und ist dann wie zerschlagen. Diesen langen Weg, ohne irgend ein Unterkommen, außer in Ramleh, zu Fuß zurückzulegen, ist im Sommer wegen der außerordentliche« Hitze, und im Winter wegen Regen, und den oben erwähnten Morästen unrathsam, und wird nur dann und wank von ganz armen Pilgern in dieser indem sich dieselben einer Reiter-Karaie große Sonnenhitze, besonderin ingt apch den Reiter in dieser Zeit zu rsählen, was also doppelt aner gewandte Reiter fein eigem-, oder . „ - Pferd, wie man sie allerdings zuweilen, findet, so wird da-besagte erträglicher. Auf einem schlechten MiethSgaul! einem halsstarrigen Maulthier, oder faulen Esel, wird dtr Ritt so anstrengend, daß n^an die Folgen lange Zeit fühlt. Deshalb benutzt fast jeder Reiin Ramleh das gastfreundliche, lateinische, als» katholische Kloster, oder daS russische ntu angelegte Hospiz, fellt'ürrr daS nur für ärmere Pilger Ungerichtete griechische Kloster, zu mehrstündiger Erholung und Equickung durch Speise und Trank; in den meisten Fällen aber zum Nachtlager. Von Jaffa kommend^ verläßt man die Stadt in später in 3—-3*/z oder 4 Smnben, vor Ramleh zu sein, und verläßt es am andern Morgen fii früh als irgend Möglich; im Sommer jedenfalls um 2 jeder 3 Uhr, um die heiße Ebene in Weise unternommen) vane anschließen, der Ebene Saeon zr die Nacht zur Reif strengend ist. Hat ein gemiethtes, gut« Nachminagstunde, uns Einbruch der Rachk^in